Mobilitätserhebung 2007: Zürich ist eine öV-Stadt

Hohe Zufriedenheit mit dem öffentlichen und dem Fussverkehr, eine stattliche Anzahl Velofahrende, trotz bestehenden Handlungsbedarfs beim Veloverkehr: Das sind Erkenntnisse aus einer Befragung unter 1300 Verkehrsteilnehmenden aus dem letzten Jahr.

Hohe Zufriedenheit mit dem öffentlichen und dem Fussverkehr, eine stattliche Anzahl Velofahrende, trotz bestehenden Handlungsbedarfs beim Veloverkehr: Das sind Erkenntnisse aus einer Befragung unter 1300 Verkehrsteilnehmenden aus dem letzten Jahr.

Für die Umsetzung der Mobilitätsstrategie der Stadt Zürich benötigt das federführende Tiefbauamt Grundlagendaten. Daten zum Mobilitätsverhalten, zu Einstellungen und zu Potenzialen liefert die Erhebung «Mobilität in Zürich», die am Montag erschienen ist. Hierzu wurden von Ende Juli bis Mitte September 2007 rund 1300 Personen telefonisch befragt, wovon 1000 in der Stadt Zürich und 300 in den angrenzenden Gemeinden leben. Eine vergleichbare Erhebung fand letztmals 1991 statt.

Gemäss der Befragung ist nach wie vor der öffentliche Verkehr (öV) die beliebteste Mobilitätsart. 73 % der Befragten nannten den öV auf die Frage, welches Verkehrsmittel sie in der Stadt Zürich grundsätzlich am liebsten benutzen. Es folgen der motorisierte Individualverkehr (MIV, 13 %), das Velo (8 %) und der Fussverkehr (5 %). Das Velo ist bei den 26- bis 44-Jährigen am beliebtesten, bei den über 66-Jährigen sinkt der Wert gegen Null. Am populärsten ist das Velo im Stadtzentrum und in citynahen Quartieren. Am wenigsten wird das Velo in den Zürcher Quartieren in Stadtrandnähe benutzt, und zwar noch weniger als in den Gürtelgemeinden.
Weitere Verbesserungen des Veloverkehrssystems sind also nötig. Nicht zuletzt darum, weil die Befragten die Güte des Veloverkehrs als Faktor für die Lebensqualität am Wohnort beurteilen.

Der öV ist in jedem Alter und jedem Quartier überaus deutlich am beliebtesten, auch unabhängig vom tatsächlich genutzten Verkehrsmittel: Der öV ist sogar unter denjenigen am beliebtesten, die sich überwiegend mit dem MIV bewegen.

Die öV-Nutzung hat sich in den letzten 10 bis 15 Jahren nochmals deutlich erhöht. Rund 80 Prozent der Befragten benutzen regelmässig (mindestens 2 Mal die Woche), wenn auch nicht immer ausschliesslich, den öV. 40 Prozent benützen regelmässig ein Auto als Fortbewegungsmittel, jedoch nur 11 Prozent ausschliesslich. In den Gürtelgemeinden wird hingegen das Auto viel häufiger genutzt, dafür der öV weniger. 34 Prozent der StadtzürcherInnen fahren regelmässig Velo, die meisten davon in Ergänzung zum öV und zum MIV. Das Velo ist heute ein fest etablierter Verkehrsträger.
Die Nutzung ausschliesslich eines Verkehrsmittels ist immer weniger üblich. Diese schon verbreitete Art der flexiblen Verkehrsmittelwahl (Multimodalität) könnte die Mobilitätskultur möglicherweise nachhaltig verändern.
Die detaillierte Analyse der Gründe für die jeweilige Verkehrsmittelwahl zeigt, dass rund 20 Prozent aller MIV-Fahrten in der Stadt Zürich vom öV übernommen werden könnten. In diesen Fällen liegt kein Sachzwang vor, eine echte öV-Alternative ist vorhanden und es gibt seitens des Verkehrsteilnehmenden kein Motiv gegen das Ergreifen der öV-Alternative.

Der Langsamverkehr wird sehr unterschiedlich beurteilt. Die Zufriedenheit mit dem Fussverkehrssystem ist hoch. Beim Veloverkehr ist festzustellen, dass er sich als gleichberechtigte Mobilitätsart etabliert hat, mit den bereits genannten 34 % der Verkehrsteilnehmenden, die das Velo wöchentlich benutzen, 4 % benutzen sogar ausschliesslich das Velo als Fahrzeug. Allerdings fällt die Beurteilung des Veloverkehrssystems von allen Verkehrsarten insgesamt am negativsten aus. Häufig Velofahrende fühlen sich auf dem Velo wohler als gelegentlich Velofahrende. Beim öV ist es umgekehrt: In den Fahrzeugen ist das Wohlbefinden der gelegentlich und selten öV-Fahrenden am höchsten.


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Tiefbau- und Entsorgungsdepartement der Stadt Zürich / Stadt Zürich Medienmitteilung

Autor: Redaktion

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