Zweite Etappe der Glattalbahn feierlich eingeweiht – Erste Glattalbahn-Linie 10 vom Flughafen zum Hauptbahnhof

Mit einer Fahrt entlang und auf der neu gebauten Strecke haben am 12. Dezember 2008 rund 450 Projektbeteiligte und Gäste aus Politik, Wirtschaft und von Verwaltungsstellen der Stufen Bund, Kanton und Gemeinden die zweite Etappe der Glattalbahn feierlich eingeweiht. Als prominenter Ehrengast mit dabei war auch die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Rita Fuhrer. Einer der Höhepunkte der Veranstaltung war der effektvoll inszenierte Auftritt eines neuen Cobras im Design der VBG Verkehrsbetriebe Glattal AG (VBG).

erstellt am 12. Dezember 2008 @ 15:47

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Mit einer Fahrt entlang und auf der neu gebauten Strecke haben am 12. Dezember 2008 rund 450 Projektbeteiligte und Gäste aus Politik, Wirtschaft und von Verwaltungsstellen der Stufen Bund, Kanton und Gemeinden die zweite Etappe der Glattalbahn feierlich eingeweiht. Als prominenter Ehrengast mit dabei war auch die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Rita Fuhrer. Einer der Höhepunkte der Veranstaltung war der effektvoll inszenierte Auftritt eines neuen Cobras im Design der VBG Verkehrsbetriebe Glattal AG (VBG).

Die zweite Etappe umfasst die 5,3 Kilometer lange, zweigleisige Neubaustrecke von Glattpark (Ambassador) via Bahnhof Glattbrugg, Bahnhof Balsberg, Zürich Flughafen zur Wendeschlaufe Flughafen Fracht, welche unter der Gesamtprojektleitung der VBG und zahlreichen Beauftragten gebaut wurde. Gleichzeitg werden zwei weitere Module aus dem Gesamtverkehrsprogramm in Betrieb genommen. Einerseits die rund 450 Meter lange Tramverbindung zwischen Bahnhof Oerlikon Ost (Schaffhauserstrasse) und Leutschenbach (Airgate), welche durch die Baufachorgane der Stadt Zürich erstellt wurde. Dieses Verbindungsstück schafft die Voraussetzung, dass die Glattalbahn-Linie 10 attraktiv mit dem Bahnhof Oerlikon verknüpft werden kann. Andererseits wurde die verlängerte Birchstrasse zwischen Glattbrugg und dem Flughafen gebaut, um den Durchgangsverkehr aus der Flughofstrasse auslagern zu können. Das Eigentrassee für die Glattalbahn hat diese Massnahme bedingt. Die Investitionskosten für die zweite Etappe der Glattalbahn liegen bei knapp 210 Millionen Franken, für die Tramverbindung bei 18 Millionen Franken und für die verlängerte Birchstrasse bei 52 Millionen Franken. Die Bauzeit für die zweite Etappe der Glattalbahn betrug zweieinhalb Jahre. Über die Neubaustrecken verkehrt ab dem Fahrplanwechsel am Sonntag, 14. Dezember 2008, die neue Linie 10 vom Hauptbahnhof zum Flughafen Zürich.

Betriebsbewilligung und Personenbeförderungskonzession erteilt
Hauptschauplätze der Einweihungsfeierlichkeiten am Freitag, 12. Dezember 2008, waren das Theater 11 in Zürich Oerlikon, der Bahnhof Glattbrugg sowie die neue Glattalbahn-Haltestelle beim Bushof des Flughafens. Dr. Andreas Flury, Direktor VBG und Gesamtprojektleiter Glattalbahn, eröffnete die Veranstaltung mit der freudigen Botschaft, dass das Bundesamt für Verkehr BAV in den letzten Tagen sowohl die Betriebsbewilligung für die zweite Etappe der Glattalbahn als auch die Personenbeförderungskonzession für die Linie 10 erteilt hat: ‚Der Inbetriebnahme steht damit auch formell nichts mehr im Weg. Baulich waren die neuen Streckenabschnitte ohnehin bereit, wie der seit anfangs Oktober erfolgreich laufende Test- und Probebetrieb gezeigt hat. Dies dank einem Projektteam, das sich durch gemeinsames Anpacken, Teamgeist und überdurchschnittliches Engagement ausgezeichnet hat.’

Kooperationspartnerschaft zwischen VBG und VBZ
Andres Türler, Vorsteher des Departements der Industriellen Betriebe, überbrachte die Grüsse der Stadt Zürich und stellte fest, dass mit der Eröffnung der neuen, leistungsfähigen Linie 10 das Glattal noch näher an die Stadt Zürich heranrückt: ‚Die VBZ Verkehrsbetriebe Zürich haben einen wesentlichen Anteil daran, stellen sie doch, als Kooperationspartner der VBG, sowohl die Fahrzeuge als auch das Personal für den Betrieb der Glattalbahn zur Verfügung.‘

glow. das Glattal auf dem Weg zur Netzstadt
Otto Halter, Verwaltungsratspräsident der VBG, Gemeindepräsident von Wallisellen und Präsident der Regionalorganisation glow. das Glattal, lobte die visionäre Sicht der Glattalgemeinden, welche die Idee einer Glattalbahn vor rund 15 Jahren entwickelt haben. Die Region sei dank dem Projekt auf dem besten Weg, sich von einer zentrumsorientierten Agglomeration zu einer funktional zusammenhängenden Netzstadt mit zunehmender Standort-Attraktivität zu entwickeln.

Vorzeigeregion von aussergewöhnlicher Dynamik
Hauptreferentin im Eröffnungsteil der Glattalbahn-Einweihung, welcher von den beschwingten Klängen des Flughafen Orchesters begleitet wurde, war die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Rita Fuhrer. Auch sie würdigte das Glattal als eine Vorzeigeregion von aussergewöhnlicher Dynamik: ‚Die Glattalbahn verleiht dem bedeutenden Wirtschafts- und Lebensraum Impulse. Impulse, die sich bereits bei der Bewältigung der Swissair-Krise als wichtig erwiesen haben und auch jetzt, in der aktuellen Finanzmarkt-Krise, wieder wichtig sind. Der Zeitpunkt der Eröffnung der zweiten Etappe kann damit nicht passender sein. Zudem befindet sich ja auch die dritte Etappe der Glattalbahn bereits im Bau. Damit ist’, führte die Volkswirtschaftsdirektorin weiter aus, ‚der Kanton Zürich auch in den nächsten Jahren ein Garant für Arbeitsplätze im Baugewerbe und leistet so einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Konjunktur.‘

Städtebauliche Impulse für die Standortstädte und -gemeinden
Für den zweiten Teil der Glattalbahn-Einweihungsfeier verschoben sich die Gäste per Bus zum Bahnhof Glattbrugg. Auf dem Perron der neuen Glattalbahn-Haltestelle wurden sie von der Alphorn- und Fahnenschwingervereinigung Zürcher Unterland und vom Opfiker Stadtpräsidenten, Walter Fehr, empfangen: ‚Historische Werte und moderne Stadtentwicklungsziele müssen sich nicht zwangsläufig beissen’, meinte Fehr zum Auftakt seiner Grussadresse. ‚Vielmehr sind gerade in dieser Beziehung die politischen Behörden und die sie beratenden Planer gefordert, nachhaltige Strategien zu verfolgen. Mit der Glattalbahn ist dies hervorragend gelungen. Die erwartete städtebauliche Impulswirkung hat in Opfikon/Glattbrugg auf jeden Fall vollumfänglich eingesetzt. Beispiele dafür sind die dynamische Entwicklung im neuen Stadtteil Glattpark, der neu gestaltete Lindbergh-Platz und der neue Bahnhof Glattbrugg, der parallel zur Glattalbahn entstanden ist.‘

Glattalbahn-Gesamtprojekt als Beitrag zur Entflechtung der Flughafenerschliessung
Thomas Hardegger, Gemeindepräsident von Rümlang, erinnerte die Gäste des Einweihungsanlasses daran, dass auch Rümlang stolze Standortgemeinde der neuen Glattalbahn ist: ‚Der über Rümlanger Boden führende Steckenabschnitt ist zwar nur kurz, erschliesst mit dem Bäuler-Quartier aber ein ganz wichtiges Arbeitsplatzgebiet. Die ergänzenden Verkehrsinfrastrukturmassnahmen, vor allem die neue Birchstrasse, sorgen zudem für eine wichtige Entflechtung der Flughafenerschliessung.’

Attraktive Verkehrsdrehscheibe Bahnhof Glattbrugg
Für Remo Zberg, Leiter Bewirtschaftung SBB Immobilien, war klar, dass die SBB bei einem so gelungenen Projekt wie der Glattalbahn nicht hinten anstehen wollte: ‚Der Um- und Neubau des Bahnhofs Glattbrugg war eine logische Folge davon. In beispielhafter Zusammenarbeit mit der Stadt Opfikon und der VBG entstand eine Verkehrsdrehscheibe, welche alles enthält, was Fahrgäste heute wünschen: Attraktive Umsteigemöglichkeiten zwischen Bus, Glattalbahn und SBB, genügend Parkgelegenheiten für Zweiräder und Autos, Kundeninformationen, grosszügiger Wetterschutz in Form von Dächern, einen Kiosk-Shop für Einkäufe des täglichen Bedarfs.‘

Effektvoller Auftritt der Glattalbahn
Höhepunkt des Veranstaltungsteils am Bahnhof Glattbrugg bildete die effektvoll inszenierte Ausfahrt eines Glattalbahn-Cobras aus dem Margarethentunnel. Vorher liessen es sich verschiedene Schlüsselpersonen nicht nehmen, den Margarethentunnel aus eigener Kraft mit einer Velo-Draisine zu durchqueren. Sie erinnerten damit symbolhaft daran, dass trotz modernster Hilfsmittel auch sehr viel körperliche Arbeit zu leisten war, bis ein Bauwerk wie die zweite Etappe der Glattalbahn in Betrieb genommen werden kann. Arbeitskraft, welche während zweieinhalb Jahren von rund 500 am Bau beteiligten Fachleuten geleistet worden ist.‘

Grosser Bahnhof am Flughafen
Die Fahrt vom Bahnhof Glattbrugg zum Flughafen erlebten die Gäste der Einweihungsfeier an Bord von vier neuen Cobra-Fahrzeugen im weiss-blauen Design der VBG. Zum Abschluss der Veranstaltung bereiteten ihnen die Stadt Kloten und unique (Flughafen Zürich AG) einen ‚grossen Bahnhof’. Dies begleitet von der Stadtmusik Kloten und in der attraktiven Architektur des Bushofes und der neuen Glattalbahn-Haltestelle Zürich Flughafen.

Für René Huber, Stadtpräsident von Kloten, ist es von ganz besonderer Bedeutung, dass der landseitige Verkehr des Flughafens mit der neuen Linie der Glattalbahn eine qualitativ so hochwertige Erweiterung erfährt: ‚Mit den drei neuen Klotnern Glattalbahn-Haltestellen Flughafen Fracht, Zürich Flughafen und Bahnhof Balsberg bieten sich künftig Reisenden und vor allem natürlich den tausenden von Angestellten neue, attraktive Wege zum Flughafen. Dies als Voraussetzung, um den Individualverkehr um den Flughafen zu reduzieren und die Parkplatzproblematik zu entschärfen.‘

Repräsentatives ‚Tor zur Welt‘
Zum Abschluss der Veranstaltung hiess auch Thomas E. Kern, CEO unique (Flughafen Zürich AG), die Gäste der Glattalbahn-Einweihung willkommen: ‚Für über 20 Mio. Flugpassagiere pro Jahr bedeutet der Flughafen Zürich das ‚Tor zur Welt‘. Fast ebenso viele Reisende – ein grosser Teil davon aus der Region – haben den Flughafen selbst zum Ziel. Mit einem qualitativ hochstehenden und kontinuierlich verbesserten Infrastruktur- und Serviceangebot trägt unique gezielt zu dieser Entwicklung bei. Als Beispiele seien das Shopping am Flughafen oder das SAS Radisson Hotel, wo wir diesen Anlass nachher würdig ausklingen lassen, erwähnt. Aber was wäre ein noch so attraktives ‚Tor zur Welt‘ ohne eine adäquate, landseitige Infrastruktur. Auch international liegt der Trend in der Schaffung attraktiver Korridore zu den Flughäfen. Den Benutzerinnen und Benutzern der öffentlichen Nahverkehrsmittel Bus – und ab übermorgen Sonntag auch Glattalbahn – werden hier mit der neuen Glattalbahn-Haltestelle und dem Bushof ein erstklassiger Empfang bereitet. In diesem Sinne wünschen wir der Glattalbahn einen erfolgreichen Start.‘

Glattalbahn-COBRA in Unfall verwickelt
Am 26. Januar 09 war erstmals ein COBRA der Glattalbahn in einen grösseren Verkehrsunfall verwickelt, dabei wurde der Tramzug laut Augenzeugen stark beschädigt.

8 Glattalbahn-COBRAS sind geliefert
Mitte Februar 09 waren  mit den Fahrzeugen Be 5/6 3062, 3063, 3064, 3065, 3066, 3067, 3068 und 3069 8 COBRA-Trams im Design der VBG auf den Schienen.


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VBG (Text) / Sandro Hartmeier (Text) / PHOTOPRESS/Alessandro Della Bella (Foto)

Autor: Redaktion

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