Hausaufgaben gemacht… – RhB Jahresergebnis 2007

Die Rhätische Bahn (RhB) erzielte im Jahr 2007 ein Spitzenergebnis. Der positive Einfluss der nationalen und internationalen Wirtschaftslage, insbesondere in der Tourismusbranche, hat dabei wesentlich geholfen. Die RhB hat aber auch „ihre Hausaufgaben gemacht“. Die konsequente Ausrichtung auf die Umsetzung der beschlossenen Dualstrategie zeigt somit erste Früchte.

Die Rhätische Bahn (RhB) erzielte im Jahr 2007 ein Spitzenergebnis. Der positive Einfluss der nationalen und internationalen Wirtschaftslage, insbesondere in der Tourismusbranche, hat dabei wesentlich geholfen. Die RhB hat aber auch „ihre Hausaufgaben gemacht“. Die konsequente Ausrichtung auf die Umsetzung der beschlossenen Dualstrategie zeigt somit erste Früchte.

Durch das gute Ergebnis konnten Rückstellungen und Reserven geäufnet werden, die für die Bewältigung der anstehenden und ambitiösen Herausforderungen der kommenden Jahre von grosser Bedeutung sind. Mit dem publizierten Jahresgewinn von CHF 1.3 Mio. kann die Ergebnisausgleichsreserve erneut geäufnet werden.

Die erfreuliche Entwicklung der Verkehrserträge (Personen- und Autoreiseverkehr) hat das Ergebnis massgeblich beeinflusst. Die sonstigen betrieblichen Erträge, insbesondere das Drittmarktgeschäft und die Miet- und Pachteinnahmen haben die Erwartungen ebenfalls übertroffen. Die Abschreibungen haben im Berichtsjahr einen neuen Höchststand von CHF 64.9 Mio. erreicht.

Erfolgsrechnung
Mit dem publizierten Jahresgewinn von CHF 1.3 Mio. wurde das beste Resultat der letzten sechs Geschäftsjahre erzielt. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Jahresgewinn um CHF 0.6 Mio. gesteigert werden. Die Ergebnisausgleichsreserve erreicht einen neuen Höchststand von CHF 6.8 Mio.

Mit dem Gesamtertrag von CHF 82.2 Mio. im Personenreiseverkehr konnte ein neues Rekordergebnis erzielt werden. Die Budgetvorgaben (+4.9%) wie auch die Vorjahreswerte (+7.5%) konnten deutlich übertroffen werden.

  • Im Einzelreiseverkehr fielen die Erträge leicht über dem Budget aus (gegenüber Vorjahr +3.4%). Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2006 haben vor allem die Zuschläge für Expresszüge und internationale Tickets (Swiss Card / Swiss Transfer Ticket) sowie die Zunahme bei den Billetten Schweiz zum diesem Wachstum beigetragen. Die Erträge für Ausflugs-Billette lagen leicht unter den Vorjahreszahlen.
  • Im Gruppenreiseverkehr konnten die Erträge in fast allen Kategorien gesteigert werden (+8.7% zum Budget). Die Hauptkategorie Billette Schweiz wie auch die Zuschläge für Glacier- und Bernina Express verzeichneten hohe Wachstumsraten.
  • Bei den Abonnementen sowie Pauschalfahrausweisen lag der Ertrag mit 6.6% bzw. 9.0% ebenfalls sehr deutlich über Budget und Vorjahr. Mit Abonnementen wurden insgesamt CHF 38.0 Mio. oder 46.1% des Gesamtertrags im Personenreiseverkehr erzielt. Die stärksten Zunahmen gegenüber 2006 konnten bei den Tageskarten (+42.4%), den Generalabonnementen Schweiz (+7.7%), den Bündner Generalabonnementen (+9.5%) und im internationalen Verkehr (+17.3%) verzeichnet werden. Die Verkäufe Ferienpass Graubünden (-15.1%) und Einnahmen aus dem Tarifverbund (-12.6%) haben die Erwartungen nicht erreicht.

Bei den Autotransporten wurden die Budget- und Vorjahreswerte wiederum deutlich übertroffen. Die Rekordmarke beim Autoverlad Vereina aus dem Vorjahr konnte um weitere 29 000 Fahrzeuge auf insgesamt fast 435 000 beförderte Fahrzeuge gesteigert werden. Im Vergleich zum Vorjahr konnten die Frequenzen sowohl bei den Lastwagen- (+7.9%) wie auch bei den Personenwagentransporten (+7.4%) gesteigert werden. In den Sommermonaten werden mittlerweile fast 50% der Frequenzen am Vereina verzeichnet.

Der Ertrag im Güterverkehr lag mit CHF 16.7 Mio. leicht unter den Vorjahreswerten (CHF 17.0 Mio.), jedoch im Rahmen der Budgetvorgaben. Im Berichtsjahr wurden rund 716 000 Tonnen Güter (-4% zum Vorjahr) auf dem Netz der RhB befördert. Die Ertragsentwicklung im übrigen Verkehr (CHF – 0.5 Mio.) konnte nur teilweise durch Mehrerträge in den Segmenten Lebensmittel und Baumaterial kompensiert werden.

Die Abgeltungserträge basierten auf folgenden, mit dem Kanton und dem Bund für 2007 ausgehandelten Abgeltungsvereinbarungen: Infrastruktur (CHF 65.8 Mio.), Verkehr (CHF 62.5 Mio.) und Autoverlad Vereina (CHF 1.2 Mio.).

Der Finanzertrag fiel mit CHF 4.8 Mio. deutlich besser aus als erwartet. Die Erträge konnten im Vergleich zum Vorjahr um CHF 1.9 Mio. gesteigert werden. Die höhere Liquidität und steigende Zinsen für Geldanlagen haben die Zinserträge positiv beeinflusst.

Die übrigen Betriebserträge lagen im Berichtsjahr deutlich über Budget (+23.5%) und Vorjahr (+6.5%). Mehrerträge im Drittmarktgeschäft Rollmaterial (CHF +2.4 Mio.) und Mehreinnahmen aus Pacht- und Mietverträgen (CHF +0.8 Mio.) waren für die erfreuliche Entwicklung verantwortlich.

Der Personalbestand 2007 entwickelte sich unter den Erwartungen. Für das ständige Personal wurde die Budgetvorgabe mit 1’269 PJ um 51 PJ unterschritten. In Folge des rascheren Stellenabbaus im 1. Halbjahr 2007 und der Ausnützung von natürlichen Fluktuationen konnten die Vorgaben in allen Geschäftsbereichen früher als geplant umgesetzt werden. Am 1. August wurde die Ausbildungsverantwortung für Lernende dem Ausbildungsverbund „login“ übertragen.

Der Personalaufwand reduzierte sich entsprechend gegenüber dem Vorjahreswert um 1.2% und ist einerseits auf den Rückgang der Personenjahre beim ständigen Personal und andererseits auf die Ausgliederung der Lernenden zu „login“ zurückzuführen.

Die laufenden Unterhaltskosten reduzierten sich insgesamt um CHF 0.7 Mio. Die zeitliche Verschiebung von Unterhalts- und Wartungsarbeiten sowie die laufende Erneuerung des Anlagenparks haben zu dieser positiven Entwicklung beigetragen.

Beim Grossunterhalt (nicht aktivierbare Investitionen) resultierte eine Zunahme von CHF 6.6 Mio. zum GJ 2006 und entspricht in etwa der Planungsvorgabe. Die konsequente Anwendung der Aktivierungsrichtlinien und das höhere Investitionsvolumen waren ausschlaggebend für die Zunahme dieser Aufwandposition.

Die übrigen wichtigsten Abweichungen im Betriebsaufwand im Vergleich zum GJ 2006 entstanden wie folgt:

  • Allgemeiner Aufwand Personal (CHF +0.8 Mio. für Einsatz- und Quotenentschädigung Lernende „login“).
  • Allgemeiner Aufwand Verkauf (CHF +0.7 Mio. für Mitglieder- und Kostenbeiträge).
  • Allgemeiner Aufwand Verwaltung (CHF -1.3 Mio. für Dienstleistungen Prozessoptimierung).
  • Versicherungskosten (CHF –1.0 Mio.).
  • Betriebsleistungen durch Dritte (CHF +0.5 Mio. für Gemeinschaftsdienste SBB; CHF +2.4 Mio. für Fremdpersonal in den Bereichen Rollmaterial und Infrastruktur).
  • Energiekosten (CHF –1.8 Mio. für Traktionsenergie infolge gutem hydrologischen Jahr).

Die Abschreibungen erreichten einen neuen Höchststand von CHF 64.9 Mio.:

  • Die Abschreibungen Infrastruktur erhöhten sich in der Berichtsperiode um CHF 2.7 Mio. Die Budgetwerte wurden infolge höherer nicht aktivierbarer Aufwendungen und zeitlich verzögerter Inbetriebnahmen unterschritten.
  • Abschreibungen Verkehr (CHF + 1.7 Mio.) für neues Rollmaterial.
  • Abschreibungen Diverse (CHF + 3.1 Mio.) für die Ausmusterung von Fahrzeugen im Zusammenhang mit der Umsetzung der Flottenerneuerung Etappe I und II.

Bilanz
Die Bilanzsumme erreichte im Berichtsjahr CHF 1.46 Mrd. (CHF +86 Mio. bzw. +6.3% gegenüber Vorjahr). Die Zunahme ist hauptsächlich auf höhere Liquide Mittel und die Zunahme in den Sachanlagen (Aktiven) und Finanzverbindlichkeiten (Passiven) zurückzuführen.

Investitionen
Der Mittelbedarf reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 26.4 Mio. auf Total CHF 150.2 Mio. Das für 2007 geplante Investitionsvolumen von CHF 197.6 Mio. konnte nicht erreicht werden. Im Bereich Infrastruktur wurden die Vorgaben um CHF 6.0 Mio. und im Bereich Verkehr um CHF 42.7 Mio. unterschritten. Im Verkehrsbereich waren die Optimierung des Flottenkonzepts und die zeitliche Verzögerung bei der Beschaffung von Multifunktionswagen die Hauptgründe für den tieferen Mittelbedarf im laufenden Geschäftsjahr.
Die Mittelverwendung im Bereich Verkehr wurde fast ausschliesslich für die Beschaffung von Trieb- und Anhängefahrzeuge (CHF 50.4 Mio.) verwendet. Im Bereich Infrastruktur wurden die Mittel für die Oberbau-Erneuerung (CHF 22.0 Mio.), Tunnels und Galerien (CHF 7.6 Mio.), Brücken und Viadukte (CHF 8.8 Mio.), Stations-Um- und Ausbauten (CHF 30.9 Mio.) und Fernmelde- und Sicherungsanlagen (CHF 10.3 Mio.) verwendet.

Die notwendige Finanzierung der Investitionen 2007 wurde sichergestellt durch: Bund / Kanton (CHF 89.9 Mio.) und Eigenmitteln RhB/Dritte (CHF 60.3 Mio.)

RhB – Quartalsergebnis bzw. Vorschau 2008
Der RhB ist der Start ins 2008 geglückt. Die Erträge im ersten Quartal sind im Personen- und Autoreiseverkehr nach wie vor stark und klar über Budget. Im Einzelnen: die Ertragsentwicklung der Einzel- und Gruppenreisenden liegt im Rahmen der Vorgaben; bei den Abonnementen und am Autoverlad Vereina sind kräftige Zunahmen verzeichnet worden. Im Segment Güterverkehr ist die RhB trotz ambitiösem Budget auf Kurs.

In Bezug auf die Aussichten für das restliche Jahr erwartet die RhB insgesamt ein positives Ergebnis bzw. eine Weiterführung der erfreulichen Entwicklung. Die Erträge dürften das Budget leicht übertreffen, vor allem dank den Abonnementen. Die Personalkosten werden infolge offener Stellen und Fluktuation tiefer als budgetiert ausfallen. Die angespannte Situation am Arbeitsmarkt spürt auch die RhB. Alle übrigen Kosten liegen im Rahmen der Erwartungen.


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Medienmitteilung RhB Rhätische Bahn

Autor: Redaktion

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