Externe Verkehrskosten weiter gestiegen

Die aktualisierten Zahlen zu den externen Kosten des Strassen- und Schienenverkehrs liegen vor: 2005 betrugen sie 8,5 Milliarden Franken. Das sind 1,7 Milliarden Franken oder rund 24 Prozent mehr als im Jahr 2000. Die Staukosten wurden bereits letztes Jahr aktualisiert und betragen für das Jahr 2005 zusätzliche 1,2 Milliarden Franken. Dies zeigen Berechnungen des Bundesamts für Raumentwicklung (ARE).

Die aktualisierten Zahlen zu den externen Kosten des Strassen- und Schienenverkehrs liegen vor: 2005 betrugen sie 8,5 Milliarden Franken. Das sind 1,7 Milliarden Franken oder rund 24 Prozent mehr als im Jahr 2000. Die Staukosten wurden bereits letztes Jahr aktualisiert und betragen für das Jahr 2005 zusätzliche 1,2 Milliarden Franken. Dies zeigen Berechnungen des Bundesamts für Raumentwicklung (ARE).

Was sind externe Kosten? So werden Kosten genannt, die nicht von den Verursachern, sondern von der Allgemeinheit getragen werden. Darunter fallen insbesondere Umwelt- und Gesundheitskosten. Der Bund ist gesetzlich verpflichtet, die externen Kosten des Strassen- und Schienenverkehrs periodisch nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu erheben.

Die Staukosten wurden bereits letztes Jahr aktualisiert. In der vorliegenden Studie wurden nun die Kostenbereiche Unfälle, Lärm, Gesundheitskosten der Luftverschmutzung, Gebäudeschäden der Luftverschmutzung, Klima, Natur und Landschaft sowie einige weitere Bereiche auf das Jahr 2005 aktualisiert.

Für Strasse und Schiene zusammen sind die externen Kosten zwischen 2000 und 2005 von 6,9 auf 8,5 Milliarden Franken gestiegen. Das entspricht einer Zunahme von 24,2 Prozent. Mit 25,2 Prozent wuchsen die Kosten des Strassenverkehrs deutlich stärker als beim Schienenverkehr mit 9 Prozent. Ins Gewicht fielen vor allem Unfälle, durch die Luftverschmutzung bedingte Gesundheitskosten und Klimakosten. Die Staukosten haben sich von 0,9 (2000) auf 1,2 Milliarden Franken (2005) erhöht.

Warum höhere Kosten?

  • Ein erheblicher Teil der Kostensteigerung (ca. 8 Prozent) ist auf die Teuerung zurückzuführen.
  • Es stehen im Vergleich zum Jahr 2000 präzisere Daten zum Verkehrslärm auf Strasse und Schiene zur Verfügung, welche die Lärmbelastung der Bevölkerung nach oben korrigieren.
  • Die Immissionen des Verkehrs haben bis heute nicht – wie vielfach erwartet – abgenommen. So sind die Feinstaub-Immissionen beispielsweise weiter gestiegen.
  • Die Bevölkerung wächst und wird älter: Mehr Personen sind von der Luftverschmutzung betroffen. Besonders ältere Menschen reagieren anfälliger auf erhöhte Luftschadstoffimmissionen.

Strassenverkehr dominiert
8,07 Milliarden Franken (rund 95 Prozent) der gesamten Kosten von 8,5 Milliarden Franken entfallen auf die Strasse, 455 Millionen Franken (5 Prozent) auf die Bahn. Die 1,94 Milliarden Franken des Strassengüterverkehrs entsprechen knapp einem Viertel der gesamten externen Kosten des Strassenverkehrs. Der hohe Betrag der Strasse ergibt sich aus dem Anteil am gesamten Verkehrsvolumen: 82 Prozent der gefahrenen Personenkilometer (im Personenverkehr) und 60 Prozent der Tonnenkilometer (Güterverkehr). Zudem verursacht der Strassenverkehr deutlich mehr Schadstoffe und birgt ein höheres Unfallrisiko.

Externe Kosten nicht gedeckt
Die externen Kosten werden von den Verkehrsteilnehmenden nicht gedeckt, sondern auf die Allgemeinheit überwälzt. Auch der Schwerverkehr deckt die von ihm verursachten Kosten nicht vollständig. Die Erhebung der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) – und insbesondere deren auf Anfang 2008 in Kraft gesetzte Erhöhung – führt aber dazu, dass der Schwerverkehr in den nächsten Jahren nahezu eine Kostendeckung erreichen wird (siehe Faktenblatt unter „Mehr zum Thema“).

Berechnung mit Basiswerten und Bandbreiten
Erstmals wurden bei den Berechnungen auch Bandbreiten ausgewiesen. Damit wurden die Unsicherheiten bei der Berechnung der externen Kosten berücksichtigt. Die so ermittelten Minimal- bzw. Maximalwerte betragen rund 6 respektive 12 Milliarden Franken für die Strasse und rund 330 respektive 710 Millionen Franken für die Schiene.

Gesamthaft handelt es sich um konservative Werte, da bei Unsicherheiten vorsichtige Annahmen unterlegt wurden. Zudem wurden einzelne Bereiche der externen Kosten nicht oder nicht vollständig erfasst.


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Bundesamt für Raumentwicklung und Bundesamt für Umwelt

Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

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