Kundenfeedbacks wiederspiegeln die schwierige Kapazitätssituation auf der Lötschberg-Simplon-Achse

Trasse Schweiz führt jährlich Kundengespräche mit denjenigen Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) durch, welche bei uns Trassen bestellen. Die Rückmeldungen geben uns wichtige Hinweise, wo und wie wir unsere Dienstleistungen noch effizienter und kundengerechter anbieten können.

Trasse Schweiz
Kundenfeedbacks Trasse Schweiz 2011 43242_01Trasse Schweiz führt jährlich Kundengespräche mit denjenigen Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) durch, welche bei uns Trassen bestellen. Die Rückmeldungen geben uns wichtige Hinweise, wo und wie wir unsere Dienstleistungen noch effizienter und kundengerechter anbieten können.

Die EVU beurteilten unsere Leistungen im Jahr 2011 grundsätzlich mit gut bis sehr gut. In den meisten Bereichen konnte der Vorjahreswert gehalten bzw. verbessert werden.

Dieses erfreuliche Ergebnis darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass der Prozessschritt „Konfliktlösung“ im Vergleich zu den Vorjahren kritischer beurteilt wurde, insbesondere von den Güterverkehrsunternehmen. Darin wiederspiegelt sich die angespannte Kapazitätssituation im Nord-Süd-Güterverkehr. Die zwingend erforderliche Sanierung des Simplon-Tunnels in den Jahren 2012 und 2013 reduziert die Anzahl verfügbarer Trassen auf der wichtigen Achse Basel – Lötschberg – Domodossola um einen Drittel; während der achtwöchigen Ertüchtigung der Kreuzungsstelle in der Tunnelmitte im Herbst 2012 gar um zwei Drittel.

Diese Ausgangslage löste zusammen mit Angebotsanpassungen im internationalen Personenverkehr netzweit 240 Trassenbestellkonflikte aus; im Vergleich zum Vorjahr annähernd eine Verdreifachung. Davon betrafen 128 Konflikte die Lötschberg-Simplon-Achse.

Bei Konflikten sucht trasse.ch zusammen mit den Infrastrukturbetreibern und den betroffenen EVU nach Alternativen, welche die Umsetzung aller Trassenbestellungen zu kommerziell akzeptablen Bedingungen ermöglichen. Dies gelang in 236 Fällen. Der Prozess war jedoch in der Einschätzung der betroffenen EVU zu aufwändig. Wir nehmen diese Kritik ernst und werden im 2012 den Prozess straffer führen.

In vier Konfliktfällen zwischen jeweils zwei Güterverkehrsunternehmen konnten trotz intensiven Bemühungen keine befriedigenden Alternativen gefunden werden. Die vier Trassen wurden jeweils derjenigen EVU zugeteilt, welche in einem Bietverfahren das höhere Gebot einreichte. Die Beträge fliessen als Element des Trassenpreises den Infrastrukturbetreibern zu. Die EVU anerkennen, dass es eine Regelung braucht. Angesichts der knappen Margen im Güterverkehr kritisieren sie aber den Umstand, für Kapazitätsengpässe zusätzlich bezahlen zu müssen.

trasse.ch wird den Ablauf des bislang einstufig durchgeführten Bietverfahrens zusammen mit den Beteiligten überprüfen. Zudem finden derzeit Gespräche mit dem Bundesamt für Verkehr statt, ob und unter welchen Voraussetzungen der Vergabeprozess durch eine differenziertere Prioritätenordnung ergänzt werden kann.

Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

Schreibe einen Kommentar