BLS-Fahrplan 2013: Der MUTZ fährt auf der Berner S-Bahn

Mit dem bevorstehenden Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2012 beginnt die rund zweijährige Einführung der neuen Doppelstockzüge MUTZ. Dadurch steigert sich für viele Fahrgäste der Komfort markant. Fahrplanmässig sind die ersten Doppelstockzüge auf der Linie S1 zwischen Thun und Fribourg im Einsatz. Dort werden bis Ende 2013 sukzessive die bisherigen NINA durch den MUTZ abgelöst. Zeitweise werden im 2013 auch Doppelstockzüge auf der S6 unterwegs sein. Und weiterhin erfolgt die Betriebserprobung auf der S3/S31.

erstellt am 27. November 2012 @ 15:38 Uhr
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BLS MUTZ Bern 53833_01Mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2012 begann die rund zweijährige Einführung der neuen Doppelstockzüge MUTZ. Dadurch steigert sich für viele Fahrgäste der Komfort markant. Fahrplanmässig sind die ersten Doppelstockzüge auf der Linie  S1  zwischen Thun und Fribourg im Einsatz. Dort werden bis Ende 2013 sukzessive die bisherigen NINA durch den MUTZ abgelöst. Zeitweise werden im 2013 auch Doppelstockzüge auf der  S6  unterwegs sein [Bericht und Fotos]. Und weiterhin erfolgt die Betriebserprobung auf der  S3 / S31 .

Seit dem 9. Dezember 2012 verkehrt der neue BLS-Doppelstockzug auf der der  S1  Fribourg – Bern – Münsingen – Thun. In mehreren Etappen folgen weitere Züge, bis schliesslich Ende 2013 mit Ausnahme der Zusatzzüge die Reisenden auf allen Zügen vom Modernen, Universellen TriebZug MUTZ profitieren können. Ziel ist es, die am stärksten belasteten Züge in Doppeltraktion zu führen, und damit die Kapazität gegenüber dem heutigen Betrieb mit NINA-Zügen um rund 30 Prozent zu erhöhen.

Der MUTZ fährt im 2013 auch auf der  S6  und weiterhin auf der  S3 / S31  
Zeitweise werden ebenfalls bereits im 2013 Doppelstockzüge auf der  S6  Bern – Köniz – Schwarzenburg eingesetzt. Diese Linie wird Anfang 2014 vollständig auf den MUTZ umgestellt sein. Einzelne Züge verkehren auf der  S31  (Biel/Bienne –) Münchenbuchsee – Bern – Belp und an den Wochenenden auf der  S3  Biel/Bienne – Bern – Belp (– Thun). Mitte 2013 wird auf der  S3  der am stärksten belastete Zug mit zwei Doppelstockzügen ersetzt und der temporäre Halt Schüpfen auf der  S31  wieder aufgehoben. Bis Ende 2014 ist die Einführung der insgesamt 28 BLS-Doppelstockzüge überall abgeschlossen.

MUTZ verkehrt nach neuem Fahrplan
Am 18. Juli 2013 verkehrten bereits 13 von insgesamt 28 neuen Doppelstockzügen MUTZ als  S1  S3 / S31  und als  S6 . Wann die MUTZen wo unterwegs sind, finden Sie im „MUTZ-Fahrplan“.

Der RABe 515 013 heisst übrigens OURS statt MUTZ.

Versuchsfahrten mit 4 aneinander gehängten Doppelstockzügen MUTZ
BLS Testfahrten mit 4 aneinander gehaengten BLS Doppelstockzuegen MUTZ RABe 515 002 003 006 007 Bern Thun 53833_02Am 19., 21. und 22. Februar 2013 fanden zwischen Bern und Thun Versuchsfahrten mit 4 aneinander gehängten BLS-Doppelstockzügen MUTZ statt. Der Zug erreichte dabei eine Länge von über 400 Meter. Getestet wurden insbesondere das Zusammenspiel der Fahrzeugtechnik und -steuerung sowie des Fahrgastinformationssystems (z.B. Anschriften).

Die Fähigkeit zur Kupplung von maximal 4 Fahrzeugen ist eine Anforderung aus dem Pflichtenheft. Im regulären S-Bahn-Fahrplan fahren derzeit maximal 2 gekuppelte Fahrzeuge. Längere Züge kommen nur ausnahmsweise zum Einsatz, beispielsweise bei  Extrazügen  für Veranstaltungen.

Alte Züge ausgemustert, vier neue „Lötschberger“ in Betrieb
Mit der etappenweisen Ablieferung der neuen Doppelstockzüge können die auf der  S1  frei werdenden NINA-Züge auf verschiedenen Regional- und S-Bahn-Linien zum Einsatz kommen. So erhält beispielsweise die  Regio -Linie Solothurn–Burgdorf Fahrzeuge mit Niederflureinstieg. Dank den neuen Zügen kann die BLS altes Rollmaterial ausser Betrieb nehmen (Acht Pendelzüge des Typs RBDe 566 I aus den Jahren 1973/1974 und ältere Reisezugwagen des Typs EW I).

Zusätzlich zu den neuen Doppelstockzügen können auch die vier nachbeschafften RABe 535 Lötschberger eingesetzt werden.

Kanton Bern passt Fahrplan 2013 punktuell an
Der Kanton Bern hat Anfang September 2012 auf Grund von Sparmassnahmen punktuelle Anpassungen im öV-Angebot beschlossen und bekannt gegeben. Von Angebotsreduktionen ist auch die BLS auf verschiedenen Linienabschnitten betroffen. Sowohl in der Agglomeration wie in den Regionen fallen verschiedene, zumeist schwach frequentierte Züge seit dem 9.12.2012 weg.

Selectron Statusbericht zur Gleitschutzzertifizierung nach UIC
Selectron ist auf dem Weg, das Gleitschutzsystem WSP 800 durch die UIC zertifizieren zu lassen. Nach umfassenden Tests und Systemoptimierungen auf dem Simulationsprüfstand der DB Systemtechnik in Minden und nach den aufwendigen Abhängversuchen mit Lok und Reisezugwagen auf offener Strecke ist jetzt ein letzter grosser Schritt in Arbeit. Um eine Zertifizierung zu erhalten, muss eine umfassende Praxiserprobung auf einem Schienenfahrzeug nachgewiesen werden. Diese wird zusammen mit der Schweizer Privatbahn BLS auf dem neuen Doppelstocktriebfahrzeug (Typ KISS) angestrebt. Dieses Fahrzeug der Firma Stadler Rail ist mit dem neuen Gleitschutzsystem WSP 800 ausgerüstet. Seit Oktober 2012 wurden nun 3 Fahrzeugkompositionen mit je 4 Wageneinheiten zusätzlich mit Mess- und Diagnosegeräten (Data Logger) ausgerüstet, um das Verhalten des Gleitschutzsystems im alltäglichen Betrieb aufzuzeichnen. Diese Systeme überwachen das Regelverhalten der Gleitschutzgeräte hinsichtlich Funktion und Verhalten. Bisher wurden 195‘000 Kilometer und 8‘200 Betriebsstunden ohne Funktionsstörung nachgewiesen.

Am 22. und 23. November 2012 trafen sich UIC Bremsexperten der DB AG, der ÖBB, der SBB und von Lloyds Niederlande bei Selectron in Lyss, um sich über den aktuellen Stand und besonders auch zum Stand der Nachweisdokumente ein Bild zu machen. Eine erste inoffizielle Einschätzung der Experten fiel positiv aus. Sollten die Praxistests weiterhin so positiv verlaufen wie bisher, kann das UIC Zertifikat vielleicht schon im Juli 2013 erreicht werden. Wir drücken unserem Gleitschutzteam die Daumen.

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Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

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