10. Internationale Brunel Awards – Projekte von SBB und BLS ausgezeichnet

Der Internationale Eisenbahnverband (UIC) und die renommierte Watford Group haben am Dienstag (30.09.08) in Wien die 10. Internationalen Brunel Awards für herausragendes Design und Architektur vergeben. Die SBB erhielt dabei je drei Awards und Anerkennungspreise, die BLS einen Award verliehen.

erstellt am 01. Oktober 2008

Der Internationale Eisenbahnverband (UIC) und die renommierte Watford Group haben am 30. September 08 in Wien die 10. Internationalen Brunel Awards für herausragendes Design und Architektur vergeben. Die SBB erhielt dabei je drei Awards und Anerkennungspreise, die BLS einen Award verliehen.

Eine hochrangige internationale Jury unter Vorsitz des französischen Star-Architekten Dominique Perrault hat am Dienstag in Wien die 10. Brunel Awards für herausragendes Design und Architektur im Bahnwesen verliehen. Die 15 Preise und 15 Anerkennungen wurden in den Kategorien Architektur, Industrie-Design und künstlerische Gestaltung, Technische Infrastruktur und Umweltgestaltung sowie Rollendes Material vergeben. Den Hauptpreis für herausragende Leistungen in allen Kategorien gehen erstmals an die Österreichischen Bundesbahnen ÖBB.

Insgesamt hatten sich 32 Eisenbahn-Unternehmen aus 18 Ländern und 3 Kontinenten mit 161 Einreichungen um die begehrten Auszeichnungen beworben. Organisiert wurde die Ausschreibung und Preisverleihung der 10. Brunel Awards von der Watford Group für Bahn-Design gemeinsam mit der ÖBB und mit dem internationalen Eisenbahnverband UIC.

Seit ihrer Gründung haben sich die Brunel Awards als bedeutendster Bauherren-Preis im Bahnsektor etabliert. Die Einreichungen sind dementsprechend immer auch eine Leistungsschau des internationalen Bahn-Bauwesens. Von der Qualität und Visionskraft der gezeigten Projekte zeigte sich auch die Jury der Brunel Awards beeindruckt, so Jury-Vorsitzender Architekt Dominique Perrault: «Meine Kollegen und ich waren bei der Durchsicht der eingereichten Projekte begeistert. Eisenbahnen zählen zu unserem Alltag und wir schenken diesem Verkehrssystem meistens viel zu wenig Beachtung. Im Rahmen der Brunel Awards konnten wir einen spannenden Blick in die Zukunft der Bahn werfen. Die heute ausgezeichneten Projekte weisen den Weg in Richtung von sehr interessanten, menschen- und umweltgerecht gestalteten Bahnstrukturen.»

Neu Award für den Lötschberg-Basistunnel
Am 30. September 08 wurde der BLS AlpTransit AG in Wien der Brunel Award überreicht. Erhalten hat die Bauherrin des Lötschberg-Basistunnels diesen Preis für die ausgezeichnete architektonische Gestaltung der sichtbaren Teile der neuen Bahnstrecke.

Der Brunel Award ist ein internationaler Preis, der gestalterisch hervorragende Werke im Bereich Eisenbahn auszeichnet. Ins Leben gerufen wurde er vor zehn Jahren von der Watford Group, der internationalen Organisation der Bahn-Architekten und Bahn-Designer.

Mit grosser Freude nahmen Vertreter der BLS AlpTransit AG in Wien den Brunel Award für den Lötschberg-Basistunnel entgegen. Die architektonische Gestaltung der sichtbaren Teile der neuen Basis-Strecke hat die internationale, unabhängige Jury überzeugt. Sie verlieh der BLS AlpTransit AG in der Kategorie „Technische Infrastrukturbauten und Umwelt“ den ersten Preis. Für Peter Teuscher, Vorsitzender der Geschäftsleitung der BLS AlpTransit AG, ist der Brunel Award nach der termin- und kostengerechten Fertigstellung des Lötschberg-Basistunnels und dem guten Betriebsstart die Krönung der Leistungen aller Projektbeteiligten.

Die sichtbaren Teile des Lötschberg-Basistunnels umfassen die beiden Portallandschaften in Frutigen und Raron sowie die Rhonebrücken. Die architektonische Gestaltung der Bauwerke nimmt die Dynamik der schnellen Züge auf.

Die äussere Form der Portale bringt die europäische Bedeutung der Strecke sowie die Leistungen des Gemeinwesens, der Bahnen, der Ingenieure und der Bauunternehmungen angemessen und selbstbewusst zum Ausdruck. Auch der Nachhaltigkeit der Bauwerke wurde Rechnung getragen: Die offenen Strecken wurden mit grösster Rücksicht auf Landschaft und Siedlungen angelegt und ermöglichten umfangreiche Renaturierungen.

Zum Erfolg beigetragen haben im Raum Frutigen die Ingenieurgemeinschaft Frutigland und Architekt Uli Huber. Im Raum Raron waren es die Ingenieurgemeinschaft Westschweiz und die Architekten Claudine Lorenz und Rolf Mühlethaler für die Portallandschaft sowie die Ingenieurgemeinschaft 3K mit den Nunatak Architekten für die Rhonebrücken.

Die SBB konnte für ihre architektonischen Leistungen insgesamt sechs und die BLS eine Auszeichnungen entgegennehmen:

Brunel Awards in der Kategorie 1 – Architektur

  • SBB/Schweiz: Zug Rapid-transit System
  • SBB/Schweiz: Bahnhof Basel Dreispitz

Brunel Awards in der Kategorie 3 – Technische Infrastruktur und Umwelt

  • BLS / Alpintransit AG / Schweiz: Lötschberg Basistunnel
  • SBB/Schweiz: Betriebsrestaurant Olten, Tannwald

Anerkennungspreise in der Kategorie 1 – Architektur

  • SBB/Schweiz: Bahnhof Lausanne – Renovierung der Halle
  • SBB/Schweiz: Verkehrshaus Luzern
  • SBB/Schweiz: Aufwertung Bahnhof Hardbrücke in Zürich

Mehr zum Thema:

  • Alle 161 für die Brunel Awards eingereichten Projekte sind von 30. September bis 3. Oktober im Museumsquartier Wien in der Ovalhalle ausgestellt. Die Projekte bieten einen Überblick über den state of the art in Architektur und Design im Bahnwesen. Die Ausstellung ist täglich von 9.00 bis 16.00 Uhr geöffnet. Die eingereichten Projekte sind auch im Internet dargestellt: www.oebb.at/brunelawards.

Medienmitteilung SBB CFF FFS / MEDIENMITTEILUNG BLS AlpTransit / Presseinformation ÖBB / Sandro Hartmeier

Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

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