Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur: Die Nord-Südachse darf nicht vernachlässigt werden

Für das Lötschberg-Komitee ist ein Ausbau der Bahninfrastruktur in der Schweiz unabdingbar und dringlich. Allerdings müssen dabei die Nord-Südachse und der Güterverkehr stärker berücksichtigt werden. Zur Finanzierung der anstehenden Projekte unterbreitet das Komitee dem Bund eigene Vorschläge.

Verein zur Entwicklung der Lötschberg-Achse
Für das Lötschberg-Komitee ist ein Ausbau der Bahninfrastruktur in der Schweiz unabdingbar und dringlich. Allerdings müssen dabei die Nord-Südachse und der Güterverkehr stärker berücksichtigt werden. Zur Finanzierung der anstehenden Projekte unterbreitet das Komitee dem Bund eigene Vorschläge.

Das Lötschberg-Komitee äussert sich im Rahmen der Vernehmlassung zur Finanzierung und zum Ausbau der Bahninfrastruktur. Im Grundsatz begrüsst das Komitee die Vorlage, weil es einen weiteren Ausbau der Infrastruktur für unabdingbar und dringlich erachtet. Der Ausbau der Bahninfrastruktur in der Schweiz darf nicht durch finanzielle Fesseln eingeengt werden. Das Komitee fordert jedoch, dass die Nord-Südachse und der Güterverkehr in der Vorlage stärker berücksichtigt werden. Die für den ersten Ausbauschritt vorgesehenen Mittel von rund 3,5 Milliarden Franken sind für die dringend nötigen Ausbauten in den Bahnknoten Bern und Basel sowie der Zufahrtsstrecke zum Lötschberg zwischen Gümligen und Münsingen nicht ausreichend. Das Komitee fordert deshalb eine Aufstockung auf 7 Milliarden Franken. Zudem sollen zusätzliche Mittel für den Ausbau des Lötschberg-Basistunnels und den Bau des Wisenbergtunnels in die Planung aufgenommen werden. Der Lötschberg-Basistunnel soll nach Ansicht des Komitees bereits im ersten Ausbauschritt ausgebaut werden.

Die vom Bund vorgeschlagene Finanzierung findet das Komitee ausgewogen, aber klar nicht ausreichend. Deshalb unterbreitet es dem Bund eigene Vorschläge. So sollen die Beiträge der Kantone und des Bundes an Investitionen im öffentlichen Verkehr nicht mehr zu einer Vorsteuerkürzung bei der Mehrwertsteuerabrechnung der Bahnen führen; zudem soll der Bund auf die Rückzahlung und Verzinsung der bisherigen bevorschussten Kredite verzichten. Bis 2025 liessen sich mit diesen beiden Massnahmen zusätzliche Mittel in der Grössenordnung von 4 – 4,5 Milliarden Franken bereit stellen. Der Bau der zweiten Röhre des Lötschberg-Basistunnels könnte ferner mit dem Überschuss der Abschreibungen der BLS für die NEAT am Lötschberg finanziert werden. Innert zehn Jahren stünden so rund 770 Millionen Franken zur Verfügung, die für die bahntechnische Ausrüstung des bereits ausgebrochenen Teils der zweiten Tunnelröhre zwischen Ferden und Mitholz ausreichen würden. In der zweiten Etappe soll der Tunnel voll ausgebaut werden.

Siehe auch

  • Ausführliche Stellungnahme des Lötschberg-Komitees: Kernbotschaften zur Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur (PDF-File)
  • Autor: Redaktion

    Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

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