Zehntausende feierten den Neuen Bahnhofplatz Bern

Rund 17 Stunden lang feierte die Stadt Bern ihren Neuen Bahnhofplatz. Das Volksfest begann am Samstag 31. Mai 08, morgens um 9 Uhr, und dauerte bis in die frühen Morgenstunden des Sonntags. Laut Angaben der Organisatoren besuchten mehrere Zehntausend Personen das Fest, das reibungslos und störungsfrei verlief.

erstellt am 15. August 2008

Rund 17 Stunden lang feierte die Stadt Bern ihren Neuen Bahnhofplatz. Das Volksfest begann am Samstag 31. Mai 08, morgens um 9 Uhr, und dauerte bis in die frühen Morgenstunden des Sonntags. Laut Angaben der Organisatoren besuchten mehrere Zehntausend Personen das Fest, das reibungslos und störungsfrei verlief.

Zehntausende pilgerten am Samstag zum neugestalteten und sanierten Bahnhofplatz, der für das Eröffnungsfest nochmals 24 Stunden lang für den Verkehr gesperrt worden war. Laut Angaben des Organisationskomitees besuchten insgesamt mehrere Zehntausend Personen das Fest, das mit einem „Zmorge“ unter dem gläsernen Baldachin, dem neuen Wahrzeichen Berns, begann. Bereits am Freitagabend hatte in der Heiliggeistkirche ein offizieller Festakt vor rund 350 geladenen Gästen stattgefunden.

Mit den Feierlichkeiten wurde der Abschluss der Bauarbeiten am 100-Millionen-Projekt Neuer Bahnhofplatz Bern gefeiert, das die Umgestaltung und Sanierung von Bahnhofplatz, Bubenbergplatz, Christoffelunterführung, Hirschengraben und Spitalgasse umfasste. Bereits Anfang April war die Bahnhofplatzachse wieder für den Durchgangsverkehr geöffnet worden, und auch der Baldachin hatte sich in den letzten Wochen immer mehr seiner Konstruktionsgerüste entledigt. Für das Eröffnungsfest blieb eine echte Premiere übrig: Die neue Christoffelunterführung mit 15 neuen Ladengeschäften wurde am Samstagmorgen erstmals dem Publikum geöffnet.

Von 9 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachts wurde verteilt auf insgesamt zehn Bühnen eine Fülle von Attraktionen geboten. Die Palette reichte von Klassik und Volksmusik über Zigeunermusik, Chansons, Rap und Rockmusik bis zu kulturhistorischen Führungen, Vorlesungen und Filmvorführungen. Höhepunkt war am Abend auf der Hauptbühne der Auftritt der Mundartrocker Span, die eigens für das Bahnhofplatzfest ein einmaliges Programm mit den „special guests“ Toni Vescoli, Jamie Wong-Li, Yvonne Moore und Bubi Rufener einstudiert hatten.

Für ein vielfältiges kulinarisches Angebot sorgten rund zwanzig Gastronomiebetriebe aus der Umgebung des Bahnhofplatzes. Ins Fest integriert waren auch das Burgerspital und die Heiliggeistkirche, die sich aktiv mit eigenen Beiträgen am Programm beteiligten und sich des Ansturms der Besucherinnen und Besucher kaum erwehren konnten.

Ermöglicht wurde das Eröffnungsfest, das reibungslos und störungsfrei verlief, dank der Unterstützung privater Sponsoren, insbesondere der Genossenschaft Migros Aare, der RailCity / SBB sowie der UBS AG. Weitere namhafte Beiträge leisteten der Libero-Tarifverbund, die Post, die Mobiliar und die Stadtbauten Bern.

Neuer Bahnhofplatz Bern:„Die Operation am offenen Herzen ist geglückt“

Am Vorabend des grossen Bahnhofplatzfests haben sich an die 400 geladene Gäste in der Heiliggeistkirche zur offiziellen Eröffnungsfeier für den Neuen Bahnhofplatz Bern eingefunden.

Behörden- und Parlamentsmitglieder aus Stadt, Region und Kanton Bern, Vertretungen der Bauherrengemeinschaft und der ausführenden Baufirmen, Projektbeteiligte aus Verwaltung und Privatwirtschaft sowie weitere geladene Gäste fanden sich am Freitag abend in der Heiliggeistkirche zur offiziellen Eröffnungsfeier für den Neuen Bahnhofplatz Bern ein. Nach der Begrüssung durch Erika Jaun-Rüfenacht, Co-Präsidentin der Kirchgemeinde Heiliggeist und gleichsam Gastgeberin für die Eröffnungsfeier, konnte Baudirektorin Regula Rytz „nach jahrelanger Planung, zähen politischen Debatten und 16 Monaten intensiver Bautätigkeit“ mit Genugtuung feststellen: „Die Operation am offenen Herzen ist geglückt.“

Bahnhöfe seien bekanntlich das Herz einer Stadt, sagte die Direktorin für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün gemäss vorbereitetem Redetext. Das gelte auch in Bern, wo rund um den Bahnhof täglich über 200’000 Menschen zu Fuss, per Velo, Tram, Bus oder Auto unterwegs seien. „Wer hier etwas verändern will, greift tief ins urbane, aber auch ins regionale und kantonale Leben ein.“ Die Sanierung und Neugestaltung des Berner Bahnhofplatzes sei deshalb von Anfang an umstritten gewesen. Rytz erinnerte daran, dass das „kühne Projekt“ der Architekturbüros marchwell, BSR Architekten und Atelier 5 in der Variante Baldachin die Kreditabstimmung vom Juni 2005 „nur knapp überstanden“ hatte.

„Durch die Mühsal zu den Sternen“

Weiter führte sie aus, für die komplexe Baustelle am Bahnhofplatz habe sie sich von Anfang an einen Leitsatz des römischen Philosophen Seneca zum Motto genommen: „Durch die Mühsal zu den Sternen“. Vor dem Start der Bauarbeiten im Januar 2007 hätten Angst vor Veränderung, vor Lärm, beschwerlichen Umwegen und Umsatzeinbussen überwogen. Die Einschränkungen seien tatsächlich gross gewesen, doch sei die „Mühsal“ mehrheitlich gut akzeptiert worden, und mit jeder Bauphase seien der Respekt vor der harten Arbeit der Bauleute und auch die Neugier gewachsen: Aufbruchstimmung sei aufgekommen, während die Baumaschinen „Schicht für Schicht eines neuen Raumgefühls“ freigelegt hätten. Der Schlusspunkt sei mit dem Baldachin gesetzt worden – dem „gestalterischen Symbol für den neuen Bahnhofplatz, aber auch Glas des Anstosses für alle Zweiflerinnen und Kritiker“.

Mit dem Umbau des Bahnhofplatzes sei die Stadterneuerung im Herzen von Bern nicht abgeschlossen, hielt die Gemeinderätin weiter fest: Stadt und Kanton prüften bereits die nächsten Schritte, ein Tiefbahnhof und private Bauprojekte seien im Gespräch, und die einjährige Sperrung des Bahnhofplatzes habe einen verkehrspolitischen Meinungsumschwung ausgelöst. Es sei deshalb gut möglich, dass in der Geschichte des Berner Bahnhofplatzes schon bald wieder ein neues Kapitel aufgeschlagen werde.

Einstweilen galt es aber, den am jüngsten Kapitel Beteiligten zu danken. Und weil so viele sich um den neuen Bahnhofplatz verdient gemacht haben, fasste die Baudirektorin notgedrungen ihren Dank zusammen: Sie dankte der Stadtbevölkerung und namentlich den Anrainerinnen und Nachbarn des Bahnhofplatzes für das Verständnis und die grosse Geduld während der Umbauzeit; Bernmobil für „die Kunst, auch während des Umbaus den öffentlichen Verkehr unter widrigen Umständen aufrecht zu erhalten“; allen fünf Bauherrschaften für die gute und zielgerichtete Zusammenarbeit; schliesslich den beteiligten Bau- und Planungsfirmen und der Totalunternehmung „für ihre grossartigen Leistungen, die sie mit hoch motiviertem und stark belastetem Personal vor unseren Augen täglich vollbracht haben“.

Berns neue Visitenkarte

Stadtpräsident Alexander Tschäppät nannte den neuen Bahnhofplatz „die neue Visitenkarte und das neue Eingangsportal zum Weltkulturerbe in der unteren Altstadt“. Er spannte in seiner persönlich gefärbten Ansprache den Bogen vom „alten Bahnhof“ seiner Kindheit bis zu den harten politischen Auseinandersetzungen um Glasdach und Verkehrsführung, die er noch als Planungsdirektor (und Vorgänger von Regula Rytz) erlebt hatte. Heute – so berichtete er gemäss vorbereitetem Redetext – beantworte er in seiner neuen Funktion als Stadtpräsident nur die Briefe, „in denen man mich fragt, wieso denn um Himmelswillen der Baldachin bloss so klein gebaut wurde und wann endlich der Individualverkehr vom Bahnhofplatz verschwinde“. Aber das sei eben Politik, sagte Tschäppät: „Was gestern undenkbar war, ist heute gerade mal gut genug und morgen schon längst überholt.“

Als vierter Redner ergriff SBB-Chef Andreas Meyer das Wort. Er freue sich über den neuen Bahnhofplatz und vor allem über die neu gestaltete Christoffelunterführung. Die Kundinnen und Kunden der SBB nähmen den Bahnhof Bern als Einheit wahr. Er sei deshalb froh, dass SBB und Stadt Bern künftig noch enger zusammenarbeiteten und sich Passantinnen und Passanten überall im Bahnhof wohl fühlten.

Abgeschlossen wurde der – musikalisch von Jürg Brunner (Organist Heiliggeistkirche) und Markus Linder (Alphorn) umrahmte – Festakt mit der Uraufführung des Dokumentarfilms „50 Jahre Umbau Bahnhof Bern“ von Mac W. Schneider (Zbinden Film). Anschliessend begab sich die Festgemeinde zum gemütlichen Teil in die Christoffelunterführung.

Neu Nachtarbeiten am Hirschengraben

Am nördlichen Ende des Hirschengrabens werden ab der Nacht vom Dienstag, 21. Oktober 2008, auf Mittwoch, 22. Oktober 2008, ca. eine Woche lang Sanierungsarbeiten an den Tramfugen ausgeführt. Diese erfolgen im Rahmen der Garantiearbeiten für das Projekt Neuer Bahnhofplatz Bern.

Die Arbeiten finden in der Nacht jeweils zwischen 22.00 und 06.00 Uhr statt, damit der Betrieb von Bernmobil möglichst wenig gestört wird und alle Verkehrsbeziehungen aufrechterhalten werden können.

Ältere Mitteilung zum Thema:

Neuer Bahnhofplatz Bern: Nach dem Abschluss der Bauarbeiten wird gefeiert

16 Monate nach dem Spatenstich konnten die Bauarbeiten am Neuen Bahnhofplatz Bern pünktlich und termingerecht Ende Mai abgeschlossen werden. Am Samstag, 31. Mai 2008, wurde der Abschluss des 100-Millionen-Projekts mit einem grossen Volksfest gefeiert. An einer Medienkonferenz im Burgerspital hielt Baudirektorin Regula Rytz Rückschau auf eine „bewegte Zeit“.

Seit Januar 2007 haben Bauarbeiten das Leben rund um den Berner Bahnhof geprägt. Jetzt, rechtzeitig zur Fussballeuropameisterschaft, steht das Projekt Neuer Bahnhofplatz Bern, das die Umgestaltung und Sanierung von Bahnhofplatz, Bubenbergplatz, Christoffelunterführung, Hirschengraben und Spitalgasse umfasst, termingerecht vor dem Abschluss. Bereits Anfang April wurde die Bahnhofplatzachse wieder für den Durchgangsverkehr geöffnet. Seither wird intensiv an der Konstruktion des Baldachins und dem Ausbau der Christoffelunterführung gearbeitet. Bis 31. Mai sollen alle Teilprojekte abgeschlossen sein. Punktuell wird es allerdings nach der EURO 08 noch zu einzelnen Nachbesserungs- und Optimierungsarbeiten kommen.

Ohne gravierende Zwischenfälle

„Wir wussten damals trotz aller Vorkehrungen und Pläne nicht so genau, was auf uns zukommen würde“, erinnerte sich Regula Rytz, Direktorin für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün. Sicher sei nur gewesen, dass „Verständnis und Geduld, Flexibilität und Improvisation, dazu Aufmerksamkeit und Vorsicht“ von allen Verkehrsteilnehmenden, von Anrainern und Gewerbetreibenden, von Passanten und Touristen, von Ladenbesitzern und ihrer Kundschaft gefragt sein würden. „Heute“, so zog Rytz Bilanz, „können wir festhalten, dass alle Beteiligten und Betroffenen diese Fähigkeiten und Qualitäten geradezu bravourös unter Beweis gestellt haben.“ Das Jahr der Umwege sei nun fast vorbei. Nur die Fussgängerinnen und Fussgänger müssten sich noch etwas gedulden: Erst mit der Öffnung des eigentlichen Bahnhofplatzes und der Christoffelunterführung werden alle Wege und Aufgänge zur Verfügung stehen.

Besonders zufrieden zeigte sich Rytz über den Umstand, dass es keine gravierenden Zwischenfälle und Unfälle gegeben habe und auch „nur selten Unmut über die Unannehmlichkeiten, den Lärm, den Staub, die Umwege und Umleitungen“ laut geworden sei. Oft sei dagegen ausdrücklich Anerkennung geäussert worden für die beeindruckenden Leistungen der Bauarbeiter, der Bauführung und der Projektleitung.

Der neue Bahnhofplatz und seine Geschichte

Dr. Armand Baeriswyl, Leiter der Stadt-, Burgen- und Kirchenarchäologie im Archäologischen Dienst des Kantons Bern zog an der Medienkonferenz seinerseits Bilanz über die archäologischen Untersuchungen während der Bauarbeiten. Anders als noch anlässlich des Bahnhofumbaus in den 1960er-Jahren sei der Einsatz der Archäologen dieses Mal von Anfang an eingeplant worden. Die Zeit für notwendige Grabungen sei im Voraus im Bau- und Projektablauf berücksichtigt worden. Es sei denn auch eine Reihe von interessanten archäologischen Erkenntnissen gewonnen worden. Die Sanierung der Unterführung gab dem Archäologischen Dienst zudem die Gelegenheit, die Reste der Christoffelturm-Befestigung zu reinigen, zu sanieren und künftig mittels eines ausgeklügelten Beleuchtungskonzepts neu zu präsentieren.

Mit der neueren und neusten Geschichte des Bahnhofs und seiner Umgebung befasst sich das Buch „Ankommen in Bern“ von Bernhard Giger und Hansueli Trachsel, das Ende Mai vom Stämpfli-Verlag herausgegeben wird: Das Buch blickt in einer kommentierten Bildergeschichte zurück auf 150 Jahre bewegte Stadtgeschichte am Bahnhof und in einer Fotoreportage auf 16 Monate Umbau des Bahnhofplatzes. Unter demselben Titel und mit ähnlicher Thematik wird am 29. Mai eine Ausstellung eröffnet, die bis Ende Juli im Kornhaus zu sehen sein wird. Schliesslich wird im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten Mac W. Schneiders halbstündiger Dokumentarfilm „50 Jahre Umbau Bahnhof Bern“ in der Heiliggeistkirche uraufgeführt. Der Film dokumentiert einerseits – in Schwarzweiss – den Bahnhofumbau in den Jahren 1957 bis 1974 und zeigt andererseits – in Farbe –, wie der Bahnhof Bern und seine Umgebung in den Jahren 2000 bis 2008 umgestaltet wurden.

Dampftram am Eröffnungsfest

Das Dampftram verkehrte durch die Tramschlaufe (Schlaufe Bubenbergplatz / Christoffelgasse / Bundesgasse / Schwanengasse). Die Schnupperfahrten starteten auf der Höhe der Bushaltestelle Bahnhof der Linien 13/14.

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Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

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