Öffentlicher Verkehr Bern-Ostermundigen: Eine neue Tramlinie im Osten von Bern

Die heute schon überlastete Buslinie 10 von Bern nach Ostermundigen soll durch ein Tram ersetzt werden. Dies ist das Ergebnis einer Zweckmässigkeitsbeurteilung des öffentlichen Verkehrs in Ostermundigen. Der Bund soll sich mit einem Beitrag aus dem Infrastrukturfonds massgeblich an den Kosten beteiligen.

Doppelführung von Kursen und viele Einsteiger: Die Buslinie 10 in Bern soll durch ein Tram ersetzt werden. / Foto: RVKaid. Die heute schon überlastete Buslinie 10 von Bern nach Ostermundigen soll durch ein Tram ersetzt werden. Dies ist das Ergebnis einer Zweckmässigkeitsbeurteilung des öffentlichen Verkehrs in Ostermundigen. Der Bund soll sich mit einem Beitrag aus dem Infrastrukturfonds massgeblich an den Kosten beteiligen.

Bereits heute stösst die Buslinie 10 von Bern nach Ostermundigen an die Grenzen ihrer Kapazität. Überfüllte Fahrzeuge und ein unstabiler Betrieb sind an der Tagesordnung – trotz eines Drei-Minuten-Takts mit Gelenkbussen. Die Situation wird sich noch weiter zuspitzen, denn die Anzahl der Fahrgäste soll bis 2030 um 50 Prozent zunehmen. Mit Blick auf diese Entwicklung hat die Regionale Verkehrskonferenz Bern-Mittelland eine Zweckmässigkeitsstudie in Auftrag gegeben. Die Studie wurde von einer Behördendelegation begleitet, in der der Kanton Bern, die Gemeinde Ostermundigen und die Stadt Bern vertreten waren. Mehrere Varianten wurden geprüft: Entlastung mit der S-Bahn, Buskonzepte und verschiedene Tramführungen. Die Ergebnisse der Studie wurden im Beisein der bernischen Verkehrsdirektorin, Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer, am Donnerstag an einer Medienkonferenz in Ostermundigen präsentiert.

Keine der geprüften Alternativen zum Tram kann das Kapazitätsproblem lösen. Bei der S-Bahn ist die Entlastungswirkung zu gering. Eine geeignete zweite Busachse lässt sich nicht finden oder sie hat ebenfalls nicht die nötige Entlastungswirkung. Weitere Verdichtungen des Taktintervalls beim Bus verschärfen die heutige betriebliche Problematik und sind sehr unwirtschaftlich. Einzig das Tram kann mit der zweieinhalbfachen Kapazität eines Gelenkbusses die Probleme nachhaltig lösen. Von den verschiedenen untersuchten Tramlinienführungen ist die heutige Achse am sinnvollsten. Beim Bahnhof Ostermundigen soll das Tram mit der S-Bahn verknüpft werden. „Mit dem Tram Ostermundigen kann das Puzzle des öffentlichen Verkehrs sinnvoll zu einem funktionierenden und attraktiven Gesamtbild zusammengesetzt werden“, betonte Regierungsrätin Egger-Jenzer.

Ersten groben Kostenschätzungen zufolge belaufen sich die Investitionen auf einen Betrag in der Grössenordnung von 100 – 130 Millionen Franken. Die durchgeführte Kosten-Nutzen-Analyse zeigt jedoch, dass der Wechsel vom Bus zum Tram betriebs- und volkswirtschaftlich sinnvoll ist. Denn die Kosten der Investitionen können durch eingesparte Betriebskosten mehr als kompensiert werden.

Die Ergebnisse der Studie werden nun in Bern und Ostermundigen diskutiert. Parallel dazu hat der Kanton das Projekt im Rahmen der Agglomerationsprogramme beim Bund eingereicht. Dadurch sollte eine Mitfinanzierung durch den Infrastrukturfonds des Bundes möglich werden. Damit dies gelingt, muss das Vorhaben bis spätestens 2013 baureif sein.


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Medienmitteilung des Kantons Bern

Autor: Redaktion

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