Schiedsgericht nach SBB GAV aufgerufen

Der VSLF hat am 12. Juni 2009 das Schiedsgericht nach SBB GAV Art. 10-16 angerufen; die SBB bestätigte den Eingang der Klage.

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Anrufen des Schiedsgericht nach GAV SBB durch den VSLF
VSLF, VSLF Nr. 215, 19. Juni 2009 HG
Der Verband Schweizerischer Lokomotivführer und Anwärter VSLF hat als Sozialpartner der SBB nach GAV SBB diese Woche das Schiedsgericht angerufen.
Infolge Personalmangel beim Lokpersonal SBB Personenverkehr sind die Zustände ausser Kontrolle.
2’300 Lokführer bei SBB Personenverkehr werden täglich dazu genötigt, trotz sicherheitsrelevanter Funktion im Eisenbahnbetrieb, mit grosser Mehrarbeit den Bahnbetrieb aufrecht zu erhalten. Eine grosser Teil des Lokpersonals SBB P überschreitet die Grenzwerte sowohl unterjährig (+150 h) wie auch am Ende des Jahres (+75 h).
Durch den massiven Unterbestand an Lokpersonal bei SBB Personenverkehr sind die Zeitkonten vieler Lokführer derart hoch, das aus Mangel an Freizeit eine Erholung vom Dienst nicht mehr gewährleistet ist und der VSLF die Sicherheit im Bahnbetrieb gefährdet sieht.
Im Schnitt hat das Lokpersonal pro Lokführer so viele Tage erarbeitet, dass grundsätzlich das Einschreiten des Bundesamtes für Verkehr BAV erforderlich wäre.
Da der Eigner der SBB AG und die Aufsichtbehörde BAV im selben Departement UVEK angesiedelt sind, fehlt das Interesse seit Jahren, Missstände zu beheben.
Eine Anstellungsoffensive von Lokführer/-innen muss an der miserablen Ausbildung und der absolut unzureichenden Entlöhnung scheitern, und dies trotz der professionellen Ausbildungsmöglichkeiten durch den Ausbildungsverbund LOGIN.
Die Sicherheit im Eisenbahnverkehr kann durch die aufgezwungene Überzeit des Lokpersonals so nicht mehr garantiert werden.
Die Verantwortung tragen die SBB und das Departement UVEK.

Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

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