„Accordo dei Castelli“: Bahnverkehr Schweiz – Italien wird schrittweise ausgebaut und verbessert

Kanton Tessin, Region Lombardei, SBB, FS, TILO und Trenord unterzeichnen im Hinblick auf die Expo 2015 in Mailand den «Accordo dei Castelli»

Im Hinblick auf die Weltausstellung 2015 in Mailand werden der grenzüberschreitende Regionalverkehr zwischen dem Tessin und Mailand wie auch der internationale Verkehr auf der Gotthard- und der Simplonachse weiterentwickelt und verbessert. Vertreter der SBB AG, der Ferovie dello Stato italiane (FS), des Kantons Tessin und der Region Lombardei haben am 6. August 2011 in Bellinzona den „Accordo dei Castelli“ unterzeichnet. In diesem Abkommen vereinbaren sie einen Fahrplan, um entsprechende Massnahmen gemeinsam zu entwickeln und umzusetzen. Das Angebot im Regionalverkehr soll ausgebaut, die neue Linie Lugano-Mendrisio-Varese-Malpensa rechtzeitig in Betrieb genommen und der Fahrplan auf der Nord-Süd-Achse zuverlässiger werden. Im weiteren wollen die Vertragspartner das Freizeitangebot im Raum Tessin/Lombardei auf die Expo 2015 hin verstärken.

erstellt am 06. August 2011 @ 13:06 Uhr
SBB CFF FFS / Pro Bahn Schweiz
Kanton Tessin, Region Lombardei, SBB, FS, TILO und Trenord unterzeichnen im Hinblick auf die Expo 2015 in Mailand den «Accordo dei Castelli»

Im Hinblick auf die Weltausstellung 2015 in Mailand werden der grenzüberschreitende Regionalverkehr zwischen dem Tessin und Mailand wie auch der internationale Verkehr auf der Gotthard- und der Simplonachse weiterentwickelt und verbessert. Vertreter der SBB AG, der Ferovie dello Stato italiane (FS), des Kantons Tessin und der Region Lombardei haben am 6. August 2011 in Bellinzona den „Accordo dei Castelli“ unterzeichnet. In diesem Abkommen vereinbaren sie einen Fahrplan, um entsprechende Massnahmen gemeinsam zu entwickeln und umzusetzen. Das Angebot im Regionalverkehr soll ausgebaut, die neue Linie Lugano-Mendrisio-Varese-Malpensa rechtzeitig in Betrieb genommen und der Fahrplan auf der Nord-Süd-Achse zuverlässiger werden. Im weiteren wollen die Vertragspartner das Freizeitangebot im Raum Tessin/Lombardei auf die Expo 2015 hin verstärken.

An der Weltausstellung 2015 in Mailand werden zwischen 30 und 50 Millionen Besucher erwartet. Für den öffentlichen Verkehr bietet sich die Chance, einen wesentlichen Teil der Besucher sicher, umweltschonend und komfortabel an diesen Grossevent zu bringen. Die SBB AG, die Ferrovie dello Stato italiane (FS), TILO und Trenord sowie der Kanton Tessin und die Region Lombardei wollen schon heute sicherstellen, dass 2015 sowohl im grenzüberschreitenden Regionalverkehr als auch im internationalen Fernverkehr bis Mailand 2015 ein leistungsfähiges, attraktives Angebot für die Kundinnen und Kunden besteht. Deshalb haben Marco Borradori, Direktor des Departments für Raumplanung des Kantons Tessin, Raffaele Cattaneo, Assessor für Infrastruktur und Mobilität der Region Lombardei, Andreas Meyer, CEO der SBB AG, Mauro Moretti, CEO der Ferrovie dello Stato italiane FS, Giuseppe Biesuz, CEO der Trenord (Tochtergesellschaft der FS für den Regionalverkehr Lombardei), und Roberto Tulipani, CEO der TILO SA (Tochtergesellschaft der SBB/Trenord für den Regionalverkehr Tessin-Lombardei), das Abkommen «Accordo dei Castelli» unterzeichnet. Darin vereinbaren sie, die dafür notwendigen Massnahmen gemeinsam zu entwickeln und fristgerecht umzusetzen. Alle Beteiligten sind sich einig, dass die Weiterentwicklung des öffentlichen Verkehrs in dieser Region und das Nutzen von Synergien von grösster strategischer Bedeutung sind. Die sechs Partner verpflichten sich, bei den projektierten Infrastrukturbauten im jeweiligen Zuständigkeitsbereich die richtigen Prioritäten zu setzen, die sich im Bau befindlichen Werke rechtzeitig in Betrieb zu nehmen und die Leistungen gezielt auszubauen. Die schrittweise Weiterentwicklung und die Verbesserung der Qualität der grenzüberschreitenden Eisenbahnangebote umfasst verschiedene Aspekte in den Bereichen Fahrplan, Rollmaterial, und Infrastruktur; diese Themen müssen von den Beteiligten mit hoher Aufmerksamkeit angegangen werden. Der Schwung der Expo 2015 in Italien soll genutzt werden, um dauerhafte Verbesserungen auch im Hinblick auf die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels zu erreichen.

Regelmässige Treffen, um die Umsetzung der Massnahmen zu überprüfen
Die Partner des „Accordo dei Castelli“ haben einen Aktionsplan unterzeichnet, in dem sie die wichtigsten Ziele, Zuständigkeiten und Termine definieren. Sie werden sich auf technischer Ebene wie auch auf Ebene der Unternehmensleitungen mindestens einmal pro Jahr treffen, um die konkreten Fortschritte zu überprüfen. Ein erstes Treffen wird spätestens im März bzw. August 2012 stattfinden.

Das Abkommen «Accordo dei Castelli» ergänzt die Arbeiten des italienisch-schweizerischen Lenkungsausschusses, welcher auf Ministerebene strategische Projekte für die Entwicklung des internationalen Bahnverkehrs und für die Stärkung des grenzüberschreitenden Regionalverkehrs zwischen den beiden Ländern diskutiert.

Zuverlässige internationale Verbindungen, höhere Qualität und neue Züge
Eines der wichtigsten gemeinsamen Ziele von SBB und FS ist es, die Qualität des Angebotes im internationalen Fernverkehr auf der Gotthardachse in den nächsten Jahren spürbar spürbar zu verbessern. Der Massnahmenplan wird bis im Dezember 2011 definiert, die beiden Bahnen entwickeln in enger Zusammenarbeit Massnahmen, um die Fahrzeiten bis 2013 auf ein hohes Pünktlichkeitsniveau zu bringen. SBB und FS werden durch Anpassungen und Verbesserungen beim Rollmaterial – die störungsanfälligen ETR-470-Züge der SBB werden schrittweise durch konventionelles Rollmaterial ersetzt und Ende 2014 eingestellt – und beim Fahrplan dafür sorgen, dass die Züge auf der Nord-Süd-Achse künftig pünktlicher und zuverlässiger verkehren als heute. Diese Massnahmen dürfen jedoch die Pünktlichkeit im regionalen Personenverkehr nicht beeinträchtigen. Um langfristig attraktive und stabile Fahrzeiten anbieten zu können, plant die SBB bis im Dezember 2011 die Ausschreibung der neuen internationalen Züge für die Gotthardachse. Diese modernen, komfortablen Züge werden im internationalen Fernverkehr ab Dezember 2016 im Einsatz stehen. Sie müssen in den italienischen Trassenplan passen. Deshalb ist die Abstimmung von neuem Rollmaterial mit den Trassenplänen insbesondere im hochbelasteten Knoten um Mailand von grosser Bedeutung.

In Zusammenhang mit den internationalen Verbindungen verpflichten sich die SBB und die FS auch, das ab Dezember 2012 gültige Angebot zwischen der Schweiz und Italien (Gotthard- und Simplonachse) bis Ende 2011 gemeinsam mit dem Kanton Tessin und der Region Lombardei sowie den Betreibern der Regionalverkehrsleistungen auszuarbeiten.

Linie Lugano–Mendrisio–Varese–Malpensa und RegioExpress Tessin–Mailand
Die beteiligten Partner wollen den grenzüberschreitenden Regionalverkehr im Hinblick auf die Expo 2015 koordiniert weiterentwickeln. Sie haben sich verpflichtet, alles in ihrer Macht stehende zu unternehmen, um die zukünftige Linie Lugano–Mendrisio–Varese–Malpensa (FMV) rechtzeitig in Betrieb nehmen zu können und die für die Angebotserweiterung erforderliche Verstärkung der TILO-Flotte wie auch die Finanzierung innert kurzer Frist zu definieren.

Im Abkommen haben sie auch festgehalten, dass die Interoperabilität des TILO-Lokpersonals im Hinblick auf die Eröffnung der FMV-Verbindung gefördert und die die beliebte RegioExpress-Verbindung von TILO zwischen dem Tessin und Mailand mindestens bis zur Inbetriebnahme des Ceneribasistunnels aufrechterhalten werden soll. Bis im Dezember 2013 wird die SBB und TILO in Zusammenarbeit mit Trenord und in Absprache mit den Bestellern allfällige Zusatzleistungen definieren.

Das Abkommen «Accordo dei Castelli» umfasst ausserdem weitere Themen wie die Erweiterung des Tarifverbunds Tessin und Moesano (Arcobaleno) auf die grenzüberschreitenden Linien. Zudem sollen im Hinblick auf die Expo 2015 in Mailand die Freizeitangebote in der gesamten Region gezielt ausgebaut werden.

Update Stellungnahme Pro Bahn Schweiz:
Worten Taten folgen lassen

Der Bahnverkehr zwischen der Schweiz und Italien soll verbessert werden, so die Absicht der beiden Bahnchefs Andreas Meyer (SBB) und Mauro Moretti (TRENITALIA), die in einem in einem geschichtsträchtigen Castello als „Accordo dei Castelli“ unterzeichnet worden ist.

Pro Bahn Schweiz, die Interessenvertretung der Kundinnen und Kunden des öffentlichen Verkehrs, nimmt von diesen Absichten erfreut Kenntnis, wünscht aber, dass nun den Worten unmissverständliche Taten folgen. Es wäre schade, wenn der berühmte Ausspruch „Die Botschaft hör’ ich wohl, doch mir fehlt der Glaube“ nach diesen Besprechungen – die Pro Bahn Schweiz übrigens positiv würdigt – Tatsache würde.

Taten sind also beispielsweise sofort stündliche und zuverlässige Verbindungen zwischen dem Tessin und Mailand, Tat ist auch eine Verbesserung der gegenwärtigen Situation, auch wenn damit vorübergehend eine Verlängerung der Reisezeit verbunden ist. Taten sind schliesslich Direktzüge von der Schweiz nach Genua, Rom und Venedig. Zur Erfüllung dieser von Pro Bahn Schweiz gestellten Forderung nach Direktzügen gibt es zwei überzeugende Begründungen: In Italien die Weltausstellung von Mailand 2015 und in der Schweiz die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels ein Jahr später. Bis spätestens zu diesem Zeitpunkt müssen diese Forderungen erfüllt sein – wenn sich vorher schon schrittweise Verbesserungen erzielen lassen, dann umso besser.

Weblinks

Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

Ein Gedanke zu „„Accordo dei Castelli“: Bahnverkehr Schweiz – Italien wird schrittweise ausgebaut und verbessert“

  1. Erwartungen = Null!

    Nichts funktioniert mit Trenitalia! Lauter heisse Luft des Italieners. Es wird wohl nichts werden – siehe Cisalpino, TILO, Zusammenarbeit mit Trenitalia im Cargo Bereich, Zusammenarbeit auf Brennerlinie mit ÖBB/DB usw. Die Liste ist beliebig verlängerbar!
    Trenitalia ist nur stark im Verdrängen der besseren Konkurrenten!

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