Vorsicht beim Überqueren von Tramschienen

Ein TV-Spot zur Unfallverhütung ruft die Länge des Bremsweges eines Trams in Erinnerung

Stadt Zürich, Polizeidepartement
Ein TV-Spot zur Unfallverhütung ruft die Länge des Bremsweges eines Trams in Erinnerung

Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ), die Dienstabteilung Verkehr (DAV) des Polizeidepartements sowie die Stadtpolizei Zürich setzen ab 1. Dezember 2011 ihre gemeinsame Kampagne zur Verhinderung von Unfällen mit Trams fort. Mit TV-Spots, Plakaten und einem Wettbewerb wird aufgezeigt, warum sich die Verkehrsteilnehmenden vor dem Überqueren der Tramgeleise vergewissern sollten, dass kein Tram herannaht.

«Warum bremst der Tramführer nicht schon längst und warum steht das Tram nicht endlich still?» Diese Fragen dürften schon zahlreiche Personen beschäftigt haben, die Zeugen einer Kollision oder einer Fast-Kollision mit einem Tramzug geworden sind. Antworten und Erklärungen gibt es im neuen TV-Spot. Auf eindrückliche Art und Weise wird dargestellt, dass der Bremsweg eines Tramzuges in der Regel rund dreimal länger ist als derjenige eines Autos. Muss bei 20 km/h eine Schnellbremsung eingeleitet werden, so steht ein Auto bei trockener Fahrbahn nach drei Metern still, ein Tramzug von 26 bis 40 Tonnen Gewicht hingegen erst nach zehn Metern. Bei doppelter Geschwindigkeit benötigt ein Tramzug gar 30 Meter, ehe er zum Stillstand kommt – das Auto dagegen nur zehn Meter. Der Grund der unterschiedlichen Bremsweglängen liegt unter anderem in der Bodenhaftung. Stahlräder auf Stahlschienen haben weniger Reibung als Gummipneus auf Asphalt.

Der TV-Spot wird ab 1. Dezember 2011 bis Ende Januar 2012 und dann wieder im Frühling und im Herbst 2012 ausgestrahlt. Im Frühling und Herbst 2012 unterstützen zudem Plakataushänge die Kampagne.

Auch wenn das Tram statistisch gesehen noch immer das sicherste Verkehrsmittel in der Stadt ist, so ereignen sich in der Stadt Zürich pro Jahr durchschnittlich dennoch ca. 120 Unfälle mit Beteiligung eines Trams; teilweise mit schwerwiegenden Folgen für die involvierten Personen. 90 Prozent der Unfälle sind dabei auf das Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmender zurückzuführen. Unaufmerksamkeit, Ablenkung und das Missachten des Tramvortrittes sind die häufigsten Unfallursachen. Einige dieser Unfälle hätten sich vermeiden lassen, wenn die Verkehrsteilnehmenden die Situation richtig eingeschätzt hätten. So geniesst das Tram etwa gegenüber Fussgängerinnen und Fussgängern den Vortritt, selbst auf dem Fussgängerstreifen. Zahlreich sind auch Unfälle zwischen Trams und abbiegenden Fahrzeugen. Einerseits werden die herannahenden Tramzüge nicht wahrgenommen, andererseits wird darauf vertraut, dass das Tram – sollte das Abbiegemanöver nicht rechtzeitig abgeschlossen sein – im Notfall anhalten kann. Aufgrund des langen Bremswegs des Trams ist dies allerdings nicht immer möglich.

Folgender Sicherheitstipp für alle Verkehrsteilnehmenden in der Stadt Zürich hilft, Unfälle mit Trambeteiligungen zu verhindern: Vergewissern Sie sich vor dem Überqueren von Tramgeleisen immer mit einem Blick nach links und nach rechts, ob kein Tram naht. Verzichten Sie im Zweifelsfalle auf ein Überqueren der Geleise und warten Sie, bis das Tram an Ihnen vorbei gefahren ist.

In den letzten sechs Jahren zeigte die gemeinsame Kampagne der Verkehrsbetriebe Zürich, der Dienstabteilung Verkehr und der Stadtpolizei jeweils auf, wie sich Verkehrsteilnehmende im Umgang mit dem Tram richtig zu verhalten haben. Der neue TV-Spot und die dazugehörige Plakatkampagne vermitteln dieses Wissen auf anschauliche Weise und sorgen so für mehr Verkehrssicherheit.

Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

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