SBB Cargo setzt Sanierungsmassnahmen um: Bis 2013 werden rund 200 Stellen in der Verwaltung abgebaut

Um ihre Konkurrenzfähigkeit zu erhöhen, baut SBB Cargo in der Administration und Verwaltung in den kommenden Jahren rund 200 Stellen ab. Sie sind Teil des im Juli angekündigten Sanierungsprogramms, mit dem das Unternehmen ab 2013 ein ausgeglichenes Resultat erreichen will. Betroffen ist vor allem der Hauptsitz in Basel.

erstellt am 11. Oktober 2011 @ 16:19 Uhr
SBB CFF FFS Cargo / transfair
Um ihre Konkurrenzfähigkeit zu erhöhen, baut SBB Cargo in der Administration und Verwaltung in den kommenden Jahren rund 200 Stellen ab. Sie sind Teil des im Juli angekündigten Sanierungsprogramms, mit dem das Unternehmen ab 2013 ein ausgeglichenes Resultat erreichen will. Betroffen ist vor allem der Hauptsitz in Basel.

SBB Cargo hat ihre Produktivität in den letzten Jahren bereits stark erhöht und Verbesserungsmassnahmen mit einer Wirkung von über 100 Millionen Franken umgesetzt. Der Wagenladungsverkehr in der Schweiz verursacht jedoch weiterhin finanzielle Verluste. Wie bereits im Juli 2011 kommuniziert, haben sich die unternehmerischen Risiken in den letzten Monaten zusätzlich verschärft. SBB Cargo hat deshalb Massnahmen mit einer Wirkung von 80 Mio. Franken erarbeitet, um bis 2013 ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen. Der Bundesrat verlangt in seinen strategischen Vorgaben, dass der Wagenladungsverkehr SBB Cargo mittelfristig eigenwirtschaftlich ist.

Kosten senken, um die Konkurrenzfähigkeit zu erhöhen
Teil dieses Massnahmenpakets ist die Reduktion der Strukturkosten, also aller Kosten, die unabhängig vom Transportvolumen anfallen. Diese sind heute deutlich höher als in der Gütertransportbranche üblich. Damit ist SBB Cargo im Wettbewerb mit anderen Anbietern noch nicht genügend konkurrenzfähig.

Die Kosten für das Personal in der Administration und Verwaltung machen einen grossen Teil der Strukturkosten aus. SBB Cargo muss daher die Zahl der Stellen in diesen Bereichen reduzieren. Erreicht wird dies unter anderem mit der Einführung von einfacheren, unternehmensweit standardisierten Abläufen. Damit fallen vor allem in der Finanz- sowie der Vertriebsabteilung und in der Informatik bisher ausgeführte Arbeiten weg.

Stellenabbau so weit als möglich über die natürliche Fluktuation
Mit diesen und weiteren Massnahmen werden über die nächsten Jahre, ein grosser Teil davon bis 2013, rund 200 Stellen in Administration und Verwaltung abgebaut – vor allem am Hauptsitz von SBB Cargo in Basel, vereinzelt auch in den Regionen. Wie bei den SBB üblich, wird es im GAV-Bereich keine Entlassungen geben. Der Stellenabbau soll so weit als möglich über die natürliche Fluktuation erfolgen. Mitarbeitende, welche dennoch ihre Stelle verlieren, werden bei der Stellensuche und beruflichen Neuorientierung durch die SBB unterstützt.

Die Reduktion der Strukturkosten bei SBB Cargo ist Teil der im September angekündigten Programme, mit denen die SBB ihre Effizienz und Produktivität weiter steigern und Massnahmen mit einer Wirkung von 550 Mio. Franken umsetzen will. Bis 2017 wird die SBB ihre Struktur- und Verwaltungskosten insgesamt um rund 220 Mio. Franken oder einen Fünftel reduzieren.

Stellungnahme transfair:
transfair überwacht die Abbaumassnahmen von SBB Cargo mit Argusaugen

SBB Cargo AG hat angekündigt, bis 2013 insgesamt über 200 Stellen in der Administration und Verwaltung in Basel abzubauen, um die Strukturkosten zu reduzieren. transfair wurde am 30. August 2011 darüber informiert. Cargo stellte damals die neue Prozessabwicklung im Vertrieb sowie die geplanten personalrelevanten Schritte für die Bereiche Finanzen, Human Resources, Unternehmensentwicklung Produktion, Asset Management und Vertrieb vor. transfair verlangte fristgerecht eine Konsultationsphase und stellte verschiedene Forderungen und Fragen.

SBB Cargo AG antwortete transfair anfangs Oktober. Auf die Forderung nach einem Aufschub des Stellenabbaus wurde nicht eingegangen. Genausowenig will SBB Cargo die Vergabe von Mandaten an Externe aufheben. Man sei auf das Know-how dieser Leute angewiesen. Die Forderung nach einem Begleitausschuss hingegen wurde erfüllt. Eine erste Terminumfrage läuft bereits. SBB Cargo verspricht zudem, den Stellenabbau transparent und nachvollziehbar umzusetzen.

transfair wird im Begleitausschuss Einsitz nehmen und darauf achten, dass alle möglichen mildernden Massnahmen umgesetzt werden und der Abbau sozialverträglich abläuft. Dass aber SBB Cargo heute mit der Mitteilung an die Presse geht, ohne die Sozialpartner zuvor zu informieren, finden wir enttäuschend.

Bei allem Respekt für die Herausforderung, die dieses Projekt für SBB Cargo bedeutet, fordert transfair, den Stellenabbau über die natürliche Fluktuation zu vollziehen und dabei eine zeitliche Verzögerung in Kauf zu nehmen. SBB Cargo hat Transparenz versprochen. Jetzt werden wir sie daran messen.

Damit transfair den vom Abbau betroffenen Mitgliedern effizient und wirksam helfen kann, bitten wir um eine frühzeitige Kontaktaufnahme (Hotline: 0848 112 848).

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Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

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