Eine defekte Fahrleitung hat am 16. Mai 2008 auf der SBB-Strecke zwischen Sargans und Buchs SG zu einem mehrstündigen Streckenunterbruch geführt

Der Eurocity 164 „Kaiserin Elisabeth“ Salzburg Hbf – Zürich HB hatte um 11.18 Uhr beim Bahnhof Sevelen die Fahrleitung auf einer Länge von fast 800 Meter heruntergerissen. Dies hatte ein totaler Streckenunterbruch zur Folge. Alle Züge mussten in Sargans und Buchs SG gewendet. Die Reisenden wurden mit Bahnersatz-Bussen befördert. Aus Sicherheitsgründen konnten die 80 Passagiere des EC 164 den Zug erst 40 Minuten später verlassen, da Spezialisten der SBB zuerst die herunterhängende Stromleitung erden mussten. Anschliessend wurden sie mit Bussen zum Bahnhof Sargans gebracht und konnten mit dem IC 574 eine Stunde später die Fahrt nach Zürich HB fortsetzen.

Von: Marcel Manhart (Text/Foto) / Sandro Hartmeier (Text)
Der Eurocity 164 „Kaiserin Elisabeth“ Salzburg Hbf – Zürich HB hatte am 16. Mai 08 um 11.18 Uhr beim Bahnhof Sevelen die Fahrleitung auf einer Länge von fast 800 Meter heruntergerissen. Dies hatte ein totaler Streckenunterbruch zur Folge. Alle Züge mussten in Sargans und Buchs SG gewendet werden. Die Reisenden wurden mit Bahnersatz-Bussen befördert. Aus Sicherheitsgründen konnten die 80 Passagiere des EC 164 den Zug erst 40 Minuten später verlassen, da Spezialisten der SBB zuerst die herunterhängende Stromleitung erden mussten. Anschliessend wurden sie mit Bussen zum Bahnhof Sargans gebracht und konnten mit dem IC 574 eine Stunde später die Fahrt nach Zürich HB fortsetzen.

Ebenfalls durch Busse ersetzt werden mussten die Züge des Regionalverkehrs (Thurbo-Shuttle Buchs – Sargans – Buchs) sowie des REX Rheintal-Express St.Gallen – Chur zwischen Buchs und Sargans.

Die Komposition des EC 164 wurde durch den LRZ um ca. 13.30 Uhr nach Buchs zurückgezogen. Danach konnte mit den Aufräumarbeiten der herunterhängenden Fahrleitung begonnen werden und um ca. 15.00 Uhr war die Strecke Buchs – Sargans für den Zugverkehr mit Einschränkungen wieder befahrbar. Die Reparatur der Fahrleitung dauerte allerdings bis zum Betriebsschluss am Abend an und der Bahnhof Sevelen war ebenso lange noch ohne Strom. Das heisst, die Züge konnten den Bahnhof zwar passieren, aber ein Halt war natürlich nicht möglich. Die Reisenden von und nach Sevelen mussten die planmässig auf der Linie Buchs – Sevelen – Sargans verkehrenden Regionalbusse benützen.

Inzwischen waren in Buchs die Reisenden für den EC 161 in Richtung Innsbruck – Salzburg – Wien eingetroffen. Diese wurden ab Zürich mit dem IC 573 bis Sargans und von dort mit Ersatzbussen nach Buchs befördert. Aufgrund der fehlenden ÖBB-Komposition wurde am Grenzbahnhof in Buchs die Komposition des eben aus Wien angekommenen EC 160 gewendet. Diese Komposition verkehrte sogleich wieder als EC 161 zurück nach Wien. Dies hatte zur Folge, dass der EC 160 auf dem schweizerischen Streckenabschnitt von Buchs SG – Zürich HB „Ausfall“ war. Die Fahrgäste wurden mit dem RE 3821 (planmässig um 15.01 Uhr ab Buchs SG) in der Fahrlage des EC 160 nach Sargans befördert, wo sie auf den IC 580 umsteigen konnten und Zürich HB um 16.23 erreichten. Also nur 3 Minuten nach der planmässigen Ankunftszeit des EC 160.

Mit einer Verspätung von 25 Minuten konnte der EC 161 seine Fahrt in Buchs in Richtung Wien antreten. Ab Innsbruck betrug die Verspätung immer noch 20 Minuten, ab Salzburg noch 15 Minuten und in St. Pölten noch 10 Minuten. Den Wiener Vorortsbahnhöfe Hütteldorf und den Zugendbahnhof Wien Westbahnhof erreichte der Zug mit nur noch 5 Minuten Verspätung, also praktisch rechtzeitig!

Nun war aber immer noch die ÖBB-Komposition des EC 164, welcher in Sevelen die Fahrleitung heruntergerissen hatte in Buchs. Nach Begutachtung der Lokomotiven, es waren ausserplanmässig 2 Re 420 (11195 und 11157) am Zug, und der Wagen (u.a. defekte Fenster) wurde die Komp als Leermaterialzug um 15.30 Uhr ab Buchs via St. Gallen – Winterthur nach Zürich HB geleitet. Nach Ankunft in Zürich um 17.45 Uhr wurde die ganze Komposition nochmals auf Schäden überprüft und wo nötig (zumindest provisorisch) repariert. Die Wagen mit den defekten Fenstern mussten aus dem Zug ausgereiht werden. Um 19.22 Uhr (anstatt planmässig um 17.40 Uhr), also mit 102 Minuten Verspätung, konnte der Zug dann als EC 165 Zürich HB in Richtung Salzburg Hbf verlassen. Bis Landeck betrug die Verspätung immer noch 95 Minuten, in Kufstein waren es noch 85 Minuten und die Ankunft am Zugendbahnhof in Salzburg erfolgte um 00.45 Uhr, also mit 76 Minuten Verspätung.

Als Folge der fehlenden Ankunftslok in Buchs SG von eben diesem EC 165 wurde auch der IC 168 (Feldkirch-Zürich HB) auf dem schweizerischen Streckenabschnitt gestrichen. Der IC 168 ist zwar mit der planmässigen Komposition und ÖBB-Lok rechtzeitig in Buchs eingetroffen, jedoch war keine SBB-Lok vorhanden, die den Zug hätte nach Zürich führen können! So wurde die Abfahrtszeit des RE 3829 in Buchs von 19.01 Uhr auf die planmässige Abfahrtszeit des IC 168 auf 19.10 Uhr geändert und die Reisenden mit dem RE 3829 von Buchs bis Sargans befördert. Nach umsteigen in Sargans auf den IC 598 konnte der Zugendbahnhof Zürich HB um 20.23h erreicht werden, also nur 3 Minuten nach der planmässigen Ankunftszeit des IC 168 in Zürich HB.

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Signalstörung bei Lenzburg
Am Nachmittag des 20. Mai behinderte eine Signalstörung den Zugsverkehr bei Lenzburg. Die Störung ereignete sich um ca. 15.15 Uhr und behinderte auch den Regionalverkehr. 15 Fernverkehrszüge Richtung Zürich musste via Brugg umgeleitet werden und erhielten um die 20 Minuten Verspätung, Richtung Bern konnten die Züge normal verkehren.

Um 17.45 Uhr war die Störung behoben, die Ursache ist laut SBB bisher nicht bekannt.


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Autor: Redaktion

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