SOB: Fussgängerüberführung Chaltenboden eröffnet

Eine Fussgängerüberführung ermöglicht seit 1. Juni 2011 Natur- und anderen Liebhabern den gefahrlosen Übergang beim bisher ungesicherten Bahnübergang Chaltenboden ins Naherholungsgebiet Rossberg und Etzel. Die Gemeinde Feusisberg und die Schweizerische Südostbahn AG (SOB) eröffneten gemeinsam die neue Brücke.

Schweizerische Südostbahn
Eine Fussgängerüberführung ermöglicht seit 1. Juni 2011 Natur- und anderen Liebhabern den gefahrlosen Übergang beim bisher ungesicherten Bahnübergang Chaltenboden ins Naherholungsgebiet Rossberg und Etzel. Die Gemeinde Feusisberg und die Schweizerische Südostbahn AG (SOB) eröffneten gemeinsam die neue Brücke.

Auf dem Netz der schweizerischen Bahnunternehmen existieren 5395 Bahnübergänge. Davon sind zurzeit 2617 nicht gesetzeskonform. Für die Bahnunternehmen bedeutet dies, dass sie sämtliche Bahnübergänge, die den Sicherheitsvorgaben der Eisenbahnverordnung und den dazugehörigen Ausführungsbestimmungen nicht entsprechen, aufheben oder bis spätestens 31. Dezember 2014 sanieren müssen. Bei der Entscheidfindung wird die sicherste Lösung unter Wahrung der Freiheit im Strassenverkehr angestrebt. Je nach Verkehrsbelastung und Gefahrensituation werden die Bahnübergänge aufgehoben, mit Signalen oder Anlagen ausgerüstet oder, wie beim Bahnübergang Chaltenboden, mit einer Fussgängerüberführung ersetzt.

Sicher über die Brücke
Im Südteil der Schweizerischen Südostbahn AG auf den Streckenabschnitten Wädenswil – Einsiedeln und Rapperswil – Samstagern ist der Bahnübergang Chaltenboden der letzte ungesicherte Übergang mit öffentlichem Charakter. Eine schlanke und elegante Fussgängerüberführung ersetzt ab 1. Juni 2011 diesen gefährlichen und unübersichtlichen Bahnübergang. Damit ist für Natur- und andere Liebhaber über die Fussgängerüberführung das Naherholungsgebiet Rossberg und Etzel gefahrlos zugänglich.

Bau in Etappen
Im Jahr 2008 starteten die SOB und die Gemeinde Feusisberg das Projekt 2008. Sie teilen sich auch die Kosten von CHF 340’000, wovon die Gemeinde CHF 136’000 und die SOB CHF 204’000 übernehmen. Die Einweihung war zunächst auf 2010 geplant, musste dann aus budgettechnischen Gründen verschoben werden. Mit den Bauarbeiten wurde im Dezember 2010 begonnen. Nach den ersten Installationen unterbrachen starke Schneefälle die Arbeiten, die im März 2011 fortgesetzt wurden. Es erfolgten vor Ort die Montage der Stahlkonstruktion, der eigentliche Einbau der Beton-Brückenplatte und des Handlaufs sowie des Fahrleitungsschutzdaches. In der Nachtbetriebspause vom 18. auf den 19. Mai 2011 versetzte ein Strassen gängiger Kran das gesamte Bauwerk über die Gleisanlage.

Die Spannweite der Brücke ist so bemessen, dass ein zukünftiges zweites Gleis für die Doppelspur Schindellegi – Biberbrugg ohne weitere Massnahme realisierbar ist.

26 ungesicherte Bahnübergänge
Auf dem Abschnitt Biberbrugg – Arth-Goldau bestehen heute noch total 26 ungesicherte Bahnübergänge, die bis 2014 saniert werden müssen. Davon haben fünf öffentlichen und 21 privaten Charakter. Sechs Bahnübergänge werden aufgehoben. Drei weitere werden mit neuen optisch-akustischen Sicherungsanlagen versehen. Mit Bedarfsschranken, die Berechtigte von Hand bedienen können, werden 13 Bahnübergänge ausgerüstet. Vier Bahnübergänge werden mit einer „Pfeiftafel“ ohne spezielle Sicherung versehen. Bei letzteren beiden handelt es sich um nur landwirtschaftlich genutzte Übergänge mit sehr schwachen Frequenzen.

Bahnübergänge – Sicherheit hat Vorrang
Am 9. Juni findet der alljährliche internationale Tag der Bahnübergänge statt. An diesem Tag wird auf die Gefahren der Bahnübergänge aufmerksam gemacht. Studien belegen, dass die grösste Gefahr an der Kreuzung von Schien und Strasse die Unachtsamkeit der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer darstellt. Oft sind es Ortskundige und regelmässige Benutzer der Bahnübergänge, die an Unfällen beteiligt sind. Ein Zug kann nicht ausweichen. Eine Tatsache, die ebenso gern vergessen geht wie das Ungleichgewicht der Kräfte und der gewaltigen Wirkung bei einer Kollision mit dem Zug. Deshalb werden seit Jahren grosse Anstrengungen unternommen, um die Risken an ungesicherten Bahnübergängen zu minimieren.

Siehe auch

  • Sanierung Bahnübergänge 2014
  • Autor: Redaktion

    Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

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