RhB: Albulatunnel auf dem Prüfstand – Prüfung von Varianten für eine umfassende Erneuerung

Der 1903 eröffnete Albulatunnel an der Linie Chur – Thusis – St. Moritz ist eine Pionierleistung des schweizerischen Eisenbahntunnelbaus und auch heute noch eine wichtige Verbindung von der Kantonshauptstadt ins Engadin und ins Puschlav. Der Tunnel hat eine Länge von 5’865 m und der höchste Punkt liegt auf ca. 1’800 m. ü. M. Es ist damit der höchstgelegene Alpendurchstich Europas.

erstellt am 12. Februar 2009 @ 16:29 Uhr
Rhätische Bahn
(RhB) Der 1903 eröffnete Albulatunnel an der Linie Chur – Thusis – St. Moritz ist eine Pionierleistung des schweizerischen Eisenbahntunnelbaus und auch heute noch eine wichtige Verbindung von der Kantonshauptstadt ins Engadin und ins Puschlav. Der Tunnel hat eine Länge von 5’865 m und der höchste Punkt liegt auf ca. 1’800 m. ü. M. Es ist damit der höchstgelegene Alpendurchstich Europas.
Im Jahr 2006 wurde der Tunnel im Rahmen der Hauptinspektion erstmals systematisch nach einheitlichem Schadenskataster inspiziert. Dabei zeigt sich, dass rund 60% des Tunnels in den nächsten Jahren instand gestellt werden muss. Zusätzlich ist die Tunnelhöhe zu gering, die Kabelanlagen und die Tunnelentwässerung müssen ersetzt werden und die Sicherheitsansprüche den heutigen Gesetzgebungen angepasst werden. Die Summe der unterschiedlichen technischen Problemstellungen drängt eine integrale Erneuerung der Gesamtanlage in den nächsten Jahren auf.
Die Rhätische Bahn hat deshalb in diesem Jahr verschiedene Varianten für eine umfassende Erneuerung ausgearbeitet. Die Resultate wurden durch einen externen Berater überprüft und auf Stufe Konzept weiterentwickelt und vertieft.
Der Verwaltungsrat der Rhätischen Bahn hat nun beschlossen, dass eine integrale Instandsetzungsvariante und eine Neubauvariante auf Vorprojektsreife auszuarbeiten ist. Die RhB geht davon aus, dass noch in diesem Jahr die Frage der Varianten und einen mögliche Finanzierungsart mit Bund und Kanton geklärt werden kann. Die Kosten der Varianten können erst nach Vorliegen der Vorprojekte beziffert werden. Nach dem Variantenentscheid muss das Bauprojekt ausgearbeitet werden und die Plangenehmigung beim Bundesamt für Verkehr eingeholt werden. Bei einem reibungslosen Ablauf kann davon ausgegangen werden, dass mit dem eigentlichen Bau frühestens Ende 2011 begonnen werden kann.
Update Albulatunnel: Vorabklärungen
Infolge eines geologischen Färbversuchs an ober- und unterirdischen Gewässern im Einflussbereich des Albulatunnels – in der Region Lai da Palpuogna – können kurzfristig an der Oberfläche Farbstoffe leicht sichtbar werden. Der Färbversuch wird im Rahmen von Vorabklärungen im Zusammenhang mit der Erneuerung des Albulatunnels gemacht. Gefahr für Mensch und Umwelt besteht keine. Die Farbstoffe sind vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) zugelassen.
Im Rahmen der Projektierungsarbeiten für die integrale Erneuerung des Albulatunnels führt die RhB geologische und hydrogeologische Vorabklärungen durch. Dazu gehört auch ein Färbversuch, um die unterirdischen Wasserwege zu erkunden und Zusammenhänge mit den oberirdischen Gewässern im Einflussbereich des Tunnels aufzuzeigen. Diese Informationen werden benötigt, um die Auswirkungen der Tunnelerneuerung auf die Gewässer besser beurteilen zu können und zu erforschen, welche Oberflächengewässer in den Albulatunnel eintreten.
Der Färbversuch wird am Dienstag, 04. August 2009 mit der Einfärbung verschiedener Oberflächengewässer (Lai da Palpuogna mit Zufluss bei Igls Plans, S-Chagnen, Ovel da Zavretta) beginnen. Die Einfärbung erfolgt mit den üblichen, ungiftigen Färbstoffen und in minimalen Mengen. Die Farbstoffe können in den Oberflächengewässern vorübergehend sichtbar werden, führen jedoch zu keinerlei negativen Auswirkungen auf Umwelt und Mensch. Anschliessend werden während rund sechs Wochen täglich an verschiedenen Stellen an der Oberfläche sowie an den Tunnelportalen Wasserproben entnommen und zur Wellenlängenanalytik ins Labor gesendet.
Der unschädliche Stoff ist vom BAFU zugelassen. Das BAFU und die zuständigen Behörden im Kanton Graubünden sind über die Markierversuche informiert.

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Autor: Redaktion

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