transfair: Temporärarbeit gefährdet Service Qualität

An der Delegiertenversammlung der Gewerkschaft transfair wurde ein Positions-papier zur Temporärarbeit präsentiert. In den letzten Jahren stellte transfair fest, dass ein Teil der regulären Arbeit vermehrt an Temporärpersonal abgeben wird – notabene zu schlechteren Sozialbedingungen als bei den Festangestellten.

An der Delegiertenversammlung der Gewerkschaft transfair wurde ein Positionspapier zur Temporärarbeit präsentiert. In den letzten Jahren stellte transfair fest, dass ein Teil der regulären Arbeit vermehrt an Temporärpersonal abgeben wird – notabene zu schlechteren Sozialbedingungen als bei den Festangestellten.

Auch bei den Sozialpartnern der Gewerkschaft transfair stieg in letzter Zeit der Anteil der Temporärkräfte zulasten der Festangestellten. Deshalb erarbeitete transfair ein Positionspapier zum Thema Temporärarbeit. Das an der heutigen Delegiertenversammlung präsentierte Papier analysiert die aktuelle Situation bei Post, Swisscom und öffentlichem Verkehr.

Temporärmitarbeitende leiden oft unter Sozialdumping
Heute gibt es viele Arbeitnehmende, die keine feste Arbeitstelle finden und sich unfreiwillig von Temporäreinsatz zu Temporäreinsatz hangeln müssen. Die unsicheren Beschäftigungsaussichten haben negative Folgen auf Familiengründung, Weiterbildung sowie gewerkschaftliche, politische und soziale Betätigung. Der gesetzliche Schutz für Temporärarbeitende ist tief. Oft sind sie vom Gesamtarbeitsvertrag ausgeschlossen und leiden unter Lohn- und Sozialdumping. Werden vermehrt Temporärkräfte eingesetzt, erhöht dies den Druck auf die bislang guten Arbeitsbedingungen der Festangestellten, zudem müssen diese vermehrt Fehler der am spezifischen Einsatzort unerfahrenen Temporärkräfte ausbügeln.

transfair fordert eine Begrenzung der Temporäreinsätze
Temporärarbeit ist als Provisorium in Ausnahmefällen sinnvoll – sie darf aber nicht zum Providurium werden! Deshalb fordert die Gewerkschaft transfair, dass bei ihren Sozialpartnern über alle Bereiche gesehen nicht mehr als 2 Prozent Temporärarbeitende eingesetzt werden. Bei der Branche Communication dürfen es aufgrund der spezifischen Verhältnisse maximal 4-5 Prozent sein pro Gesellschaft. Zudem muss der Gesamtarbeitsvertrag des Einsatzbetriebes auch für Temporärangestellte gelten, unabhängig davon, ob eine Allgemeinverbindlichkeitserklärung besteht. transfair will unfairen Kettenarbeitsverträgen den Riegel schieben: Wer zwölf Monate lang bei derselben Einsatzfirma temporär arbeitet, soll automatisch eine Festanstellung erhalten.

Die Gewerkschaft transfair beobachtet das Ausmass der Temporäreinsätze bei seinen Sozialpartnern aufmerksam. Bislang konnten einzelne Missstände durch Gespräche behoben werden. Bei der Aushandlung zukünftiger Verträge und Bestimmungen wird transfair den Temporäreinsatz besonders berücksichtigen. Temporärarbeitende sollen – wie in den meisten unserer Nachbarländer – dieselben Arbeitsbedingungen und denselben Lohn haben wie die Festangestellten.

Eine Begrenzung der Temporäreinsätze liegt schlussendlich im Interesse der Arbeitgeber, denn Temporärarbeitende identifizieren sich nicht mit dem Unternehmen und ihnen fehlt die Erfahrung bei firmenspezifischen Arbeiten. Darunter leidet die Qualität der angebotenen Dienstleistung.


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Medienmitteilung von transfair

Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

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