Erfolgreicher Abschluss von Volldampf am Hauenstein: Gut ausgelastete Züge und positive Reaktionen

Der Pilotbetrieb Volldampf am Hauenstein ist am letzten Sonntag (11.10.09) erfolgreich zu Ende gegangen. Gegenüber der ersten Betriebswoche ist die Auslastung nochmals angestiegen, auf über 65 Prozent. Genauere Zahlen werden erst in ein paar Wochen verfügbar. Doch schon jetzt ist klar, dass alle Ziele des Pilotbetriebs erreicht oder übertroffen wurden. Besonders ermutigend ist auch, dass nun das Projekt Jurapark die ersten politischen Hürden genommen hat, zumal sich Jurapark und Dampfbahn ideal ergänzen.

erstellt am 14. Oktober 2009 @ 10:12 Uhr
Modern Steam am Hauenstein
Der Pilotbetrieb Volldampf am Hauenstein ist am letzten Sonntag (11.10.09) erfolgreich zu Ende gegangen. Gegenüber der ersten Betriebswoche ist die Auslastung nochmals angestiegen, auf über 65 Prozent. Genauere Zahlen werden erst in ein paar Wochen verfügbar. Doch schon jetzt ist klar, dass alle Ziele des Pilotbetriebs erreicht oder übertroffen wurden. Besonders ermutigend ist auch, dass nun das Projekt Jurapark die ersten politischen Hürden genommen hat, zumal sich Jurapark und Dampfbahn ideal ergänzen.

Der Pilotbetrieb Volldampf am Hauenstein hat seine Ziele erreicht. Mit dem zweiwöchigen Betrieb mit insgesamt 77 Fahrten konnte gezeigt werden, dass ein Dampfbetrieb auf einer schlecht ausgelasteten S‐Bahnstrecke deutlich mehr Passagiere anzuziehen vermag als traditioneller elektrischer Betrieb. Dies ist insbesondere für die Zeiten ausserhalb der Morgen‐ und Abendspitzen ausserhalb des Berufsverkehrs wichtig.

Ebenfalls nachzuweisen war, dass das zusätzliche Passagiervolumen nicht nur an sonnigen Wochenenden auftritt, sonder auch über einen längeren Zeitraum. Schlechtes Wetter liess zwar in der zweiten Betriebswoche die Zahl der Fahrgäste an einzelnen Tagen etwas zurückgehen, aber lange nicht so stark wie befürchtet. So war der Zug auch am relativ regnerischen Donnerstagnachmittag praktisch voll. Die Dampfbahn war demnach offensichtlich auch eine kurzfristige Freizeitalternative, wenn man sich nicht ganz sicher war, wie das Wetter gerade wird. Vor allem in der zweiten Betriebswoche machte deshalb die Laufkundschaft, die spontan in Sissach oder Olten in den Zug einstieg, den deutlich grösseren Teil der Passagiere aus. Gleichzeitig kam es immer wieder vor, dass Leute die reserviert hatten, nicht erschienen. Der Umstand, dass der Versuch während den Herbstferien stattfand hat sicher geholfen. Allerdings gingen für den Montag 12. Oktober 2009, den Tag nach dem Abschluss des Pilotbetriebes allein 64 Reservationen ein, so dass der Betrieb wohl nun hätte weitergeführt werden können. Trotz minimalem Marketingbudget wurde das Angebot deshalb vor allem dank Mund‐zu‐Mund‐Propaganda zum Selbstläufer. Besonders erfreulich war dabei, dass sehr viele Fahrgäste mehrmals kamen und einige Anwohner der Dörfer an der Bahnlinie erzählten, sie seien zum ersten Mal mit dieser Bahn gefahren.

Von der Bevölkerung wurde die Dampfbahn überwiegend positiv aufgenommen. Insbesondere am letzten Betriebstag säumten sehr viele Zuschauer mit Fotoapparaten die Strecke. Auch Leute die an der Strecke wohnen machten von ihren Balkonen das internationale Handzeichen zur Aufforderung zum Pfeifen. Ebenfalls bewiesen werden konnte, wie sauber eine moderne Dampflok ist. Kinder liessen zwischen Trimbach und Läufelfingen sogar während der Fahrt bergauf im Tunnel die Fenster offen und es war absolut kein Geruch zu spüren. Bei modernen Dieselloks wäre dies undenkbar.

Ein entscheidendes Kriterium war der technisch störungsfreie Betrieb. Es gab keine Verspätungen und vor allem die Einfahrt und der Betrieb in den wichtigsten Schweizer Bahnknotenpunkt Olten lief reibungslos, die wichtigste Voraussetzung für eine Weiterführung der Idee. Bewährt hat sich auch die erstmals an einem Dampfzug eingesetzte automatische Türsteuerung, welche einen sicheren Betrieb und kurze Aufenthaltszeiten wie bei einer S‐Bahn erlaubte.

Schon bei der Lancierung der Idee Volldampf am Hauenstein wurde immer wieder betont, dass der volkswirtschaftliche Nutzen der Bahn umso höher ist, je mehr Organisationen und Private sich dem Projekt anschliessen. Man hat deshalb schon früh den Kontakt zum Erlebnisraum Tafeljura gesucht und ist dort auf offene Ohren gestossen. Im Speisewagen fanden lokales Bier, lokale Spezialitäten und auch Bücher über die Bahn‐ und Kulturregion Oberbaselbiet regen Absatz. Besonders erfreulich ist deshalb, dass das Projekt Jurapark nun die ersten politischen Hürden genommen hat. Dampfbahn und Jurapark ergänzen sich ideal, in dem die Dampfbahn die Attraktionen des Juraparks wie ein roter Faden miteinander verbindet und den Anschluss an die grossen Wirtschaftsregionen im Mittelland und der Nordwestschweiz gewährleistet.

In den nächsten Wochen werden die Ergebnisse nun zusammen mit dem Kanton Baselland detailliert ausgewertet um dann entscheiden zu können, in welcher Form weitergearbeitet wird.

Siehe auch

  • Update Presseschau (PDF-File)
  • DLM – Dampf modern (modern steam)
  • MODERN STEAM am Hauenstein
  •  

    Weblinks

  • Update Loksounds [diverse Videos]
  • www.eisenbahnfotos.ch – Dampfzug zwischen Thürnen und Diepflingen
  • www.eisenbahnfotos.ch – Dampflok mit Sissacher Fluh
  • www.eisenbahnfotos.ch – Dampflok und Re 460
  • www.eisenbahnfotos.ch – Morgen-Dampfzug in Rümlingen
  • www.eisenbahnfotos.ch – „Modern Steam“ auf der Aarebrücke
  • www.eisenbahnfotos.ch – alle 3 Wagen auf der Brücke
  • www.eisenbahnfotos.ch – Dampflok und Cisalpino
  • www.eisenbahnfotos.ch – Modern Steam am Hauenstein
  • www.eisenbahnfotos.ch – Abendfahrt in Läufelfingen
  • Schienenverkehr-Schweiz.ch – Bilder vom 27.09.09
  • Eisenbahnbilder von Reinhard Reiss [Fotos unter News „Oktober 2009“]
  • Autor: Redaktion

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