Pro Bahn: 100% Sicherheit nicht machbar

Der tragische Zugszusammenstoss in der Romandie hat die Frage nach der Sicherheit des Bahnbetriebs erneut aufgeworfen. Insbesondere wird das Alter eines Teils der Sicherungsanlagen bemängelt und sofortiger Ersatz gefordert.

Pro Bahn Schweiz
Der tragische Zugszusammenstoss in der Romandie hat die Frage nach der Sicherheit des Bahnbetriebs erneut aufgeworfen. Insbesondere wird das Alter eines Teils der Sicherungsanlagen bemängelt und sofortiger Ersatz gefordert.

Pro Bahn Schweiz, die Interessenvertretung der Kundinnen und Kunden des öffentlichen Verkehrs schliesst sich den Forderungen nach einem möglichst raschen Ausbau der alten Sicherungsanlagen an, gibt aber zu bedenken, dass dies nicht einfach so von einem Tag auf den andern vollzogen werden kann. In diesem Zusammenhang verdient der Vorschlag von BAV-Direktor Peter Füglistaler nach einer Aufstockung des Kredits für Sicherheitsmassnahmen um 50 Millionen Franken Unterstützung, auch wenn dies eine verzögerte Anpassung an europäische Standards bedingen würde. Nach wie vor sind aber die Passagiere sowohl auf die Signaltechnik als auch auf den Menschen im Führerstand angewiesen. Dies gilt bei den sogenannt „alten“ und den neuesten Systemen, wo menschliche Schwächen noch mehr eingegrenzt aber nie zu 100 % eliminiert werden können. Dies gilt im Übrigen überall – nicht nur bei der Eisenbahn.

Vertrauen in Mensch und Technik
Die Lokomotivführer erfüllen ihre Aufgabe mit einem hohen Mass an Verantwortungsbewusstsein und sind sich allfälliger Konsequenzen sehr wohl bewusst, wie dies die täglich rund 400‘000* passierten und eingehaltenen Signale eindrücklich aufzeigen. Zugegeben – jeder Signalvorfall ist einer zu viel. Trotzdem gilt es, die 63 Signalvorfälle des laufenden Jahres im Vergleich zu den täglichen Signalpassagen zu relativieren und festzuhalten, dass das Personal im Führerstand nach wie vor das volle Vertrauen der Passagiere verdient.

Pünktlichkeit für einmal keine Zier
Verspätungen sind ärgerlich. Das darf aber nicht dazu führen, dass sie auf Kosten der Sicherheit aufgeholt werden: Pünktlichkeitsvereinbarungen gehören abgeschafft. Denn sonst wird unnötigerweise Stress produziert, der menschliches Versagen auslösen kann. Pro Bahn Schweiz geht im Übrigen nicht davon aus, dass bei einer Abschaffung ein „laisserfaire“ einkehrt.

Einzelnachweise und Anmerkungen

  • * Bestand an SBB Signalen: 30‘888, ca. 80 % häufig im Einsatz = 24‘000, Betriebszeit 16 Stunden = 384‘000

 

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Autor: Redaktion

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