Finanzierung Bahninfrastruktur – ohne uns!

Nur gerade 13 % der Benutzer und Benutzerinnen der öffentlichen Verkehrsmittel sind bereit, eine zusätzliche Fahrpreiserhöhung zu akzeptieren, damit die anstehenden Grossprojekte im Eisenbahnwesen finanziert werden können. Dies ergab eine Umfrage, welche Pro Bahn Schweiz, die Interessenvertretung der Kundinnen und Kunden im öffentlichen Verkehr, zwischen dem 6. Februar und 5. März 2011 durchgeführt hat.

Pro Bahn Schweiz
Nur gerade 13 % der Benutzer und Benutzerinnen der öffentlichen Verkehrsmittel sind bereit, eine zusätzliche Fahrpreiserhöhung zu akzeptieren, damit die anstehenden Grossprojekte im Eisenbahnwesen finanziert werden können. Dies ergab eine Umfrage, welche Pro Bahn Schweiz, die Interessenvertretung der Kundinnen und Kunden im öffentlichen Verkehr, zwischen dem 6. Februar und 5. März 2011 durchgeführt hat.
Offensichtlich wird der Preis für die Fahrt mit dem öffentlichen Verkehrsmittel bereits heute als (zu) hoch erachtet. Andere Finanzierungsquellen dürfen aber laut Umfrageergebnis durchaus in Betracht gezogen werden. 54 % der Befragten finden, dass eine Erhöhung der Mehrwertsteuer um 1 Promille zumutbar wäre, was Mehreinnahmen von 300 Millionen Franken pro Jahr mit sich brächte. 23 % der Umfrageteilnehmerinnen und –teilnehmer erachten die Erhebung einer Lohnabgabe von 0,2 % bei den Unternehmern als angebracht (Mehreinnahmen CHF 250 Millionen pro Jahr). Eher in Grenzen hält sich mit 11% die Begeisterung für eine Reduktion des Fahrkostenabzugs bei den direkten Bundesssteuern (250 Millionen Franken pro Jahr). Interessanterweise stimmen 12 % dem konsequenteren Ansatz mit einem generellen Verzicht auf den Fahrkostenabzug bei der direkten Bundessteuer zu (zusätzlicher Ertrag ca. 400 Mio Franken pro Jahr).
Für Pro Bahn Schweiz zeigen diese Resultate auf, dass die angekündigten oder angedrohten Holzhammermethoden wie Fahrpreiserhöhungen in der Grössenordnung von bis zu 40 % bei Konsumenten oder Konsumentinnen auf keine Gegenliebe stossen. Anzufügen ist, dass das öffentliche Verkehrsmittel einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Umwelt leistet, auch wenn dafür eine Reisezeitverlängerung in der Grössenordnung von 50 % hingenommen wird, die beim Marsch zur Bus- oder Tramhaltestelle, beim Umsteigen auf den Zug und beim Erreichen des Ziels entsteht. Aus diesen Überlegungen heraus wird ein Beitrag der Allgemeinheit als eher gerechtfertigt empfunden. Pro Bahn Schweiz wird sich also gegen überrissene Fahrpreiserhöhungen wehren.

Einzelnachweise und Anmerkungen

  • Grundlage für die Fragen bildete der Bericht „Projekt Finanzierung Bahninfrastruktur (FIBI)“, Seiten 31/32.
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    Siehe auch

  • Weitere Angaben, Umfragetext und Resultat unter www.pro-bahn.ch
  • Autor: Redaktion

    Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

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