Historic RhB Jahresbericht 2008: Welterbe „Rhätische Bahn“ in der Landschaft Albula/Bernina

Die beiden Bahnstrecken der Rhätischen Bahn in der Landschaft Albula/Bernina wurden am 7. Juli 2008 in die Welterbe-Liste der UNESCO eingeschrieben. Neben dem karolingischen Kloster St. Johann in Müstair ist damit ein zweites Kulturgut auf dem Gebiet Graubündens als von aussergewöhnlichem universellen Wert anerkannt worden. Diese Würdigung der Albula- und der Berninalinie der Rhätischen Bahn als herausragendes technisches, architektonisches und landschaftliches Ensemble war auch für historic RhB das Ereignis des Jahres 2008. „Die beiden Linien, die heute als eine einzige transalpine Eisenbahnlinie in Erscheinung treten, zeigen in umfassender Weise vielfältige innovative Lösungen, die von einem bedeutenden Austausch von gesellschaftlichen und kulturellen Werten in der Entwicklung der Bergbahntechnologie zeugen. Dies aufgrund ihrer Errungenschaften auf dem Feld der Architektur und der Ingenieurbaukunst sowie der ästhetischen Harmonie mit der durchfahrenden Landschaft.“ (Zitate Dr. Oliver Martin, Bundesamt für Kultur)

Die beiden Bahnstrecken der Rhätischen Bahn in der Landschaft Albula/Bernina wurden am 7. Juli 2008 in die Welterbe-Liste der UNESCO eingeschrieben. Neben dem karolingischen Kloster St. Johann in Müstair ist damit ein zweites Kulturgut auf dem Gebiet Graubündens als von aussergewöhnlichem universellen Wert anerkannt worden. Diese Würdigung der Albula- und der Berninalinie der Rhätischen Bahn als herausragendes technisches, architektonisches und landschaftliches Ensemble war auch für historic RhB das Ereignis des Jahres 2008. „Die beiden Linien, die heute als eine einzige transalpine Eisenbahnlinie in Erscheinung treten, zeigen in umfassender Weise vielfältige innovative Lösungen, die von einem bedeutenden Austausch von gesellschaftlichen und kulturellen Werten in der Entwicklung der Bergbahntechnologie zeugen. Dies aufgrund ihrer Errungenschaften auf dem Feld der Architektur und der Ingenieurbaukunst sowie der ästhetischen Harmonie mit der durchfahrenden Landschaft.“ (Zitate Dr. Oliver Martin, Bundesamt für Kultur)

Als Organisation, die sich der Erhaltung und der Pflege des historischen Erbes, namentlich der historischen Fahrzeuge der Rhätischen Bahn, widmet, bedeutet für uns die Verleihung eines der wichtigsten kultur-historischen Titels an die RhB auch Verpflichtung, den übernommenen Auftrag weiterzuführen. Im Vergleich zu den gewürdigten technischen, architektonischen und landschaftlichen Kriterien der beiden Bahnstrecken weisen die Fahrzeuge, auch wenn sie für Funktion und Betrieb einer Eisenbahn nicht weniger wichtig sind, eine vergleichbar kurze Lebensdauer auf. Sie können deshalb nie Anspruch auf entsprechende Würdigung erheben.

Trotzdem bedeutet die Hebung dieser beiden Bahnlinien in den „Adelsstand“ auch für uns Auftrag und Verpflichtung. Auftrag in dem Sinn, aus dem noch reichen Bestand an historischen RhB-Fahrzeugen mit wissenschaftlicher Unterstützung durch die Denkmalpflege einige Exemplare zu restaurieren, zu pflegen und zu erhalten, die für die Geschichte des Unternehmens und des Bündner Tourismus oder aus der Sicht der Technik einmalig waren. Verpflichtung in dem Sinn, diese Fahrzeuge in betriebsfähigem Zustand bei Sonderfahrten oder anderen Anlässen dem Reisepublikum zugänglich zu machen.

Zukunft von Historic RhB: Ausrichtung auf den Markt
Die aus unterschiedlichen Motiven mit unterschiedlichen Zielsetzungen gegründeten Vereine, die zur Zeit unter dem Dach von „historic RhB“ zusammengeschlossen sind, haben erkennen müssen, dass ihr Eigenleben nicht zukunftstauglich ist. Wir können nicht erwarten, dass jeder dieser Vereine allein von der RhB ernstgenommen wird, sondern nur als Gemeinschaft. Eine Neuorganisation soll uns diesem Ziel näherbringen. Schliesslich wollen wir alle dasselbe: das historische Erbe der RhB pflegen und erhalten!

Es war denn im Berichtsjahr 2008 auch eine der Hauptaufgaben von historic RhB, zusammen mit der Rhätischen Bahn und den Vereinen, sich diesen Zielen zu nähern.
In Arbeitsgruppen, an Gesprächen an Vereinsversammlungen und in den offiziellen Gremien des Dachverbandes ist die neue Ausrichtung entworfen, im April 2008 vorgestellt und von den Vereinsdelegierten einstimmig gutgeheissen worden. Sie heisst: Ausrichtung auf den Markt!

Die Rhätische Bahn will das gut erhaltene historische Potenzial fortan vermehrt nutzen, um damit noch erfolgreicher aufzutreten. Ein Product-Manager wird sich um diese Sparte kümmern. Zusammen mit den Reisespezialisten von historic RhB will er für interessierte Partner entsprechende Erlebnisprogramme schaffen.

Ein aus Vertretern von historic und der RhB bestehendes Führungsorgan wird die Umsetzung begleiten. Damit anerkennt die RhB ihr Interesse auch für diesen historischen Teil ihres Angebotes. Als Marktführerin im Bahnverkehr unseres Kantons setzt sie damit ein entscheidendes Zeichen! All die vielen Gönner und Sponsoren werden dies erfreut zur Kenntnis nehmen.

Diese Botschaft ist an allen Generalversammlungen der Vereine wohlwollend begrüsst worden. Als Folge dieser neuen Organisation ist eine Statutenrevision im Gange. Auch soll der aus dem Jahr 2004 stammende Zusammenarbeitsvertrag zwischen historic und der Rhätischen Bahn überarbeitet werden.

Am 24./25. Mai ist der neue Bahnhof SBB/RhB in Chur mit einem grossen Fest offiziell eingeweiht worden. Die bei solchen Gelegenheiten üblichen Publikumsfahrten mit modernen und historischen Zügen fanden grosses Interesse, zu unserer grossen Freude besonders die Fahrten mit Dampfzügen und dem Alpine Classic Pullman-Express.

Ergänzend zu den Fahrzeugen haben sich neben der RhB die Denkmalpflege und historic RhB auch an der baulichen Erhaltung eines Gebäude-Ensembles am Bahnhof Filisur beteiligt, das 1909 errichtet wurde.

Beim Club 1889 gehen die Restaurierungsarbeiten der Dampflok „Heidi“, G ¾ Nr. 11 und beim Bernina-Krokodil, Ge 4/4 Nr. 182, dem Abschluss entgegen. Beide Fahrzeuge scheinen äusserlich bereits fahrfähig. Doch warten auf die Fachleute – alle im Freiwilligen-Einsatz – im Innern noch grosse Herausforderungen.

Die vor zehn Jahren total erneuerten Pullman-Wagen zeigen erste Abnützungs-Erscheinungen und benötigen dringend zumindest eine Pinsel-Revision, damit sie auch
weiterhin als stolze Repräsentanten einer traditionsbewussten RhB gelten dürfen.
Der zu diesem Luxuszug aus der Belle Epoque gehörende Piano-Barwagen ist indes erst in den Köpfen Wirklichkeit.

In Wiesen ist im Spätherbst 2008 der Verein „IG Zügen/Landwasser“ gegründet worden. Die aus Vertretern der Landschaft Davos bestehende Gruppierung will Aktivitäten rund um die Bahnlinie Davos-Filisur entwickeln und soll sich 2009 auch dem Dachverband historic RhB anschliessen. Für historic ist dieser Zuwachs ein grosser Gewinn, haben wir damit doch die Chance, auch in der Landschaft Davos Sympathisanten und Gönner zu finden.

Neues Präsidium ab 2009
Nach fast sechsjähriger Tätigkeit für den Dachverband historic werde ich im Frühjahr 2009 als Präsident zurücktreten. Ich habe in dieser Zeit versucht, fünf unabhängige Vereine zu einer Einheit zusammenzuführen und dieser Einheit auch ein neues Profil zu geben. Die vergangenen Jahre waren reich an schönen Erlebnissen, geprägt von neuen Freundschaften und voll von Vorfreude auf schöne Fahrten mit unseren historischen Zügen durch die Täler Graubündens. Ich gehe nun mit der Gewissheit, zusammen mit hunderten von Freiwilligen-Arbeitern einen Beitrag geleistet zu haben, Graubünden und der RhB einige wunderschöne Exemplare ihrer Bahn-Geschichte zu hinterlassen.

Ich gehe auch mit der Gewissheit, dass meine Nachfolgerin und meine Kollegen im Vorstand dieses Erbe weiterhin umsichtig pflegen und ebenso lieben werden.

Dank
Mein grosser Dank gilt allen meinen Mitstreitern bei allen Vereinen von historic RhB für die Freundschaft, der Geschäftsleitung und den Mitarbeitern der Rhätischen Bahn für die immer gute und offene Zusammenarbeit und das Verständnis für unsere nicht immer einfachen Anliegen. Besonderen Dank auch der Kantonalen Denkmalpflege für die Begleitung unserer Projekte, der Fachstelle öffentlicher Verkehr unseres Kantons und all den vielen Bekannten und Freunden von nah und fern für ihre Treue und ihren Glauben an unsere Sache (und ihre finanziellen Beiträge….,die wie immer ausschliesslich unserer historischen Aufgabe zugute kommen.)
Ich werde fortan als Zaungast mit dabei sein, wenn neben den modernsten Expresszügen immer wieder auch ratternde und schnaubende Oldtimer das Landschaftsbild beleben.

Historic RhB, Willy Hochstrasser

Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

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