Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur: Lötschberg-Komitee erfreut – mit Vorbehalt

Das Lötschberg-Komitee nimmt mit Befriedigung die Beschlüsse des Ständerates zur Kenntnis. Der Ständerat wählte den „umfassenden Ausbauschritt“. Damit ist das Gros der Forderungen für die Lötschberg-Simplon-Achse erfüllt, so namentlich:

Lötschberg-Komitee
Das Lötschberg-Komitee nimmt mit Befriedigung die Beschlüsse des Ständerates zur Kenntnis. Der Ständerat wählte den „umfassenden Ausbauschritt“. Damit ist das Gros der Forderungen für die Lötschberg-Simplon-Achse erfüllt, so namentlich:

  • Der Kredit für den 1. Ausbauschritt wird von 3, 5 Mia CHF (Antrag Bundesrat) auf 6,4 Mia CHF erhöht (Antrag LK auf mindestens 6 Mia CHF).
  • Ausbauten in den Knoten Basel (inkl. Pratteln) und den Zulaufstrecken ins Mittelland sind als Projekte ausdrücklich im Bundesbeschluss aufgeführt.
  • Ausbauten im Knoten Bern und ein drittes Gleis Gümligen – Münsingen im Aaretal sind ebenso zur Realisierung beantragt, alle mit der Erfüllung bis ins Jahr 2025.
  • Bereitstellung eines Planungskredites für den Vollausbau des Lötschberg-Tunnels (Antrag LK auf 100 Mio CHF).
  • Sicherstellung der Finanzierung, wobei der Rat ein Mehrwertsteuer-Promille vorsieht.

Der Weiterausbau des Lötschberg-Basistunnels wird mit einer nicht abschliessend definierten Summe ausdrücklich erwähnt. Der Beitrag für grosse Planungen wird auf 400 Mio CHF erhöht, doch sind da noch andere Grossprojekte in Konkurrenz zum Lötschberg-Basistunnel. Konkret soll am Lötschberg die Bahntechnik auf dem Abschnitt Ferden – Mitholz so geplant werden, damit sie dann in einem nächsten Schritt auch realisiert werden kann. Positiv zu würdigen ist, dass der zweite Ausbauschritt bereits 2018 beschlossen und auf das Jahr 2030 (statt 2050) umgesetzt werden soll. Diese Beschleunigung bringt die Doppelspur am Lötschberg in „Sichtweite“. Negativ fällt auf, dass der Abschnitt Frutigen – Mitholz und die Umfahrung Frutigen nicht ausdrücklich erwähnt sind; damit verschiebt sich deren Realisierung nicht nur zeitlich weit nach hinten, sondern verlangt, dass das Bauwerk früher oder später auch noch eine dritte Etappe zur Folge haben wird.

Ebenfalls erfreut ist das Lötschberg-Komitee, dass der 3. Juradurchstich (Wisenbergtunnel) auch für die Planung vorgesehen ist. Der Juraübergang stellt ausdrücklich ein Engpass dar, wo sich internationale, nationale und regionale Personenverkehrszüge und Güterzüge gegenseitig bei der Nachfrage nach Trassen konkurrenzieren.

Das Lötschberg-Komitee wird sich dafür einsetzen, damit das positive Resultat des Ständerats auch in den kommenden Wochen im Nationalrat Erfolg hat. Das Lötschberg-Komitee wird die kommenden Verhandlungen intensiv beobachten und für die Verbesserung der Achse Basel – Bern – Lötschberg – Simplon kämpfen. Wir tun dies mit starken Argumenten im Interesse unserer Bevölkerung.

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Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

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