Gotthard-Komitee: Verlagerungsziel und Verkürzung der Reisezeit als zentrale Anliegen

Vernehmlassung zum Bundesgesetz über den Strassentransitverkehr im Alpengebiet

Gotthard-Komitee
Vernehmlassung zum Bundesgesetz über den Strassentransitverkehr im Alpengebiet

Das Gotthard-Komitee hat seine Stellungnahme zum Bundesgesetz über den Strassentransitverkehr im Alpengebiet verabschiedet. Die Gotthard-Kantone fordern für die Sanierung des Gotthard-Strassentunnels eine nachhaltige Lösung, die weder das Verlagerungsziel noch die versprochene Verkürzung der Reisezeiten gefährdet. Den direkt betroffenen Kantonen dürfen keine wirtschaftlichen Nachteile erwachsen. Zur Grundsatzfrage – der Opportunität eines zweiten Tunnels – gibt es unter den Mitgliedern des Gotthard-Komitees unterschiedliche Auffassungen. Das Gotthard-Komitee äussert sich daher zu dieser Frage nicht.

Die Mitglieder des Gotthard-Komitees sind durch die Sanierungsarbeiten alle betroffen, sei es als direkte Anrainerkantone des Strassentunnels, sei es aufgrund der Auswirkungen auf die Erreichbarkeit und die Verkehrsflüsse. Erste Bedingung jeder Lösung muss sein, dass den direkt betroffenen Kantonen keine wirtschaftlichen Nachteile erwachsen. Allfällig nötige Totalsperren sind auf das absolute Minimum zu beschränken.

Verlagerungsziel und Verkürzung der Reisezeiten nicht gefährden
Die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene und die versprochene Verkürzung der Reisezeit zwischen Zürich und Mailand im Personenfernverkehr sind für das Gotthard-Komitee zentrale Anliegen. Sie dürfen durch vorübergehende Massnahmen für die Tunnelsanierung nicht beeinträchtigt werden. Sollte für die Sanierung eine zweite Tunnelröhre erstellt werden, ist der in der Verfassung festgeschriebene Verzicht auf jegliche Kapazitätserhöhungen eine zwingende Randbedingung. Eine Sanierung ohne zweite Tunnelröhre verstärkt den Druck auf die Kapazität der Schiene. Um den Transitgüterverkehr von Grenze zu Grenze auf die Schiene verlagern zu können, wäre die Realisierung des 4-Meter-Korridors so zu beschleunigen, dass dieser vor Beginn der Strassentunnel-Sanierung vollständig zu Verfügung steht. Die Bewältigung des innerschweizer Gotthard-Verkehrs bleibt so oder so eine grosse Herausforderung. Allfällige dafür nötige bauliche Massnahmen wären so auszugestalten, dass sie auch längerfristig nutzbar und damit nachhaltig sind.

Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

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