RailCom® Spezifikation fertig gestellt

Bei ihrem letzten Treffen am 31. Mai 2011 in Gießen hat die Arbeitsgruppe RailCom® (die Firmen ESU, Kühn, Lenz und Tams) die Spezifikation für den Rückmeldestandard RailCom® verabschiedet.

erstellt am 15. Juni 2011 @ 16:34 Uhr
Arbeitsgruppe RailCom® / ZIMO, Newsletter
Bei ihrem letzten Treffen am 31. Mai 2011 in Gießen hat die Arbeitsgruppe RailCom® (die Firmen ESU, Kühn, Lenz und Tams) die Spezifikation für den Rückmeldestandard RailCom® verabschiedet.

Damit ist nun die Grundlage geschaffen, dass auch andere Firmen, die nicht Mitglied der RailCom® Arbeitsgruppe sind, den Rückmeldestandard für ihre Produkte anwenden können.

RailCom® Lizenzen
Interessierte Firmen können sich ab Ende Juni 2011 an den Lizenzinhaber (Lenz Elektronik GmbH) wenden, um die Spezifikation zu erhalten. Die Lizenz wird kostenfrei vergeben und setzt die vollständige Einhaltung der Spezifikation voraus.

Die Lizenzvergabe hat also den einzigen Zweck, dafür zu sorgen, dass alle Produkte den gleichen Anforderungen genügen und miteinander kombinierbar sind. Dies ist eines der Ziele, die sich die RailCom® Arbeitsgruppe von Beginn an zum Nutzen der Modellbahner gesetzt hat.

Seit der Intermodellbau 2011 in Dortmund erklärte Herr Dr. Ziegler (Fa. ZIMO) mehrfach, die oben skizzierten Grundsätze des Lizenzvertrages nicht mehr als verbindlich anzuerkennen. Daher war die Fa. Lenz gezwungen, den mit ihm geschlossenen Lizenzvertrag zu kündigen.

RailComPlus®
In den kommenden Wochen wird sich die RailCom® Arbeitsgruppe intensiv mit der Spezifikation und Markteinführung von RailComPlus® beschäftigen. RailComPlus® ermöglicht unter anderem die automatische Anmeldung neuer Decoder an der Digitalzentrale.

ZIMO zur „RailCom-Affäre“
Update Nach Meinung der ZIMO Anwälte ist die von Lenz ausgesprochene Vertragskündigung unwirksam (aus „formellen und materiellen Gründen“, wie das auf „juristisch“ heißt); gegen diese wurde daher bereits Widerspruch eingelegt. ZIMO liefert somit weiterhin RailCom-fähige Decoder.

Trotzdem hat aber ZIMO in der Zwischenzeit auch die Arbeit an dem eigenen Rückmeldesystem wieder aufgenommen, das seit 1998 im Rahmen des eigenen DCC-Systems verwendet wird, zuvor schon abseits von DCC, bekannt als „ZIMO Zugnummernerkennung“. Dieses Verfahren wurde in den letzten 7 Jahren von ZIMO zurückgestellt und nicht weiterentwickelt, um eine gemeinsame Lösung, eben RailCom, zu ermöglichen. Aber eine auf den aktuellen technischen Stand gebrachte und funktionell erweiterte „Zugnummernerkennung“ (eben nicht nur Zugnummern und Weichenstellungen wie früher) hat großes Potenzial.

Es gibt auch einige Eigenschaften dieses alternativen Verfahrens , welche gegenüber RailCom Vorteile darstellen, beispielsweise im Verhalten bei Verwendung von beleuchteten Wagen (der „alten“ Art mit Glühlämpchen anstelle von LEDs). Daher ist es durchaus möglich, dass ZIMO die jetzt gemachten Erfahrungen nützen und kombinierte Lösungen anbieten wird.

Was RailCom betrifft, scheinen doch jene warnenden Stimmen recht zu behalten, die seit Langem sagen, dass ein unter Patentschutz stehendes Verfahren nicht zur Standardisierung geeignet wäre, weil die damit verbundene Lizensierungspolitik zur Marktbeherrschung missbraucht werden könnte, und zwar selbst im Falle des Verzichts auf Lizenzgebühren, alleine durch die Unterdrückung der innovativen Ideen des Mitbewerbs unter dem publikumswirksa-men Vorwand des Strebens nach Kompatibilität.

Autor: Redaktion

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