VBZ: Frauen gehören ganz nach vorn

Warum und wie die VBZ Frauen in der Personalwerbung überproportional ansprechen.

erstellt am 23. August 2011 @ 14:12 Uhr
Verkehrsbetriebe Zürich
Warum und wie die VBZ Frauen in der Personalwerbung überproportional ansprechen.

Wir bewegen Zürich
Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) beschäftigen 2400 Mitarbeitende und stellen pro Jahr rund 200 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an – Tendenz steigend. Der Ausbau des Angebots wie die Inbetriebnahme des Trams Zürich West im Dezember und die in den nächsten Jahren steigenden Pensionierungszahlen (die Baby Boomer gehen in Pension) sind die Hauptgründe dafür.

Schon heute sind im Wirtschaftsraum Zürich gut ausgebildete Berufsleute und motivierte Fahrerinnen und Fahrer Mangelware. Man spricht von einem Arbeitnehmermarkt: Die Mitarbeitenden wählen immer mehr ihren Arbeitgeber aus, und nicht mehr umgekehrt. Darum bewerben sich konsequenterweise seit über einem Jahr die VBZ-Chefinnen und Chefs bei potenziellen Mitarbeitenden, und zwar per Video. Mit grossem Erfolg übrigens. Jetzt lenken die VBZ ihre Aufmerksamkeit in der Personalsuche verstärkt auf die eine Hälfte des Arbeitsmarktes – auf die Frauen.

Die Frauen und die VBZ
Zwei aktuelle VBZ-Kennzahlen sind geradezu paradox: Die VBZ befördern täglich mehr als 800’000 Fahrgäste, über 50% davon sind Frauen. Und: Auf dem Arbeitsmarkt sind 45% aller Erwerbstätigen Frauen. Aber bei den VBZ arbeiten nur 17% Frauen. Und in nur 21% aller Trams sitzt eine Frau ganz vorn!

Die Gründe dafür sind im hohen Anteil handwerklich-technischer Berufe und im Umstand, dass die über 1200 Jobs in den Bus- und Tramcockpits bis vor wenigen Jahren typische Männerdomänen waren, zu suchen. Das soll sich in den nächsten Jahren ändern und dafür gibt es gute Gründe. Auf Frauenpower zu setzen lohnt sich, denn gut durchmischte Teams sind nachweislich produktiver. Frauen sind sozial kompetent und wirken integrativ. Und am Steuer agieren Frauen umsichtig und reagieren gelassen. Davon profitieren alle Mitarbeitenden, die Fahrgäste und die VBZ.

In den letzten Jahren haben die Frauen längst alle VBZ Berufswelten (die VBZ bieten über 50 Berufe an) erobert. So arbeiten heute engagierte Frauen als Schreinerin, Ingenieurin, Fahrleitungsmonteurin, Serviceleiterin, Automechanikerin, Finanzchefin, Disponentin und, durch ihre exponierte Tätigkeit deutlich sichtbar, als Bus- und Tramfahrerin. Und doch: Die Verkehrsbetriebe werden von Frauen noch zu wenig stark als attraktive Arbeitgeberin wahrgenommen. Dabei sind für die VBZ ein gleich guter Lohn für Frauen und Männer ebenso selbstverständlich wie Weiterbildung oder Aufstiegsmöglichkeiten für Alle.

Auch Teilzeitarbeit oder der Wiedereinstieg nach einer Familienpause sind nahezu in allen Bereichen problemlos möglich (im Bereich Tram ist Teilzeit nach dem ersten Anstellungsjahr möglich). Die Berufe in den Hightech-Cockpits von Tram und Bus verlangen heutzutage keinerlei physische Voraussetzungen (mehr).

Die Talente von Frauen für das Führen von Trams und die überdurchschnittliche Qualität weiblicher Bewerbungen belegen aktuelle Zahlen der VBZ. 2010 sind knapp 1000 Bewerbungen für die freien Stellen in den Trams eingegangen. Bei den daraus resultierenden Anstellungen waren erfreuliche 36% Frauen. Und dies, obwohl nur gerade enttäuschende 16% aller Bewerbungsdossiers von einer Frau abgeschickt wurden. Das soll sich jetzt ändern. Die Verkehrsbetriebe wollen mit einer erfrischenden Kampagne verhindern, dass Frauen künftig ihre freien Stellen übersehen. Dazu sprechen sie Frauen überproportional an.

Die Idee
Frauen überproportional ansprechen – die VBZ nehmen das wörtlich. Mit überproportional grossen Inseraten und Plakaten verhindern sie, dass Frauen die interessanten Jobs bei den VBZ übersehen. Männer dürfen sich natürlich auch bewerben – sie müssen sich aber mit deutlich kleineren Werbeflächen begnügen. Parallel dazu schalten die VBZ auf ihrer Homepage ein Video mit Porträts unterschiedlichster Frauen auf, die sich schon heute bei den VBZ in teils aussergewöhnlichen Berufen engagieren.

Aktuell ist der Bedarf an Tramführerinnen speziell gross. Mit dem Tram Zürich West schaffen die VBZ rund 30 neue Arbeitsplätze. Weil auch in diesem Berufsfeld der Frauenanteil mit 21% tief ist, möchten die VBZ einen grossen Teil dieser Stellen mit freundlichen und zuverlässigen Frauen besetzen. Darum schalten die VBZ in der Tagespresse entsprechende überproportional grosse Inserate, auf den wichtigsten Verkehrsknoten im VBZ-Netz werben zusätzlich übergrosse Plakate für diesen Beruf am Puls Zürichs. Und die VBZ setzen auch auf persönliche Information. An einem ausschliesslich Frauen vorbehaltenen Informationsanlass am 3. September 2011 konnten sich Interessierte von erfahrenen Fahrerinnen in die Geheimnisse des Tramfahrens einweihen lassen und sich ein realistisches Bild über den Beruf als Tramfahrerin machen.

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Autor: Redaktion

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