Am 2. Juni 2012 war es soweit: Das Bahnmuseum Albula öffnete seine Türen

Das Bahnmuseum Albula ist ein Ort für Familien und Bahnliebhaber. Es bietet sowohl Vermittlung und Information als auch Erlebnisse und Aktivitäten. Anhand multimedial inszenierter Räume, interaktiver Installationen, Klangräumen und Simulatoren sowie originaler Exponate vermittelt das Museum historische, kulturelle, wirtschaftliche und aktuelle Aspekte der spektakulärsten aller Schweizer Bahnstrecken, die Teil des UNESCO Welterbes ist.

erstellt am 01. Juni 2012 @ 16:00 Uhr
Stiftung Bahnmuseum Albula
Eroeffnung Bahnmuseum Albula Logo 47694_04Das Bahnmuseum Albula ist ein Ort für Familien und Bahnliebhaber. Es bietet sowohl Vermittlung und Information als auch Erlebnisse und Aktivitäten. Anhand multimedial inszenierter Räume, interaktiver Installationen, Klangräumen und Simulatoren sowie originaler Exponate vermittelt das Museum historische, kulturelle, wirtschaftliche und aktuelle Aspekte der spektakulärsten aller Schweizer Bahnstrecken, die Teil des UNESCO Welterbes ist.

Eroeffnung Bahnmuseum Albula Logo 47694_02Die Albulabahn: so aktuell wie eh und je
Die Albulabahn fasziniert nicht nur Bahnfreunde, sondern ist auch ein Paradebeispiel für technische und gesellschaftliche Entwicklungen. Diese Vorgänge und Zusammenhänge stellt die Dauerausstellung dar. Das beginnt bei der Alpenüberquerung – für Graubünden als Transitregion hatte der Reiseverkehr schon seit Jahrhunderten eine grosse Bedeutung. Bis die Albulabahn gebaut wurde, galt es viele Schwierigkeiten zu überwinden: die Auswirkungen der Eröffnung der Alpentransversalen in Österreich, Italien/Frankreich und des Gotthardtunnels, die Finanzierung, die Streckenführung in der alpinen Landschaft. Die Technik des Bahnbaus ist exemplarisch für die Errungenschaften vor über hundert Jahren: Tunnel- und Brückenbau, Geologie, Elektrifizierung. Die Bahn wurde als eine Art «Gesamtkunstwerk» gebaut, von der Streckenführung über die Architektur der Stationsgebäude bis zu den Lawinenverbauungen. Unterhalt, Renovierung und Erneuerung stehen in engem Zusammenhang mit der Aufnahme der Bahnstrecke ins UNESCO Welterbe. Die sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Aspekte sind auch heute noch ein Teil der Bahn: die Entwicklung des Fremdenverkehrs und der Hotellerie früher und heute. Die neuen Entwicklung im Verhalten der Feriengäste, in der Landwirtschaft, in der Politik und in der Finanzwirtschaft haben ihre Auswirkungen auf die Entwicklungen in den Regionen.

Eroeffnung Bahnmuseum Albula Logo 47694_03Ein Zeichen für Bergün und das obere Albulatal
Das Bahnmuseum Albula ist für den Ort Bergün und die Umgebung mit ihrem familienfreundlichen Tourismus ein Projekt mit Ausstrahlung. Andreas Dürst, Projektleiter und VRP der Bahnmuseum Albula AG: «Es hat unternehmerischen Mut gebraucht, das Projekt Bahnmuseum Albula anzugehen, denn die Investitionen belaufen sich immerhin auf knapp CHF 7 Mio. Heute sind wir sehr froh, dass wir diesen Mut aufgebracht haben. Dank grosszügigen Spenden von Privaten und Institutionen konnten wir in der strukturschwachen Region des oberen Albulatals Zeichen setzen: Bereits der Bau des Museums hat wichtige Mittel in die Region gebracht, denn, wo möglich, haben wir Aufträge an das lokale Gewerbe vergeben. Nun, da das Museum in Betrieb geht, wird es der Region, die bis zu 70 Prozent ihrer Wertschöpfung aus dem Tourismus generiert, helfen, die Prosperität nachhaltig zu steigern.»

Sammeln, Bewahren und Vermitteln
Das Bahnmuseum im ehemaligen Zeughaus beim Bahnhof Bergün bietet mit seinen multimedialen, illustrativen Inszenierungen und Animationen eine Vielzahl von Erlebnissen für Interessierte aller Art und jeden Alters. Pius Tschumi, Ausstellungsmacher der Firma Kunstumsetzung GmBh: «Ich vergleiche das Bahnmuseum etwa mit einem Volg-Laden: Es hat für jeden etwas – für den eiligen Besucher sind es die atmosphärischen Raumbilder der Dauerausstellung und die flüchtigen Bilder der Wechselausstellung, und für den Interessierten und langsamen Besucher hat es Material, um sich in die Materie zu vertiefen und sich einen ganzen Tag lang im Museum aufzuhalten. Es ist ein echtes Museum, das dem Sammeln, dem Bewahren und dem Vermitteln verpflichtet ist!»

Vom Bahnfan bis zur Schulklasse, im Bahnmuseum Albula finden die verschiedensten Interessens- und Altersgruppen ein spannendes Angebot.

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Ein Museum voller Erlebnisse!
Highlights aus dem Bahnmuseum
Im Zentrum des Museums steht die Bahn. Unter anderem mit folgenden Inszenierungen:

  • Das Rhätische Krokodil mit Fahrsimulator: Besucher können im Führerstand der historischen Lok mittels originaler Schalter und Hebel virtuell durch das Albulatal steuern.
  • Bernhard Tarnutzers Bahnmodell als offene Werkstatt: Die Anlage in Spur 0 (Massstab 1:45) zeigt die Gebäude entlang der Albulalinie im Zustand der 1950er und 1960er Jahre. Tarnutzer ist häufig in einer offenen Werkstatt anzutreffen, wo er gerne Auskunft über den Bau der Anlage gibt.
  • Der Topografiesimulator: Überlegungen zu Streckendistanz, Höhendistanz, Gesteinsbeschaffenheit, Lawinengefahr, Mindestradien in den Kurven, benötigte Leistung des Rollmaterials und Baukosten und so weiter werden anschaulich erläutert.
  • Das Schaudepot: Das Schaudepot mit seinen über 600 Objekten ist sowohl Lager als auch Werkstatt und beinhaltet Sammlungsgut aus Rollmaterial, Gleisbau und Kommunikationstechnik – und ist ein Standort für Basteltreffs, Seminare und Workshops.

Stichworte zum Gesamtkonzept
Das Bahnmuseum vermittelt mit einem ganzheitlichen Ansatz auch die ganze Komplexität der Bahn, zum Beispiel:

  • Geschichte: Graubünden als Transitregion, die Eröffnung der Alpentransversalen in Österreich, Frankreich und Italien sowie des Gotthardtunnels, das Ringen um eine Bündner Transitbahn
  • Technik: Technischer Fortschritt, Elektrifizierung, Techniken des Tunnelbaus
  • Gesellschaft: Die Fremdarbeiter im Tal, die Auswirkungen der Bahn auf die Wirtschaft
  • Tourismus: Errungenschaften und Auswüchse des Fremdenverkehrs
  • Kultur: Die Architektur der Stationsgebäude, die Entwicklung des Reisens in der Schweiz
  • Moderne Entwicklungen: Tourismus, Entschleunigung, Landwirtschaft, Arbeitsplätze, regionale Urbanisierung.

Angebot für Kinder und Schulklassen
Für Kinder bietet das Museum eine spezielle Reise mit Erlebnispotenzial. Kinder können sich auf eine eigene Tour begeben – wenn sie wollen, in eigens für sie geschneiderten Bahnuniformen und mit Bähnlertasche. Spezielle Billettentwerter weisen ihnen den Weg. Sie erfahren zum Beispiel auf spielerische Weise, warum ein Viaduktbogen aus Stein elastisch ist und dadurch das Gewicht einer ganzen Eisenbahn tragen kann. Oder sie können testen, wie geschickt sie sind, wenn sie virtuell einen Zug bremsen. Ein weiteres Thema ist die Komplexität des Kursbuches und die Kinder können eine ganze Bahnfahrt planen.

Für Kinder und Schulklassen gibt es spezielle Führungen durch die Dauerausstellung. Je nach Schulprogramm wird der Fokus einer Führung durch fachkundige Begleiter anders gelegt, zum Beispiel wird ausführlich über die Elektrifizierung der Schweiz, welche von Hotelpionieren vorangetrieben wurde, berichtet. Für Schulklassen besteht zusätzlich die Möglichkeit von Workshops in Ateliersituation. Durchführungszeiten werden auf der Webseite publiziert: www.bahnmuseum-albula.ch.

Kalka Shimla, die erste Wechselausstellung
Die erste Wechselausstellung im Bahnmuseum Albula stellt die Kalka Shimla Bergbahn in Nordindien vor. Diese Bergbahn ist auf vielen Ebenen vergleichbar mit der Albula- und Bernina-Strecke. Beide Bahnen wurden im Jahr 2008 als UNESCO Welterbe ausgezeichnet, beide überwinden auf spektakuläre Art Bergstrecken und werden als Alltagsbahnen von der Bevölkerung benutzt. Die Videokünstlerin Sonja Feldmeier war im Auftrag des Bahnmuseums in Indien unterwegs. Gemeinsam mit dem Fotografen Mark Niedermann hat sie zwischen Kalka und Shimla gefilmt und dabei viele Augenblicke, Stillleben und Aperçu festgehalten: Eine Affenfamilie die über den Bahnsteig zieht, ein alter Ballonverkäufer mit seiner bunten Ware, ein Bahnangestellter, der mit dem Pinsel pralle Jutesäcke beschriftet… Wie in einem Puzzle fügt Sonja Feldmeier verschiedene Videosequenzen zu einem Gesamtbild zusammen.

Bergün – ein idealer Standort für Ferien und Ausflüge
Das Bündnerdorf Bergün liegt nicht nur an der UNESCO-Bahnlinie, sondern auch am Weitwanderweg von Thusis nach Tirano, und am Bahnlehrpfad von Bergün nach Preda. Darüber hinaus bietet auch die unmittelbare Umgebung von Bergün eine Vielzahl von Naturerlebnissen. Mit dem Bahnmuseum erhält Bergün eine zusätzliche Attraktion, die sich ganz besonders auch als Schlechtwetteralternative und für Tagesausflüge anbietet. Stündliche Zugverbinden aus dem Unterland, von Davos und dem Oberengadin machen Bergün zu einem gut erreichbaren Ziel, und das Museum präsentiert das ganze Bahnuniversum im Kleinen – für Gross und Klein.

Das Bündner Bahnmuseum hat seine Fahrt aufgenommen
Am Wochenende vom 1. bis 3. Juni 2012 hat das Bahnmuseum Albula in Bergün offiziell seine Türen geöffnet und den ersten Ansturm überstanden. Über 2000 Besucher vertieften sich in die Ausstellung mit ihren interaktiven und multimedialen Inszenierungen, während unzählige Gäste draussen auf dem Platz der Bahnfreunde bei bestem Wetter Musik, Speis und Trank und zahlreiche Vergnügungen genossen.

Am Freitag empfing das Bahnmuseum zur zweiten Aktionärsversammlung. Gut 140 Aktionäre – der jüngste unter ihnen acht Jahre alt – trafen im Seminarraum im Dachstock des Museums zusammen. Interessierte können übrigens weiterhin Aktien erwerben und damit das Museum finanziell unterstützen.

Nach der Generalversammlung begrüsste Andreas Dürst, Projektleiter und VRP der Bahnmuseum Albula AG, die gut 500 geladenen Gäste, unter ihnen Vertreter der RhB und des Kantons Graubünden sowie des Vereins historic RhB und des Hauptsponsors Graubündner Kantonalbank, zahlreiche Gönner und Sponsoren, Unternehmer und als besondere Gäste Peter Füglistaler, Direktor des Bundesamtes für Verkehr und Mr. Vinay Mittal, Vorsitzender des Railway Board, Ministry of Railways India. Die Kalka-Shimla-Bahn in Nordindien, ebenfalls auf der Liste der UNESCO Weltkulturerbe, ist Objekt der aktuellen Sonderausstellung im Bahnmuseum.

Am Samstag und Sonntag fand das Volksfest zur Eröffnung statt. An über einem Dutzend Marktstände boten lokale Hersteller ihre Produkte an und präsentierten die Region von ihrer besten Seite. Zu Speis und Trank gab es Musik und Tanz mit den Bands Schtärneföifi, The Leave it all Behinders und Tomazobi – und als Höhepunkt rissen die Sepplis da Bravuegn mit ihrer lüpfigen Musik die Festgemeinde buchstäblich von den Bänken. Über 2000 Besucher verzeichnete das Museum bereits – am Eröffnungswochenende wurden sie in Gruppen durch die Ausstellung geführt. Die Verantwortlichen des Museums sind erfreut über die positiven Reaktionen der Bahnfreunde und der Bevölkerung und sie sind überzeugt, dass diese Institution langfristig Impulse für die Region und über die Region hinaus liefern wird.

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Autor: Redaktion

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