VSLF informiert über die SBB Koordinationssitzung GAV

Am 15. August 2008 trafen sich die Vertreter der Personalverbände mit den Leitern der Personalabteilungen der Divisionen und dem Leiter Personal, Markus Jordi.

Am 15. August 2008 trafen sich die Vertreter der Personalverbände mit den Leitern der Personalabteilungen der Divisionen und dem Leiter Personal, Markus Jordi.

Vorgehen SBB bei Streik im Ausland
Die SBB informierte, dass sie im Falle eines Streiks im Ausland keine zusätzlichen Züge führen wird (mit Ausnahmen von Leerleistungen). Zum Verhalten des Personals erhielten wir das Blatt mit den Vorgaben von Cargo SBB vom 30. August 2004. Wir fordern Vorgaben für das gesamte Personal im Falle eines Streiks im Ausland.

Neben wenigen durch die Firma UTL geführten Aushubzügen der Durchmesserlinie Zürich nach Schaffhausen werden zusätzliche Leitungen an die UTL untervergeben. Der VSLF hat von den SBB Informationen zu diesem politisch brisanten Thema verlangt. Sollten weiterhin Leitungen im grossen Ausmass an die UTL vergeben werden, wird der VSLF Gegenmassnahmen ergreifen.

Die Zahlen zur Personalzufriedenheit 2007 wurden präsentiert. Da es sich um eine Stichproben-Umfrage handelte, und infolge versehentlichem Aufdruck der Personalnummer, war der Rücklauf klein und die Zahlen sind somit praktisch nichtssagend.
Die Aussage von Philippe Gauderon im neuesten Newsletter P-OP, dass zur Steigerung der Zufriedenheit beim Lokpersonal das geforderte Eignungsprofil und die persönlichen Voraussetzungen überprüft werden, ist eine verbaler Faustschlag ins Gesicht des gesamten Lokpersonals und stellt das Sicherheitsniveau der SBB in Frage. Übersetzt heisst die Aussage, dass einfacheres, also schlechter qualifizierteres, Personal beim Führen der Züge mehr ausgelastet und somit zufriedener ist.
Gleichzeitig erhielten wir Informationen zur HP-Strategie der SBB (HR = Human Resources = Menschliche Betriebsmittel), welche eine begrüssenswerte Zentralisierung und Professionalisierung der Personalabteilungen zum Ziel hat. In der Infobroschüre ist zu lesen, dass die Mitarbeitenden der SBB über das Wissen und die Kompetenz verfügen, die für das Geschäft erforderlich ist, und entwickelt diese ständig weiter. Der Widerspruch zur Aussage im Newsletter P-OP ist offensichtlich.
Dass die Entwicklung des Wissens beim Lokpersonal durch Refresher-Kurse in der Freizeit erfolgen soll, hat der VSLF anfangs Jahr erfolgreich juristisch angefochten. Nebenbei wurden diese Kurse bei P-OP als „Massnahme zur Steigerung der Personalzufriedenheit“ angepriesen…

Bei den Personalbeurteilungen im Konzern SBB zeichnet sich ab, dass vermehrt alle Mitarbeiter mit einem C beurteilt werden. Der VSLF kritisierte, dass Kündigungsaufforderungen und Kündigungsandrohungen von Vorgesetzten anlässlich der Führungs- und Entwicklungsgespräche gegenüber dem Lokpersonal, inakzeptabel sind. Da es sich um keine Einzelfälle handelt, sondern flächendeckend durch die meisten Vorgesetzten aller Divisionen angewendet wird, müssen wir davon ausgehen, dass dies von der Leitung SBB so gewollt ist und die Vorgesetzten mit System darauf instruiert werden. Rechtliche Abklärungen von Seiten VSLF sind in Bearbeitung.

Im Anschluss an die KooGAV-Sitzung folgten Informationen der SBB über die Pensionskasse SBB. Wir werden nach Erhalt der genauen Zahlen an der nächsten Vorstandssitzung VSLF vom 19. August 2008 das weitere Vorgehen bestimmen und ausführlich besprechen.


Mehr zum Thema:

Newsletter VSLF, VSLF, Nr. 164, 16. August 2008

Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

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