Erfolgreicher Abschluss von Volldampf am Hauenstein: Gut ausgelastete Züge und positive Reaktionen

Der Pilotbetrieb Volldampf am Hauenstein ist am letzten Sonntag (11.10.09) erfolgreich zu Ende gegangen. Gegenüber der ersten Betriebswoche ist die Auslastung nochmals angestiegen, auf über 65 Prozent. Genauere Zahlen werden erst in ein paar Wochen verfügbar. Doch schon jetzt ist klar, dass alle Ziele des Pilotbetriebs erreicht oder übertroffen wurden. Besonders ermutigend ist auch, dass nun das Projekt Jurapark die ersten politischen Hürden genommen hat, zumal sich Jurapark und Dampfbahn ideal ergänzen.

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Positive Zwischenbilanz Volldampf am Hauenstein

Modern Steam am Hauenstein (Text) / DLM (Foto)
52 8055 traversiert den Rümlinger Viadukt. / Foto: DLMDie erste Woche des Pilotbetriebs Volldampf am Hauenstein war sehr erfolgreich. Die Auslastung der Züge liegt bisher bei fast 64 Prozent. Das heisst, dass im Schnitt 124 Personen im 196 Plätze aufweisenden Zug mitfahren.

Geschäftsführer Uwe Fiedler ist denn auch sehr zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen. So waren nur ganz zu Anfang des Pilotbetriebs einige Züge nicht so gut besetzt. Besonders erfreut ist Fiedler über die vielen Passagiere, die mehrmals kommen. „Typischerweise kommen Leute erst alleine und sind dann ein paar Tage später mit Enkeln oder Nachbarskindern wieder auf dem Zug“, sagt Fiedler.

Auch das Angebot des Speisewagens wird rege genutzt. So wurde am Montag 5. Oktober 24 mal Frühstück serviert. Mittlerweile macht die Laufkundschaft einen grossen Teil des Passagieraufkommens auf.

Die Passagiere kamen bisher hauptsächlich aus der Region, aber auch aus Deutschland und sogar Kanada. Eine Gruppe Bahnenthusiasten ist extra aus Ostdeutschland angereist. Ein japanischer Fotograf ist mehrmals zwischen Sissach und Olten hin- und hergefahren und liess sich daraufhin mit dem Taxi zu jenen Orten chauffieren, von denen man den besten Blick auf den Rümlinger Viadukt hat. Allein dafür dürfte er mehrere Hundert Franken ausgegeben haben.

Roger Waller, Geschäftsführer der Dampflokomotiv- und Maschinenfabrik DLM AG, welcher die Lok gehört, betont, dass vor allem Kinder, die noch kaum ein Verständnis für Nostalgie und „gute alte Zeit“ haben, begeistert sind von einem Besuch im Führerstand. Solche Führerstandbesichtigung sind bei den verschiedenen Halten in Läufelfingen möglich. Und bereits mehrmals ist es vorgekommen, dass Lokführer und Heizer von Gästen die auf dem Führerstand mitgefahren sind, auch noch ein Trinkgeld erhalten haben.

Technisch lief der Betrieb bisher störungsfrei. Besonders bewährt hat sich die weltweit erstmalige Ausrüstung eines Dampfzuges mit einem automatischen Türschliesssystem. Das gewährt mit minimalem Personalaufwand maximale Sicherheit und würde selbst mit der jetzigen Zugskomposition einen Betrieb wie mit einer S-Bahn ermöglichen.

Die bisherigen Erfahrungen mit Volldampf am Hauenstein zeigen, dass das Angebot sehr geschätzt wird. Die Überlegung, dass ein Dampfbetrieb zusätzliche Passagiere ausserhalb der Zeiten des Berufsverkehrs zu generieren vermag, funktioniert offensichtlich. Angesichts der Distanzen über welche einzelne Gäste anreisen, dürfte selbst schon der Pilotbetrieb einen beträchtlichen Ertrag für die Wirtschaft der Region abwerfen. Eine ausführliche Analyse folgt nach Ende des Pilotbetriebs.

Das Dampferlebnis am Hauenstein dauert noch bis zum 11. Oktober 2009 mit zweimal täglich Sissach-Olten-retour und am Freitag einer zusätzlichen Abendfahrt. Für alle Fahrten gelten dieselben Tarife.

Zwei Wochen fahrplanmässig Dampf am Hauenstein

DLM (Text/Foto) / Modern Steam am Hauenstein (Text)
Im Herbst 2009 wird die Modern Steam am Hauenstein GmbH (MSaH) während zweier Wochen vom Samstag 26. September bis zum Sonntag 11. Oktober 2009 fahrplanmässige Dampfzüge am Hauenstein führen. Möglich wird der Pilotbetrieb dank einem Beitrag aus dem Lotteriefonds des Kantons Baselland.

Am Hauenstein wird wieder Dampf gemacht. Während den Herbstferien 2009 fahren zwei Wochen lang fahrplanmässig moderne Dampfzüge über die alte Hauensteinstrecke zwischen Sissach und Olten. Von Montag bis Freitag fahren vier Dampfzüge zwischen Sissach und Olten, an den Wochenenden werden sogar sechs Züge mit Dampf gefahren. Der Dampfzug führt Wagen mit 1. und 2. Klasse, an denen man die Fenster öffnen kann.

Die Dampfbahn passt perfekt zu den Zielen der Initianten des Baselbieter Juraparks, die einen regionalen Naturpark schaffen wollen. Langfristig soll die S9 „Läufelfingerli“ durch einen modernen Dampfzug ersetzt werden, der die landschaftlichen und kulturellen Reize des Baselbieter Juras wie ein roter Faden miteinander verbindet.

Fensterplätze sind voraus reservierbar. Als zusätzliche Attraktion gibt es erstmals auf der alten Hauensteinlinie einen Speisewagen. Am Vormittag wird ein Frühstück serviert, tagsüber ein Mittagsmenü oder Business-Lunch auf der Hin- und Rückfahrt und am späten Nachmittag Kaffe und Kuchen. Zudem wird der Wagen abends in Sissach bleiben und für ein gemütliches „Candle-Light-Dinner“ zur Verfügung stehen. Auch Führerstandfahrten auf der modernen Dampflok 52 8055 der Dampflokomotiv- und Maschinenfabrik DLM sind möglich und voraus buchbar.

Der zweiwöchige Pilotbetrieb mit fahrplanmässigen Dampfzügen am Hauenstein soll beweisen, dass eine attraktive Bahn einen nachhaltigen wirtschaftlichen Nutzen für das Homburgertal, das obere Baselbiet und die Region Olten bringt, mit zusätzlichen Gästen und vielen wirtschaftlichen und touristischen Impulsen. Uwe Fiedler, Geschäftsführer der Modern Steam am Hauenstein GmbH (MSaH) freut sich deshalb darüber, dass nun verschiedene lokale Organisationen und Vereine sich mit eigenen Aktionen beteiligen. Besonders wichtig ist die Zusammenarbeit mit den Initianten des Juraparks, der die Natur- und Kulturlandschaften des Baselbiets mit sanftem Tourismus besser erschliessen will.

Der Pilotbetrieb über zwei Wochen wurde möglich durch einen Beitrag aus dem Lotteriefonds des Kantons Baselland. Uwe Fiedler betont denn auch: „Der vom Kanton zugesagte Beitrag ist ein Vertrauensbeweis an unsere Idee. Wir konnten am 150 Jahr-Jubiläum der alten Hauensteinlinie im Jahr 2008 beweisen, dass man an einem Wochenende 3000 Bahntickets verkaufen kann, selbst wenn die SBB gratis fährt. Nun wollen wir beweisen, dass auch mit einem fahrplanmässigen Betrieb über zwei Wochen deutlich mehr Leute ins Homburgertal kommen werden als sonst im Herbst“.

Wenn der Pilotbetrieb gelingt, und MSaH ist davon überzeugt, ist das mittel- und langfristige Ziel der fahrplanmässige Betrieb der S9 – diese ist sehr defizitär und immer wieder steht die Umstellung auf Busbetrieb zur Diskussion – mit modernen Dampfzügen während dem ganzen Jahr. MSaH ist aber der Meinung, dass mit einem modernen Dampfzug Pendler wie bisher morgens und abends komfortabel zur Arbeit fahren und wieder zurückkommen können. Ein neu entwickelter Dampfzug soll dabei morgens und abends Pendlern zwischen Olten und Basel einen hohen S-Bahn-Komfort bieten. Der gleiche Zug soll aber auch zwischen vormittags um 9 Uhr und nachmittags um 17 Uhr, wenn die heutige S9 meist leer unterwegs ist, Tagestouristen ein besonderes Bahnerlebnis bieten – mit sicht- und hörbarer Technik und mit einzelnen Abteilen an denen sich die Fenster öffnen lassen.

Eine Studie der Fachhochschule Winterthur hat diese Annahme in der Theorie bestätigt und der Pilotbetrieb soll dies nun auch in der Praxis zeigen. Bei erfolgreichem Verlauf soll der Pilot-Betrieb 2010 weiter ausgedehnt werden.

Siehe auch

  • DLM – Dampf modern (modern steam)
  • MODERN STEAM am Hauenstein
  • Bunte Attraktionen mit Volldampf – am Hauenstein!
  • Tipi Dorf (PDF-File)
  • Info Flyer Deutsch (PDF-File)
  • Info Flyer English (PDF-File)
  • Tickets bestellen
  • Fahrplan (PDF-File)
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    Weblinks

  • Basler Zeitung – Dampf fürs «Läufelfingerli»
  • Autor: Redaktion

    Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

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