Konstruktiver Dialog zwischen den VBZ und den Gewerkschaften aufgenommen

Aufgrund der Vorarbeit einer Expertengruppe, bestehend aus Mitgliedern der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) und der Gewerkschaften, haben das VBZ-Management und die Gewerkschaften vpod, syna und transfair eine intensive, konstruktive Diskussion geführt. Dabei konnten einige Unklarheiten beseitigt werden.

ARCHIV

Keine Einigung im VBZ-Arbeitsdiktat – Kompromissvorschlag der VBZ

Im Streit um die Dienstplanung 2009 ist es zu keiner Einigung zwischen den Verbänden und der VBZ gekommen. Doch die VBZ haben einen Kompromissvorschlag vorgelegt, den die Verbände prüfen werden. Am Donnerstag werden sie ihren Entscheid kommunizieren.

Der Kompromissvorschlag der VBZ weicht von den Forderungen der Verbände ab. Er sieht zwar vor, dass künftig die Mitwirkung der Verbände in der Frage der Dienstplanung neu geregelt wird. Eine rasch zu gründende Dienstplanungs-Kommission, bestehend aus Experten der Verbände und der VBZ, soll künftig für die Ausarbeitung mehrerer Turnusmodelle verantwortlich sein. Bisher verlief das Vernehmlassungsverfahren in erster Linie über das Prinzip der Anhörung, neu könnten die Verbände mitentscheiden. Für die laufende Dienstplanung halten die VBZ jedoch an ihren Absichten fest, per 14. Dezember 2008 mit nur zwei Arbeitszeitmodellen zu beginnen. Nichts desto trotz sollen die alternativen, von der Dienstplanungskommission ausgearbeiteten Turnusmodelle möglichst rasch dem Personal zur Wahl gestellt und eingeführt werden.

Die Verbände werden nun den Kompromissvorschlag intern und untereinander diskutieren. Der Ausgang der Diskussionen ist offen. Fest steht einzig, dass die Forderung nach Beibehaltung von vier der fünf Modelle per Dezember 2008 nicht erfüllten wurden, nicht erfüllt werden könnten. Bis Ende der nächsten Woche werden die Verbände entscheiden.

Starke Manifestation gegen das VBZ-Arbeitsdiktat

Über Hundert VBZ-Angestellte haben am 22. Oktober 08 gegen das neue VBZ-Turnusregime protestiert. Mit Fahnen, Transparenten und Flugblättern haben sie bei den Gemeinderätinnen und Gemeinderäte um Verständnis für ihre Rechte und Bedürfnisse geworben.

Die Verkehrsbetriebe Zürich wollen per Dezember 2008 alle flexiblen Arbeitszeitmodelle abschaffen und nur noch zwei Modelle anbieten. Über diese Massnahme, die im Dezember 2008 eingeführt wird, haben die VBZ die Verbände im Juli informiert. In den vergangenen Wochen hat der vpod sowie die Verbände transfair und syna hinter den Kulissen eine einvernehmliche Lösung gesucht, ohne Erfolg. Mit einer offensichtlichen Verzögerungstaktik wollen die VBZ nun die Verbände vor vollzogene Tatsachen stellen, nachdem diese per 30. September 08 und dank der Intervention des Departementchefs ihre Beweisführung eingereicht haben, wonach mindestens drei der bisherigen Arbeitszeitmodelle gesetzeskonform sind und somit beibehalten werden könnten. Am 31. Oktober findet ein letztes Treffen zwischen den Verbänden und der VBZ zum Thema Dienstplanung statt, in dem die VBZ kommunizieren wird, ob sie die Forderungen der Verbände erfüllen.

Rund 84% von rund 600 Fahrerinnen- und Fahrern sind gegen die Abschaffung der flexiblen Arbeitszeitmodelle, nahezu alle verlangen einen fairen, transparenten Umgang mit den Betriebsferientagen, 82% würden die Lancierung von Kampfmassnahmen unterstützen, falls es zu keiner Einigung kommt.

Die Kundgebung vor dem Rathaus war ein eindrückliches Manifest eines beachtlichen Teils des VBZ-Fahrpersonals. Es will sich weder die Betriebferientage nehmen lassen, noch die Abschaffung ihrer Turnusmodelle hinnehmen. Es hat gezeigt, dass es im Widerstand gegen die unnötigen, familien- und angestelltenfeindlichen Absichten der VBZ selbst der widrigsten Wetterbedingungen trotzt.

DURI BEER, VPOD Zürich

Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

Schreibe einen Kommentar