Xrail – Europäische Allianz für den Wagenladungsverkehr: Allianz steigert Wettbewerbsfähigkeit des Güterverkehrs auf der Schiene

Sieben führende europäische Güterbahnen haben am 18. Februar 2010 in Zürich die Allianz Xrail gegründet. Xrail verfolgt das Ziel, den internationalen Wagenladungsverkehr auf der Schiene kundenfreundlicher und effizienter zu erbringen. Die Unternehmen wollen die Wettbewerbsfähigkeit des Schienengüterverkehrs spürbar verbessern und damit einen aktiven Beitrag zur Entlastung der Strassen und der Umwelt leisten.

erstellt am 18. Februar 2010 @ 11:41 Uhr
Xrail (Text/Präsentation/Foto) / SEV (Text) / Sandro Hartmeier (Text) / M. Manhart (Foto)
Xrail Präsentation (PDF-File)
Xrail 18713_01Sieben führende europäische Güterbahnen haben am 18. Februar 2010 in Zürich die Allianz Xrail gegründet. Xrail verfolgt das Ziel, den internationalen Wagenladungsverkehr auf der Schiene kundenfreundlicher und effizienter zu erbringen. Die Unternehmen wollen die Wettbewerbsfähigkeit des Schienengüterverkehrs spürbar verbessern und damit einen aktiven Beitrag zur Entlastung der Strassen und der Umwelt leisten.

Xrail Re 620 18713_01Der Wagenladungsverkehr hat einen Anteil von rund 50 Prozent am europäischen Güterverkehr auf der Schiene. Gemäss Studien weist er ein beträchtliches internationales Wachstumspotenzial auf. Als wichtigste Transportart soll er nun attraktiver und effizienter werden. Das ist das Ziel der neuen Xrail Allianz, die am Donnerstag (18.2.2010) in Zürich HB vord er speziell gestalteten SBB Cargo Re 620 088-5 „Linthal“ mit der Unterzeichnung der Allianzvereinbarung durch die CEOs der Partnerbahnen offiziell gegründet worden ist. Die sieben Gründungspartner von Xrail sind CD Cargo, CFL cargo, DB Schenker Rail, Green Cargo, Rail Cargo Austria, SBB Cargo und SNCB Logistics.

Xrail Re 620 18713_04Die Allianz beabsichtigt, die Qualität und die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Wagenladungsverkehrs auf der Schiene gegenüber der Strasse zu erhöhen. „Dank der engen Zusammenarbeit bei den Produktions- und Informationsprozessen können wir ein beträchtliches Potenzial für mehr Effizienz und Qualität nutzen“, erklärte Xrail-Projektleiter Günther J. Ferk. Mit Xrail profitieren die Kunden von grenzüberschreitenden Produktionsstandards in drei Bereichen: Zuverlässigkeit (mindestens 90 Prozent Pünktlichkeit im internationalen Wagenladungsverkehr für die Relationen innerhalb des Xrail-Netzwerkes), Transparenz (internationale Fahrpläne von Anschlussgleis zu Anschlussgleis der Kunden, aktive Informationssysteme), Angebotsprozess (Standardanfragen mit dem Ziel von maximal 3 Tagen Bearbeitungszeit).

Eine Produktionsallianz mit Wachstumspotenzial
Während der Pilotphase wurden bereits erste Kunden nach den Xrail-Standards bedient. Xrail verbindet nun die wichtigsten Wirtschaftsräume in Belgien, Deutschland, Luxemburg, Österreich, Schweden, der Schweiz und Tschechien. Dabei baut Xrail auf die bestehende Infrastruktur der TEN-T Verkehrsachsen der Europäischen Union (Trans European Transport Network). Langfristiges Ziel von Xrail ist die Etablierung eines flächendeckenden europäischen Qualitätsnetzwerks für den Wagenladungsverkehr. Im Wagenladungsverkehr machen die Fixkosten rund 90 Prozent der gesamten Kosten aus. Deshalb wollen die Allianzpartner ihr Netzwerk optimal nutzen, um die weitere Entwicklung des Wagenladungsverkehrs sicherzustellen. Das sind auch gute Neuigkeiten für die Umwelt: Die Umweltbilanz der Gütertransporte auf der Schiene ist deutlich besser als jene auf der Strasse, insbesondere über lange Transportdistanzen.

Stellungnahme SEV:
Späte Einsicht zur Zusammenarbeit: SEV begrüsst Gründung der Güterverkehrsallianz Xrail

Nach Jahren des ruinösen Konkurrenzkampfs haben am 18. Februar 2010 grosse Güterbahnen Europas eine Zusammenarbeit vereinbart. Der SEV, die Gewerkschaft des Verkehrspersonals, sieht darin eine gute Basis für weitere Kooperationen.

Der SEV begrüsst die Gründung der Güterverkehrs-Allianz Xrail als Schritt der Vernunft. «In den vergangenen Jahren haben die Güterbahnen Europas in blinder Konkurrenzwut gegeneinander gearbeitet ohne zu realisieren, dass sie damit ihrem grössten Konkurrenten, der Strasse in die Hand spielen», erklärt SEV-Vizepräsident Manuel Avallone.

Die Bahnen müssen ihre Stärken gemeinsam ausspielen, um möglichst viele Güter auf die Schienen zu holen. Dazu gehören Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit. Sind diese gewährleistet, sind Kunden auch bereit, beim Preis Zugeständnisse zu machen, denn die Unsicherheiten der Strasse fliessen in diesem Fall in die Berechnungen ein.

Vorerst geht es bei der Allianz um den Wagenladungsverkehr, doch fordert der SEV die Bahnen auf, sich auch beim lukrativeren kombinierten und Ganzzugsverkehr auf die Gemeinsamkeiten zu besinnen. Mit der Wettbewerbsstrategie der letzten Jahre wurden zwar die Preise gedrückt, nicht aber der Modal Split zugunsten der Schiene verbessert.

«Wenn es gemeinsam gelingt, mehr Güter auf die Schiene zu holen, fördert dies auch die Rentabilität der Bahnen, was letztlich Arbeitsplätze sichert und schafft», unterstreicht Gewerkschaftssekretär Philipp Hadorn, der beim SEV für Cargo zuständig ist. Dies alles sei im Interesse der Staaten, die nach wie vor Eigentümer der Unternehmen und der Infrastruktur sind.

Einzelnachweise und Anmerkungen

  • Über Xrail
    Xrail wurde im Jahr 2007 unter der Führung des internationalen Eisenbahnverbandes UIC in Paris initiiert. Seither haben die Allianzpartner unter der Koordination der UIC internationale Produktionsstandards, die erforderlichen IT-Systeme und Massnahmen zur Qualitätsverbesserung entwickelt sowie den Allianzvertrag ausgearbeitet. „Die Allianz bildet das Fundament für einen nachhaltigen Wagenladungsverkehr in Europa“, sagte Oliver Sellnick, Direktor Güterverkehr der UIC. Xrail umfasst die Produktion des internationalen Wagenladungsverkehrs zwischen den Güterbahnen. Sie betrifft weder den Ganzzugsverkehr noch den kombinierten Verkehr mit Wechselbehältern. Auch den kommerziellen Teil des Wagenladungsverkehrs, etwa Kundenkontakte und Preisgestaltung, erbringen die Bahnen weiterhin eigenständig und stehen dort untereinander im Wettbewerb. Hingegen verpflichten sich die Xrail-Partner gegenüber ihren Kunden zur Einhaltung der hohen Qualitäts- und Servicestandards, die innerhalb der Allianz definiert wurden.
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    Siehe auch

  • www.xrail.eu
  • Xrail Präsentation (PDF-File)
  • Panel list (PDF-File)
  • Factsheet SBB Cargo (PDF-File)
  • Factsheets über die anderen beteiligten Bahnen (ZIP-File)
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    Weblinks

  • Update info24 – Xrail – Europäische Allianz steigert Wettbewerbsfähigkeit des Güterverkehrs auf der Schiene
  • Update info24 – Xrail [Fotos]
  • Autor: Redaktion

    Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

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