Lohn und einmalige Entschädigungen: SBB-Chef Andreas Meyer erhielt 2007 100’000 Franken mehr Lohn als sein Vorgänger

Laut Meldungen in der Sonntagspresse erhielt SBB-Chef Andreas Meyer 2007 einen „Rekordlohn von 1,3 Millionen“. Diese Behauptung trifft nicht zu. Vielmehr bezog Meyer einen Jahreslohn von 700’000 Franken. Das sind 100’000 Franken mehr als sein Vorgänger im Jahr zuvor. Hinzu kommen allerdings einmalige Leistungen von 450’000 Franken. Die im „Sonntag“ von heute präsentierten Finanzzahlen zum Geschäftsjahr 2007 der SBB sind teilweise falsch.

Laut Meldungen in der Sonntagspresse erhielt SBB-Chef Andreas Meyer 2007 einen „Rekordlohn von 1,3 Millionen“. Diese Behauptung trifft nicht zu. Vielmehr bezog Meyer einen Jahreslohn von 700’000 Franken. Das sind 100’000 Franken mehr als sein Vorgänger im Jahr zuvor. Hinzu kommen allerdings einmalige Leistungen von 450’000 Franken. Die im „Sonntag“ von heute präsentierten Finanzzahlen zum Geschäftsjahr 2007 der SBB sind teilweise falsch.

Bereits bei der Anstellung Meyers als CEO der SBB hatte der Verwaltungsrat entschieden, Meyers Lohn gegenüber dem Lohn seines Vorgängers um 100’000 Franken anzuheben. Der Maximallohn wurde auf 700’000 Franken festgelegt. Dieses Salär setzt sich zusammen aus einem fixen Grundsalär von 500’000 Franken und einem variablen Lohnbestandteil von 200’000 Franken für das Jahr 2007. Hinzu kam eine Spesenpauschale von 25’000 Franken. Beim Vorgänger hatte diese 24’000 Franken betragen. Zudem wurde eine Einlage in die Pensionskasse von 60’000 Franken (Vorgänger: 25’000 Franken) entrichtet.

Zu diesem Lohn kamen im ersten Jahr Meyers als CEO der SBB zusätzliche einmalige Leistungen in der Höhe von 450’000 Franken.

  • ein einmaliger „Sign-on-Bonus“ von CHF 200’000 zur Abgeltung des durch den Arbeitgeberwechsel erlittenen Bonusverlusts beim vormaligen Arbeitgeber
  • eine ausserordentliche einmalige Einlage von CHF 250’000 (Vorgänger 100’000 Franken) in die Pensionskasse. Dadurch wurde die durch die langjährige Tätigkeit Meyers im Ausland entstandene, im Vergleich zum Bundesgesetz über die berufliche Vorsorge (BVG) unbefriedigende Vorsorgesituation an die schweizerischen Gegebenheiten angepasst. Meyer kam ohne Freizügigkeitsguthaben aus Deutschland in die Schweiz zurück.
  • Der Verkauf des erst zweijährigen Hauses Meyers bei Frankfurt am Main wird von SBB Immobilien abgewickelt. Diese übernahm die Liegenschaft zu den Gestehungskosten, um Meyer einen raschen und reibungslosen Wechsel in die Schweiz zu ermöglichen.

In seiner früheren Funktion bei der Deutschen Bahn hatte Meyer Entschädigungen von über 400’000 Euro (d.h. über 640’000 Franken) bezogen. Bei den einmaligen Leistungen handelt es sich um übliche Transaktionskosten bei der Besetzung von Topkader-Positionen zum Ausgleich von Nachteilen durch den Stellenwechsel.

Falsche Zahlen
Die in der heutigen Ausgabe des „Sonntag“ publizierten Finanzzahlen zum Geschäftsjahr 2007 sind teilweise falsch. Die SBB wird im Rahmen der Bilanzmedienkonferenz vom kommenden Mittwoch über das Geschäftsjahr 2007 berichten und die Finanz- und Leistungszahlen publizieren.

Bezüge des SBB-Chefs: Leuenberger weist Darstellung des Blicks entschieden zurück

Der BLICK behauptet in der Ausgabe von heute, Bundesrat Moritz Leuenberger habe viel mehr über die Bezüge des SBB-Chefs gewusst, als das UVEK bisher gesagt habe. Der UVEK-Vorsteher weist die Darstellung des Blicks zurück; sie entbehrt jeglicher Grundlage.

Richtig ist, was der BLICK am 1. April selber und wie andere Zeitungen auch – gestützt auf eine Antwort des UVEK auf Medienanfragen – schrieb: ,Das UVEK war über den Lohn von Herrn Meyer nicht informiert und hat ihn auch nicht abgesegnet.“ Bundesrat Leuenberger wurde erst Mitte März 2008 im Hinblick auf die Veröffentlichung des SBB-Geschäftsberichts vom Verwaltungsratspräsidenten der SBB informiert, also mehr als ein Jahr nach Meyers Anstellung. Diesen Sachverhalt hat das UVEK dem Blick gestern erneut präzis dargelegt.

Die Gehaltsfestsetzung ist bei allen Unternehmen des Bundes in der abschliessenden Verantwortung des Verwaltungsrates. Dieser hat sich dabei an die Kaderlohnverordnung zu halten. Sie legt Kriterien für die Lohnfindung fest, nennt aber keine Maximalbeträge. Das Unternehmen ist nicht verpflichtet, die Einzelheiten der Gehaltsfeststzung mit dem Eigner abzusprechen. Es muss diese aber im Geschäftsbericht und im Kaderlohnreporting detailliert offenlegen. Erst dann erfolgt eine Beurteilung durch den Bundesrat und die Finanzdelegation der eidgenössischen Räte.

Die heutige Darstellung im BLICK ist tatsachenwidrig und haltlos.


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Medienmitteilung SBB CFF FFS / Presse- und Informationsdienst UVEK

Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

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