Konstruktiver Dialog zwischen den VBZ und den Gewerkschaften aufgenommen

Aufgrund der Vorarbeit einer Expertengruppe, bestehend aus Mitgliedern der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) und der Gewerkschaften, haben das VBZ-Management und die Gewerkschaften vpod, syna und transfair eine intensive, konstruktive Diskussion geführt. Dabei konnten einige Unklarheiten beseitigt werden.

erstellt am 31. Oktober 2008

Aufgrund der Vorarbeit einer Expertengruppe, bestehend aus Mitgliedern der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) und der Gewerkschaften, haben das VBZ-Management und die Gewerkschaften vpod, syna und transfair eine intensive, konstruktive Diskussion geführt. Dabei konnten einige Unklarheiten beseitigt werden.

Die VBZ haben in diese Verhandlung einen konstruktiven Lösungsvorschlag eingebracht. Es wurde vereinbart, dass die Gewerkschaften diesen Vorschlag bis Mitte nächster Woche in ihren Gremien prüfen und darüber entscheiden. Den VBZ ist es ein zentrales Anliegen, gemeinsam mit den Gewerkschaften eine tragfähige Lösung zu erarbeiten. In diesem Konflikt, der letzte Woche von der Gewerkschaft vpod mit einer Demonstration vor dem Rathaus an die Öffentlichkeit getragen wurde, vertreten die VBZ und die Gewerkschaften bezüglich der Ausgestaltung der Dienstplanmodelle unterschiedliche Auffassungen. Dabei geht es um die Art und Weise, wie die 1’100 Mitarbeitenden im Fahrdienst über die 365 Tage im Jahr so eingesetzt werden, damit am Steuer der über 500 VBZ-Fahrzeuge immer eine Fahrerin oder Fahrer sitzt, um die vorgegebene Fahrplanleistung zu erfüllen. Die VBZ sind der Meinung, dass hier ein Problem vorliegt, das wirklich mit dem guten Willen aller Beteiligten gemeinsam gelöst werden kann.

Neu VBZ: Kompromiss nur gegen flankierende Massnahmen

Die Gewerkschaften und die VBZ konnten sich noch nicht einigen. Der Kompromissvorschlag der VBZ ist aus der Sicht der Verbände zu wenig substanziell. Der vpod und die anderen Verbände schliessen eine allfällige Einigung basierend auf dem Vorschlag der VBZ trotzdem nicht aus, knüpfen diese allerdings an die Erfüllung gewisser Bedingungen.

Am 31. Oktober hat die VBZ-Direktion Vertretern der Personalverbände vpod, transfair und syna einen Kompromissvorschlag im Konflikt um die Dienstplanung 2009 unterbreitet. Dieser Kompromiss sieht zwar vor, dass das VBZ-Schichtpersonal wieder zwischen mehreren Arbeitszeitmodellen, so genannten Turnusmodellen, wählen kann, allerdings erst per Fahrplanwechsel 2009/2010. Das Personal hat ein Jahr lang nach dem neuen Regime zu arbeiten, denn die VBZ halten an ihren Absichten fest, die gängigen Arbeitszeitmodelle per Dezember 2008 abzuschaffen und nur noch zwei Modelle anzubieten.

Der Kompromissvorschlag zwingt einen grossen Teil des Personals, ein Jahr lang die negativen Folgen einer desaströsen Fehl-Dienstplanung zu tragen, denn die Arbeitsbedingungen verschlechtern sich mit dem neuen Regime massiv. Die Verbände konnten belegen, dass ihre alternativen Arbeitszeitmodelle sowohl gesetzeskonform wie praktikabel sind. Nun haben die VBZ betriebliche und organisatorische Gründe genannt, weshalb sie von ihren Absichten für die laufende Dienstplanung nicht abrücken könne. Die Verbände und grosse Teile des Personals sind nach wie vor verärgert über die Vorgänge der letzten Monate und die späte Einsicht der VBZ, die Mitwirkungsrechte künftig wieder zu achten.

Das Personal ist nur dann gewillt eine Übergangsphase von einem Jahr hinzunehmen, wenn flankierende Massnahmen das neue VBZ-Arbeitsregime begleiten. Diese flankierenden Massnahmen sollen nach der Vorstellung der Gewerkschaften in einer Vereinbarung zwischen den Verbänden und der VBZ festgehalten und umgehend umgesetzt werden. Die Verbände werden sich mit der VBZ nur dann einigen, wenn diese flankierenden Massnahmen zugesagt werden. Die Verbände sind überzeugt, dass diese betrieblichen Massnahmen praktikabel sind und für das betroffene Personal ein Minimum an Kompensation darstellen.

Ende Juli hatten die VBZ die Verbände über ihre Absichten informiert, alle gängigen Arbeitszeitmodelle für das Schichtpersonal abzuschaffen und nur noch zwei Modelle anzubieten. Die Verbände reagierten konsterniert und forderten ihre gesetzlichen Mitwirkungsrechte ein, ohne Erfolg. Erst nach der Intervention des Departementsvorstehers konnten die Verbände Ende September ihre Turnusmodelle einreichen. Diese haben sich nun als praktikabel und gesetzeskonform erwiesen.

Bereits im August hatte eine schriftliche Befragung des Fahrpersonals eine klares Stimmungsbild gezeichnet: 84% waren mit den Absichten der VBZ nicht einverstanden, 82% gaben den Verbänden das Mandat, Kampfmassnahmen zu planen, wenn es zu keiner Einigung käme.

VBZ Züri-Linie / DURI BEER, VPOD Zürich

Autor: Redaktion

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