Unterführung «light» im Zentrum von Uster – FDP/CVP-Gemeinderatsfraktion will Bahnunterführung

Neue Idee zur Entlastung der Barrierenstadt: An der Brunnenstrasse soll eine Unterführung «light» nur für den gewerbefreundlichen Zentrumsverkehr die Zweiteilung Usters verhindern.

Neue Idee zur Entlastung der Barrierenstadt Uster: An der Brunnenstrasse soll eine Unterführung «light» nur für den gewerbefreundlichen Zentrumsverkehr die Zweiteilung Usters verhindern.

Die Arbeitsgruppe Standortoptimierung der FDP hat eine Konzeptstudie für eine «verkehrsberuhigte» Unterführung am Bahnübergang Brunnenstrasse erarbeitet. Diese wird nun im Rahmen eines Postulats von FDP-Gemeinderat Matthias Bickel dem Gemeinderat zur Beurteilung und Weiterleitung an den Stadtrat unterbreitet.

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Zweiteilung der Stadt verhindern
Die Bahnunterführung soll dem Fussgänger-, Zweirad- und mit Beschränkungen auch dem motorisierten Zentrumsverkehr dienen und mit integrierter Fussgängerunterführung dem aktuellen Zerschneiden der Stadt entgegenwirken. Auslöser für den Vorstoss ist die sich verändernde Situation am Bahnübergang.

Die Rückklassierung der Bahnhof- und Brunnenstrasse in eine Gemeindestrasse mache die Möglichkeit einer relativ kleinen und kostengünstigen Unterführung erst möglich. «Es ergeben sich neue Chancen», sagt Heinz Rutishauser vom Vorstand der FDP Uster und Verfasser der Studie. Die Beschränkungen der Durchfahrtshöhe und -breite lägen künftig vollumfänglich in der Kompetenz der Stadt.

Nur Zentrumsverkehr zugelassen
Weiter zwingen gemäss Rutishauser Pläne der SBB zur Einführung eines Acht-Minuten-Taktes aufs Jahr 2011, evtentuell 2014, zum Handeln. Ein geplantes neues Rangiergleis hätte die Schliessung des Übergangs Kreuzstrasse zur Folge. Gemäss den Projektinitianten würde Uster auf diese Weise zweigeteilt: «Der Übergang wird selbst für Velos nur noch schwer passierbar.»

Gemäss Projekt soll die Unterführung nebst der begrenzten Durchfahrtshöhe relativ steile Rampen aufweisen und zudem in eine Tempo-30-Zone eingebunden werden. Dies verhindere den Durchgangs- und Schwerverkehr, lasse aber einen Durchgang für den Zentrumsverkehr zum Wohle des Gewerbes und zur Attraktivität des Zentrums offen: «Das Zentrum bleibt belebt und attraktiv.»

Der Durchgangsverkehr werde gemäss dem Betriebs- und Gestaltungskonzept des Stadtrates wie geplant über die Zubringer Uster West und Ausfahrt Ost mit der Unterführung Aathalstrasse geleitet. Der Durchgangsverkehr von der Pfäffiker- an die Zürichstrasse werde über die Oberland- und Dammstrasse geführt.

Auch die Kosten für die Unterführung würden sich gemäss Rutishauser im Rahmen halten und sich unter den für die von anderer Seite erneut ins Gespräch gebrachte Unterführung Winterthurerstrasse bewegen. Jene Interessengruppe spricht dort von 10 Millionen. Neben der Unterführung «light» an der Brunnenstrasse schlägt die Konzeptstudie auch eine Unterführung an der Wermatswilerstrasse vor, diese ebenfalls mit beschränkter Durchfahrtshöhe.

«Als Option interessant»
FDP-Stadtrat und Bauvorstand Thomas Kübler findet die Idee der Unterführung Brunnenstrasse zwar als Option interessant, hält sie aber kurzfristig gesehen – angesichts der geplanten Zentrumsberuhigung mit allfälliger Fussgängerzone – nicht für «die Lösung», wie er auf Anfrage erklärte. «Auch in dieser Form zieht die Unterführung Durchgangsverkehr an», ist Kübler überzeugt.

Die Brunnenstrasse werde aber zentrumsfreundlich saniert und beruhigt. Kübler bestätigt, dass die Stadt längerfristig durch den Ausbau des S-Bahn-Verkehrs und das neue Stumpengleis zum Handeln gezwungen sei. Eine gute Alternative ist für ihn eine Lösung an der Wermatswilerstrasse. Weiter gibt Kübler zu bedenken, dass auch der Busverkehr im Zentrum dichter werde. Der Schwerverkehr könne zudem erst von der Brunnenstrasse ferngehalten werden, wenn die Durchgangsroute Uster West realisiert sei.

Stadtingenieur Ruedi Fässler bestätigt, dass sich mit der Teilergänzung der SBB die Barrieresituation verschärfen werde und dass langfristig nach Lösungen gesucht werden müsse. Die Stadt habe daher den Auftrag erteilt, die Situation zwischen der Dammstrasse und dem Aathal zu analysieren und die sinnvollsten Möglichkeiten abzuklären.

Webseite FDP Uster, Bettina Sticher, AvU 6. März 2006

Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

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