Der öffentliche Verkehr zwischen Zweisimmen und der Lenk: Drei Varianten stehen zur Diskussion

In einer Studie stellt der Kanton Bern drei Varianten für den öffentlichen Verkehr zwischen Zweisimmen und der Lenk zur Diskussion. Soll die bestehende Schmalspurbahn beibehalten oder soll sie auf Normalspur umgestellt werden? Oder soll die Bahn durch einen Bus ersetzt werden? Definitiv über die künftige Betriebsart entscheiden wird der Grosse Rat im Frühjahr 2009.

Die MOB-Bahnstrecke Zweisimmen - Lenk. / Grafik: Kanton Bernaid. In einer Studie stellt der Kanton Bern drei Varianten für den öffentlichen Verkehr zwischen Zweisimmen und der Lenk zur Diskussion. Soll die bestehende Schmalspurbahn beibehalten oder soll sie auf Normalspur umgestellt werden? Oder soll die Bahn durch einen Bus ersetzt werden? Definitiv über die künftige Betriebsart entscheiden wird der Grosse Rat im Frühjahr 2009.

Mit dem Beschluss über das Angebot im öffentlichen Verkehr 2005-2008 hat der Grosse Rat dem Regierungsrat den Auftrag erteilt, vier schwach frequentierte Bahnlinien im Kanton zu überprüfen. Eine dieser Linien ist die MOB-Linie zwischen Zweisimmen und der Lenk. Mit rund 900 Fahrgästen pro Tag gehört sie zu den eher schwach frequentierten Bahnlinien im Kanton. Der Güterverkehr auf der Linie wurde bereits vor Jahren eingestellt.

Die Studie wurde von einem externen Planungsbüro durchgeführt, mit Unterstützung einer Begleitgruppe aus der Region. Untersucht wurden folgende drei Varianten:

  • Erschliessung mit der Schmalspurbahn wie heute
  • Umstellung auf Bus
  • Umstellung auf Normalspur mit der Möglichkeit direkter Züge von Bern in die Lenk

Bewertet wurden die Aspekte Angebotsqualität, Wirtschaftlichkeit, Umwelt und Sicherheit.

Je nach Gewichtung der verschiedenen Aspekte fallen die Ergebnisse unterschiedlich aus. Klar am wirtschaftlichsten ist die Umstellung der Bahn auf Bus. Sie brächte der öffentlichen Hand Einsparungen in der Grössenordnung von jährlich über einer Million Franken. Demgegenüber könnte mit der Umstellung auf Normalspur die Angebotsqualität leicht verbessert werden. Das bessere Angebot würde jedoch mit erheblichen Mehrkosten für die öffentliche Hand erkauft (über 2,5 Millionen Franken pro Jahr). Zwischen diesen beiden Varianten liegt die heutige Lösung mit der Erschliessung der Schmalspurbahn.

Die bernische Verkehrsdirektorin, Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer, betonte, dass es nicht darum gehe, gegen den Willen der Region das öffentliche Verkehrsangebot zu kürzen. Vielmehr soll mit den knappen verfügbaren Mitteln ein Optimum an öffentlichem Verkehr angeboten werden. Bahn und Bus müssen entsprechend ihren Vor- und Nachteilen eingesetzt werden.

Die betroffenen Gemeinden, die Regionale Verkehrskonferenz, die Transportunternehmen und die Interessenverbände haben nun Zeit, die Studie zu beurteilen und eine Stellungnahme einzureichen. Der Kanton wird die Ergebnisse der Mitwirkung in das Angebotskonzept 2010-2013 einfliessen lassen. Definitiv über die Betriebsart entscheidet der Grosse Rat im Frühjahr 2009.


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Medienmitteilung Kanton Bern

Autor: Redaktion

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