SBB-Löhne für 2012 sind unter Dach und Fach: Abschluss der Lohnverhandlungen mit den Gewerkschaften

Am Mittwoch (23.11.2011) haben sich die SBB und die Verhandlungsdelegation der Gewerkschaften über die Lohnmassnahmen fürs kommende Jahr verständigt. Insgesamt sind Lohnmassnahmen im Umfang von 1,25 Prozent für das Jahr 2012 vereinbart worden. Die generelle Lohnerhöhung beträgt 0,5 Prozent, für individuelle Erhöhungen sind ebenfalls 0,5 Prozent reserviert, für ausserordentliche Leistungen 0,25 Prozent. Zudem wurde vereinbart, die Senkung des technischen Zinses und des Umwandlungssatzes bei der Pensionskasse SBB mit Massnahmen zugunsten der Versicherten abzufedern.

erstellt am 24. November 2011 @ 12:30 Uhr
SBB CFF FFS / SEV / transfair / VSLF, Newsletter, VSLF Nr. 334, 24. November 2011 HG / KVöV
Am Mittwoch (23.11.2011) haben sich die SBB und die Verhandlungsdelegation der Gewerkschaften über die Lohnmassnahmen fürs kommende Jahr verständigt. Insgesamt sind Lohnmassnahmen im Umfang von 1,25 Prozent für das Jahr 2012 vereinbart worden. Die generelle Lohnerhöhung beträgt 0,5 Prozent, für individuelle Erhöhungen sind ebenfalls 0,5 Prozent reserviert, für ausserordentliche Leistungen 0,25 Prozent. Zudem wurde vereinbart, die Senkung des technischen Zinses und des Umwandlungssatzes bei der Pensionskasse SBB mit Massnahmen zugunsten der Versicherten abzufedern.

Zusammen mit den Sozialpartnern hat die SBB bei den diesjährigen Lohnverhandlungen ein adäquates Paket geschnürt. „Dass wir trotz einer faktischen Null-Teuerung eine generelle Lohnerhöhung vorsehen, ist Ausdruck der Wertschätzung für die hervorragenden Leistungen unserer Mitarbeitenden. Sie erbringen tagtäglich eine Meisterleistung“, bilanzierte SBB-Personalchef Markus Jordi. Die Einigung bei den Lohnverhandlungen 2012 bringe auch das beidseitige Bewusstsein für den verantwortungsvollen Umgang mit den personellen und finanziellen Ressourcen der SBB zum Ausdruck, so Jordi weiter.

Als eine der ersten grossen Pensionskassen hat jene der SBB den technischen Zins und den Umwandlungssatz im Rahmen des Grundlagenwechsels (BVG 2010) gesenkt. Die SBB anerkennt, dass dies bei den Versicherten mit beträchtlichen Leistungskürzungen verbunden ist. In Übereinkunft mit den Sozialpartnern wurden darum Massnahmen zur nachhaltigen Abfederung dieses Leistungsabbaus vereinbart. Per 1. Oktober 2012 erhöht die SBB die Sparbeiträge der Arbeitgeberin zu Gunsten aller Versicherten um 2 Prozent. „Damit unterstreicht die SBB ihre Position als attraktive und soziale Arbeitgeberin“, hält Markus Jordi fest. Um die Nachhaltigkeit dieser Massnahme sicherzustellen, wurde in Absprache mit den Sozialpartnern vereinbart, für 2013 auf eine generelle Lohnerhöhung zu verzichten. Dies gilt unter dem Vorbehalt der Zustimmung aller beteiligten Gremien der Sozialpartner.

Stellungnahme SEV:
SEV und SBB sind sich über die Lohnmassnahmen 2012 einig geworden: Lohnmassnahmen von 1,25 Prozent plus Abfederung des Leistungsabbaus der Pensionskasse

Die SBB und die Verhandlungsgemeinschaft der Gewerkschaften haben sich für das kommende Jahr auf Lohnmassnahmen im Umfang von 1,25% geeinigt. Die generelle Lohnerhöhung beträgt 0,5%, für individuelle Erhöhungen sind ebenfalls 0,5% vorgesehen und für ausserordentliche Leistungen 0,25%. Zudem gleicht die SBB die Stabilisierungsmassnahmen bei der Pensionskasse SBB für die Versicherten aus.

Die Pensionskasse SBB hat im Oktober mitgeteilt, dass sie per 1. Oktober 2012 den technischen Zins von 3,5% auf 3% senken wird und den Umwandlungssatz von bisher 6,5% auf 5,8%, dies um der steigenden Lebenserwartung und den tiefen Kapitalmarktzinsen Rechnung zu tragen. Für die Versicherten führen diese „Stabilisierungsmassnahmen“ zu beträchtlichen Leistungskürzungen. Diese werden nun weitgehend ausgeglichen, indem die SBB per 1. Oktober 2012 ihre Sparbeiträge zu Gunsten aller Versicherten um 2% erhöht. Im Gegenzug wurde vereinbart, für 2013 auf eine generelle Lohnerhöhung zu verzichten, sofern die Teuerung 2012 nicht mehr als 1,5% beträgt.

Damit wird die SEV-Forderung nach Schadloshaltung des Personals beim neusten Leistungsabbau der Pensionskasse erfüllt. „Nachdem in den letzten Jahren die Leistungskürzungen bei der Pensionskasse SBB die Altersrenten im Vergleich zum letzten Lohn bereits von 60 auf deutlich unter 50 Prozent sinken liessen, war eine weitere Senkung für den SEV inakzeptabel“, hält SEV-Präsident Giorgio Tuti fest. „Eine Arbeitgeberin, die sich als attraktiv und sozial bezeichnet, muss dem Personal ein Alter in Würde ermöglichen!“ Nicht zu vergessen ist, dass die Mitarbeitenden weiter einen Sanierungsbeitrag von 2,5% leisten müssen, bis der Deckungsgrad auf 100% ist.

Die Lohnmassnahmen von 1,25% entsprechen zwar nicht der vollen SEV-Forderung. Dennoch hat der rund 20-köpfige GAV-Ausschuss des SEV das Verhandlungsresultat gestern mit Anerkennung genehmigt. „Ausschlaggebend dafür war neben der Abfederung des Leistungsabbaus der Pensionskasse vor allem auch die generelle Lohnerhöhung von 0,5%“, sagt SEV-Gewerkschaftssekretär Philipp Hadorn. „Nachdem das Personal in den letzten beiden Jahren mit Einmalprämien vorlieb nehmen musste, war für den SEV klar, dass es diesmal eine nachhaltige Lohnerhöhung geben muss.“ Dies umso mehr, als die SBB im September einen Halbjahresgewinn von 166 Millionen präsentiert und die Produktivität weiter gesteigert habe, so Hadorn weiter. „Das Personal, das sich Tag und Nacht für die Kund/-innen und das Unternehmen einsetzt, hat Anrecht auf eine Beteiligung an dessen Erfolg.“

Verbunden mit der generellen Lohnerhöhung werden per 1. Mai 2012 auch alle Lohnbänder um 0,5% angehoben, und per 1. Mai 2013 nochmals um 0,5%.

Stellungnahme transfair:
SBB erfüllt Forderungen nach Abfederungsmassnahmen Pensionskasse und mehr Lohn

Das Personal erhält eine generelle Lohnerhöhung von 0,5 Prozent. Für individuelle Erhöhungen stehen 0,5 Prozent zur Verfügung, die Prämien für überdurchschnittliche Leistungen betragen 0,25 Prozent. Das Hauptanliegen von transfair, die Auswirkungen des Grundlagenwechsels der Pensionskasse SBB abzufedern, wurde ebenfalls erfüllt. Die SBB erhöht per 1. Oktober 2012 die Sparbeiträge der Versicherten um 2 Prozent und federt damit künftige Leistungskürzungen nachhaltig ab.

„Unsere Hauptforderung, die Auswirkungen der Senkung des technischen Zinssatzes und des Umwandlungssatzes der Pensionskasse SBB nachhaltig abzufedern, wird mit der Erhöhung der Sparbeiträge um 2 Prozent erfüllt“, kommentiert der Branchenleiter öffentlicher Verkehr von transfair, Hanspeter Hofer das Lohnresultat für 2012. Die disparitätische Prämiengestaltung ist eine sehr gute Lösung für das Personal.

Die Löhne der Mitarbeitenden werden per 1. Mai 2012 um 0,5 Prozent generell erhöht und die individuellen Lohnmassnahmen gemäss Lohnsystem machen weitere 0,5 Prozent aus. Für überdurchschnittliche Leistungen sind weitere 0,25 Prozent reserviert, die in Form einer einmaligen Leistungsprämie gewährt werden. Insgesamt wurden Lohnmassnahmen im Umfang von 1,25 Prozent für 2012 vereinbart, die Erhöhung der Sparbeiträge löst zudem einen Aufwand von 1,5 Lohnprozenten aus.

transfair ist mit dem Resultat der Lohnverhandlungen zufrieden. Das Personal wird beim Leistungsabbau der Pensionskasse weitestgehend schadlos gehalten und erhält eine Lohnerhöhung, die sich gemessen an der Teuerung und am wirtschaftlichen Umfeld sehen lassen kann. Damit trägt die Unternehmung SBB auch dem hervorragenden täglichen Einsatz des Personals gebührend Rechnung.

Der Lohnabschluss gilt vorbehältlich der Zustimmung aller zuständigen Gremien.

Stellungnahme VSLF:
Abschluss Lohnverhandlungen SBB AG und SBB Cargo AG

Die Verhandlungsgemeinschaft der Sozialpartner VSLF, transfair, SEV und KVöV haben sich mit der SBB am 23. Nov. 2011 über die Lohnmassnahmen im Umfang von 1,25% für das Jahr 2012 geeinigt.

Die generelle Lohnerhöhung beträgt 0,5%, für die individuelle Lohnerhöhung der Angestellten im Aufstieg sind 0,5% der Lohnsumme vorgesehen sowie für die Gewährung der ausserordentlichen Leistungen gemäss Personalbeurteilung weitere 0,25%. Die Umsetzung dieser Massnahmen erfolgt auf den 1. Mai 2012. Verbunden mit der generellen Lohnerhöhung werden per 1. Mai 2012 und 1. Mai 2013 auch alle Lohnbänder um je 0,5% angehoben.

Zusätzlich wird die SBB die vom Stiftungsrat der Pensionskasse SBB in diesem Herbst beschlossenen Massnahmen der Senkung des technischen Zins vom 3,5% auf 3% und des Umwandlungssatzes von 6,5% auf 5,8% aufgrund der steigenden Lebenserwartung und der tiefen Zinserträgen auf den Kapitalmärkten weitgehend ausgleichen.
Der von allen Personalverbänden geforderte Ausgleich erfolgt durch die Erhöhung der Sparbeiträge aller Versicherten um zukünftig 2% ab dem 1. Okt. 2012. Im Gegenzug wurde vereinbart, für 2013 auf eine generelle Lohnerhöhung zu verzichten, sofern die Teuerung 2012 nicht mehr als 1,5% beträgt.

Das Ergebnis der Lohnverhandlung ist vorbehaltlich der Genehmigung durch die entsprechenden Gremien.

In Anbetracht des guten Halbjahresgewinns der SBB und der laufenden Produktivitätssteigerungen hat das Personal anrecht auf eine entsprechende Honorierung durch die SBB. Die Übernahme der Massnahmen PK SBB durch die SBB sowie die Gewährung einer generellen Lohnerhöhung trägt diesem Rechnung.

Stellungnahme KVöV:
KVöV und SBB sind sich über die Lohnmassnahmen 2012 einig geworden: Lohnmassnahmen von 1,25% plus Abfederung des Leistungsabbaus der Pensionskasse

(ots) Die SBB und die Verhandlungsgemeinschaft der Arbeitnehmerverbände haben sich für das kommende Jahr auf Lohnmassnahmen im Umfang von 1,25% geeinigt. Die generelle Lohnerhöhung beträgt 0,5%, für individuelle Erhöhungen sind ebenfalls 0,5% vorgesehen und für ausserordentliche Leistungen 0,25%. Zudem gleicht die SBB die Stabilisierungsmassnahmen bei der Pensionskasse SBB für alle Versicherten (GAV und OR) aus.

Die Pensionskasse SBB hat im Oktober mitgeteilt, dass sie per 1. Oktober 2012 den technischen Zins von 3,5% auf 3% senken wird und den Umwandlungssatz von bisher 6,5% auf 5,8%, dies um der steigenden Lebenserwartung und den tiefen Kapitalmarktzinsen Rechnung zu tragen. Für die Versicherten führen diese „Stabilisierungsmassnahmen“ zu beträchtlichen Leistungskürzungen. Diese werden nun weitgehend ausgeglichen, indem die SBB per 1. Oktober 2012 ihre Sparbeiträge (nachhaltig) zu Gunsten aller Versicherten um 2% erhöht. Im Gegenzug wurde vereinbart, für 2013 auf eine generelle Lohnerhöhung zu verzichten, sofern die Teuerung 2012 nicht mehr als 1,5% beträgt.

Damit wird die wichtige KVöV-Forderung nach Schadloshaltung des Personals beim neusten Leistungsabbau der Pensionskasse SBB erfüllt. „Nachdem in den letzten Jahren die Leistungskürzungen bei der Pensionskasse SBB die Altersrenten im Vergleich zum letzten Lohn bereits von 60% auf deutlich unter 50% sinken liessen, war eine weitere Senkung für den KVöV inakzeptabel“ fasst KVöV-Präsident Markus Spühler das Verhandlungsziel des KVöV zusammen. Nicht zu vergessen ist, dass die Mitarbeitenden weiterhin einen Sanierungsbeitrag von 2,5% leisten müssen, bis der Deckungsgrad 100% beträgt.

Die Lohnmassnahmen von 1,25% entsprechen zwar nicht der vollen Forderung. Dennoch hat der Zentralvorstand des KVöV das Verhandlungsresultat mit Anerkennung an beide Seiten genehmigt. Ausschlaggebend dafür war neben der Abfederung des Leistungsabbaus der Pensionskasse SBB vor allem auch die generelle Lohnerhöhung von 0,5%. „Nachdem das Kader in den letzten beiden Jahren mit Einmalprämien vorlieb nehmen musste, war für den KVöV klar, dass es diesmal eine nachhaltige Lohnerhöhung geben musste“ meint KVöV- Geschäftsführer Urs Meier. Dies umso mehr, als die SBB im September einen Halbjahresgewinn von 166 Millionen präsentiert und die Produktivität weiter gesteigert wurde.

Verbunden mit der generellen Lohnerhöhung werden per 1. Mai 2012 auch die Lohnbänder um 0,5% angehoben. Das gibt den Kadern in den Funktionsstufen, deren Lohnhöchstwerte mit Einführung des neuen SBB-Lohnsystems per 1. Juli 2011 gesenkt wurden, wieder eine Lohnperspektive. Die Lohnbänder werden per 1. Mai 2013 zudem nochmals um 0,5% erhöht.

KVöV fordert für OR-Kader mindestens gleichwertige Lohnmassnahmen
In einer Eingabe an die Konzernleitung hat der KVöV heute gefordert, dass die Kader mit Einzelarbeitsvertrag im Durchschnitt ebenfalls mindestens 1,25% nachhaltige Lohnerhöhung erhalten. „Alle Kader setzen sich für die KundInnen und das Unternehmen ein, dementsprechend haben auch alle ein Anrecht auf eine Beteiligung an dessen Erfolg und Produktivitätsfortschritt“, begründet KVöV- Präsident Spühler diese Forderung und KVöV-Geschäftsführer Meier hält fest: „zahlreiche OR-Kader haben in den letzten Jahren keine individuelle Lohnerhöhung erhalten, dies muss nun nachgeholt werden, um diese Vertragsform attraktiv zu machen“.

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