Kapazitätsanalyse zur Überlasteterklärung der Strecke Brig – Iselle di Trasquera

Am 5. Juli 2013 hat trasse.ch die Strecke Brig – Iselle di Trasquera bis zum Ende des Fahrplanjahres, in welchem die kapazitätseinschränkenden Bauarbeiten abgeschlossen werden, für überlastet erklärt. In den nachfolgenden drei Monaten wurde gemäss Vorgaben der Netzzugangsverordnung (NZV) Art. 12a eine Kapazitätsanalyse erstellt. Ein Projektteam unter Leitung von trasse.ch und mit Vertretern von SBB Infrastruktur entwickelte dabei Massnahmen in Bezug auf den Umgang mit dem Kapazitätsengpass bis zum Abschluss der Bauarbeiten.

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trasse.ch: Überlasteterklärung der Strecke Brig – Iselle di Trasquera

Trasse Schweiz
trasse.ch hat für den Fahrplan 2014 von den Trassenantragstellern Bestellungen für rund 15‘000 Trassen erhalten. In 146 Fällen resultierten Trassenkonflikte zwischen sich gegenseitig ausschliessenden Trassenanträgen. Zusammen mit den Infrastrukturbetreiberinnen und Trassenantragstellern wurde nach sinnvollen Alternativen gesucht, welche die Erfüllung aller Anliegen ermöglichen. Für den Streckenabschnitt zwischen Brig und Iselle di Trasquera konnte leider nicht für alle Trassenkonflikte eine den Bedürfnissen der Konfliktparteien entsprechende Lösung gefunden werden.

In diesen Fällen hat trasse.ch gestützt auf die entsprechenden Rechtsgrundlagen eine Entscheidung treffen und drei Anträge ablehnen müssen.

Können im Rahmen des Vergabeprozesses Trassenanträge wegen ungenügender Kapazität einer Strecke nicht berücksichtigt werden, so ist gestützt auf Artikel 12a Abs. 1 NZV die betroffene Strecke für überlastet zu erklären. Auf dieser Basis hat trasse.ch am 5. Juli 2013 den Streckenabschnitt Brig – Iselle di Trasquera bis zum Ende des Fahrplanjahres, in welchem die kapazitätseinschränkenden Bauarbeiten (Arbeiten im Rahmen der Sanierung Simplontunnel) abgeschlossen werden, für überlastet erklärt.

Aufgrund der Überlasteterklärung ermittelt trasse.ch die Gründe für die Streckenüberlastung und legt mögliche kurz- und mittelfristige Abhilfemassnahmen dar. Diese Kapazitätsanalyse hat sie dem Bundesamt für Verkehr innerhalb von drei Monaten vorzulegen. Unabhängig von den in der Kapazitätsanalyse enthaltenen Massnahmen ist trasse.ch namentlich berechtigt, bereits zugesicherte Trassen für optional verkehrende Züge zu streichen und nicht mehr anzubieten, falls dadurch die Strecke besser genutzt werden kann (Art. 12a Abs. 3 NZV). Im Weiteren kann sie Trassen entziehen und einem anderen Antragsteller zuweisen, falls die Trasse auf der überlasteten Strecke in geringerem Ausmass benutzt wird, als dies gegebenenfalls die publizierten Netzzugangsbedingungen festlegen (Art. 12 Abs. 4 NZV).

Losgelöst von der Überlasteterklärung sind im Rahmen der verfügbaren Restkapazität weiterhin Trassenanträge für den unterjährigen Fahrplan 2013 sowie für den Jahresfahrplan 2014 möglich.

Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

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