Klettgau: Arbeiten Doppelspurausbau und Elektrifizierung Erzingen (Baden) – Schaffhausen abgeschlossen

Die Arbeiten für den Doppelspurausbau und die Elektrifizierung der Bahnlinie zwischen Erzingen (Baden) und Schaffhausen waren Ende August 2013 weitgehend abgeschlossen.

erstellt am 07. Oktober 2013 @ 10:33 Uhr
DB Mobility Logistics / Sandro Hartmeier / Kanton Schaffhausen, Tiefbauamt / SBB GmbH / SBB GmbH, Newsletter / Bundesamt für Verkehr
Doppelspurausbau Elektrifizierung Bahnlinie Erzingen Baden Schaffhausen 64356_01Grosses Einweihungsfest in Neunkirch – Veranstaltungen entlang der gesamten Strecke – Zug auf den Namen „Neunkirch“ getauft – Ab 6. Oktober verkehren Züge auf der Hochrheinstrecke wieder planmässig nach Fahrplan

Rechtzeitig zum 150-jährigen Jubiläum der Bahnstrecke zwischen Waldshut und Konstanz wurden die Arbeiten für den Ausbau der Bahnstrecke zwischen Erzingen (Baden) und Schaffhausen abgeschlossen und am 5. Oktober 2013 dem Betrieb übergeben.

In den vergangenen Monaten wurde die Strecke zwischen Erzingen (Baden) und Beringen Bad Bf auf 12,5 Kilometer Länge zweigleisig ausgebaut und zwischen Erzingen (Baden) (Bahn-Kilometer 344,616) und Schaffhausen (Bahn-Kilometer 363,895) elektrifiziert. Am 4. Oktober 2013 verkehrte erstmals eine Elektrolok der DB-Baureihe 185 aus eigener Kraft zwischen Schaffhausen – Erzingen (Baden) – Schaffhausen. Zusätzlich wurden der neue Haltepunkt Beringerfeld errichtet, welcher beim kommenden Fahrplanwechsel im Dezember 2013 in Betrieb gehen wird. Die Bahnhöfe Trasadingen, Wilchingen-Hallau, Neunkirch und Beringen Bad Bf wurden zudem barrierefrei ausgebaut, Bahnübergänge angepasst und beseitigt, ein Elektronisches Stellwerk mit zusätzlicher Blockteilung errichtet und verschiedene andere Baumaßnahmen entlang der Strecke durchgeführt.

Den planmässigen Abschluss der Arbeiten feierten Bahn, Kanton, Gemeinden und Baufirmen zusammen mit der Bevölkerung mit einem grossen Einweihungsfest am Samstag, 5. Oktober 2013 am Bahnhof Neunkirch und Veranstaltungen entlang der Strecke. Neben kostenlosen Sonderfahrten auf der Strecke mit Dampf-, Diesel- und Elektrozügen gab es am Hauptveranstaltungsort, auf dem Areal des Bahnhofs Neunkirch, eine Fahrzeugausstellung, ein buntes Familien- und Kinderprogramm, einer Festwirtschaft, einer Foto-Ausstellung, Dampfzüglifahrten durchs Städtli, Pferdefuhrwerksfahrten und Musik. Weiter standen kostenfreie auf dem Programm.

Beim Festakt in Neunkirch gaben Dr. Reto Dubach, Regierungsrat des Kantons Schaffhausen, Dr. Peter Füglistaler, Direktor des Bundesamtes für Verkehr in Bern, Eckart Fricke, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für das Land Baden-Württemberg, Jürgen Lange, Deutsche Bahn, Beauftragter für die deutschen Eisenbahnstrecken auf Schweizer Gebiet, und Franz Ebnöther, Gemeindepräsident von Neunkirch, die Strecke zwischen Erzingen (Baden) und Schaffhausen für den Betrieb frei. Seit Sonntag, 6. Oktober 2013, verkehren die Züge auf der Hochrheinstrecke durch den Kanton Schaffhausen wieder fahrplanmässig wie vor der Streckensperrung – bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2013 noch mit Dieselfahrzeugen der DB.

Im Rahmen der Feierlichkeiten ging im Bahnhof Neunkirch ein Zug von DB Regio Südbaden erstmals elektrisch angetrieben auf die Reise nach Erzingen (Baden). Die Gemeinde Neunkirch erhielt ein besonderes Gastgeschenk – der  thurbo GTW RABe 526 749 wurde auf den Namen „Neunkirch“ getauft – dieser trägt künftig den Namen der Gemeinde über die Schienen der Region.

Besonderer Dank gilt den durch die Baumassnahmen betroffenen Anwohnern und den Fahrgästen für ihr Verständnis und die Akzeptanz der Bauarbeiten, aber auch den Behörden von Kanton Schaffhausen und den betroffenen Gemeinden sowie den Baufirmen für die konstruktive Zusammenarbeit.

Bei den von der Streckensperrung betroffenen Fahrgästen bedankte sich DB Regio Südbaden bereits in den Tagen vor Wiedereröffnung der Strecke an den Umstiegspunkten Zug/Ersatzbus mit kleinen Präsenten für die Geduld während der letzten Monate.

Übersicht der Ausbaumaßnahmen

Doppelspurausbau zwischen Erzingen (Baden) und Beringen Bad Bf

  • Länge 12,5 Kilometer
  • Gleisschotter 63.000 Tonnen
  • Betonschwellen 27.500 Stück
  • Schienen 31.360 Meter
  • Investition rund 64 Millionen CHF (Finanzierung Bundesrepublik Deutschland)

Elektrifizierung der Strecke zwischen Erzingen (Baden) und Schaffhausen und Neubau des Haltepunkts Beringerfeld

  • Länge 18 Kilometer
  • Oberleitungsmasten 900 Stück
  • Oberleitung 48 Kilometer
  • Haltepunkt Beringerfeld 2 stufenfreie Bahnsteige mit Zugangsrampen
  • Investition rund 40 Millionen CHF (Finanzierung Kanton Schaffhausen und Schweizerische Eidgenossenschaft)
    • Barrierefreier Ausbau der Bahnhöfe Trasadingen, Wilchingen-Hallau, Neunkirch und Beringen Bad Bf, neuer südlicher Bahnsteigzugang in Beringen Bad Bf
    • Bau Elektronisches Stellwerk in Beringen Bad Bf sowie Anpassung der Signalanlagen
    • Neubau von sechs Brückenbauwerken (eine Strassen- und fünf Eisenbahnüberführungen) sowie Anpassung der Strassenüberführung Wiesengasse in Beringen
    • Erneuerung von sechs Bachdurchlässen
    • Rückbau einer Eisenbahnüberführung
    • Anpassung der verbleibenden sechs Bahnübergänge
    • Aufhebung von fünf Bahnübergängen in Wilchingen und Neunkirch durch den Kanton Schaffhausen im Umfang von 34 Millionen CHF
Bahn-Betrieb am Hochrhein und im Klettgau: Betriebsqualität für DB und Bahnkunden unbefriedigend
Die Betriebsqualität auf der Hochrheinstrecke zwischen Basel und Singen war nach der Wiedereröffnung der Strecke am 5. Oktober 2013 unbefriedigend sowohl für die Deutsche Bahn AG als auch für die Fahrgäste.

In Schaffhausen informierten Eckart Fricke, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für das Land Baden-Württemberg, Jürgen Lange, Beauftragter der Deutschen Bahn AG für die deutschen Eisenbahnstrecken auf Schweizer Gebiet, Frank Buermeyer, Sprecher und kaufmännischer Leiter DB Regio Südbaden, und Udo Becker, Leiter Produktionsdurchführung Freiburg DB Netz AG, über die Ursachen von Verspätungen und Zugausfällen sowie über bereits durchgeführte und noch geplante Maßnahmen, um die Qualität des Zugbetriebs in der Hochrhein-Region zu verbessern und zu stabilisieren.

Verantwortlich für die Verspätungen nach der Inbetriebnahme des neuen Doppelspurabschnitts zwischen Schaffhausen und Erzingen ab 6. Oktober war eine Vielzahl unterschiedlicher Störungen. In der Folge sank die Haltepünktlichkeit im Kanton Schaffhausen (Abschnitt Erzingen–Schaffhausen) im Oktober 2013 auf durchschnittlich 88 Prozent (gegenüber 96,5 Prozent im Vorjahresmonat):

Infrastruktur
Notwendige Restarbeiten nach dem Doppelspurausbau beispielsweise in Erzingen (Bahnübergang), Wilchingen-Hallau (schlechte Signalsicht) oder Neunkirch (fehlende Leitplanke an parallel zum Gleis verlaufender Straße sowie die Schließzeiten des Reisendenüberganges) führten zu Geschwindigkeits-beschränkungen an mehreren Stellen mit Verspätungen von fünf und mehr Minuten je Zug.

Bereits im Oktober wurde ein Teil der Restarbeiten im Bereich Infrastruktur erledigt, so die Leitplanke bei Neunkirch oder die Verkehrssituation am Bahnübergang in Erzingen. Noch im November wird durch einen höheren Signalmast die Signalsicht in Wilchingen-Hallau korrigiert und Anfang Dezember die Schließzeiten des Reisendenüberganges in Neunkirch angepasst.

Fahrzeuge
Fahrzeugstörungen und -ausfälle bei Fahrzeugen der Baureihen VT 611, VT 628 und VT 641 hatten Mitte/Ende Oktober teilweise gravierende Auswirkung auf Pünktlichkeit und Betriebsqualität.

Fahrzeuge, bei denen Störungen auftraten, wurden umgehend in die Werkstatt gebracht, die Fehler behoben. Zusätzlich wurde die gesamte am Hochrhein eingesetzte Fahrzeugflotte einer gesonderten Inspektion im Hinblick auf die aufgetretenen Fehler unterzogen.

Nach dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember ersetzen Elektrotriebzüge der Baureihe ET 426 die bislang zwischen Erzingen und Schaffhausen verkehrenden VT 628- und VT 641-Einheiten.

Externe Einflüsse
Darüber hinaus wirkten eine Vielzahl externer Ereignisse negativ auf die Pünktlichkeit. Dazu zählten unter anderem Notarzteinsätze im Zug, Feuerwehreinsätze, behördlich angeordnete Streckensperrungen wegen Personen im Gleis sowie durch Dritte verursachte Störungen und Unfälle.

Diese Ereignisse konnte und kann die Bahn nicht beeinflussen. In der Häufung waren sie außergewöhnlich.

Durch die bislang eingeleiteten Maßnahmen konnte die Pünktlichkeit sukzessive wieder verbessert werden: Lag die Haltepünktlichkeit im Kanton Schaffhausen nach dem 6. Oktober noch bei 59 Prozent, erreichte sie bis Mitte Oktober 88 Prozent und bis Ende Oktober einen Wert von 96 Prozent.

Beeinträchtigungen in der ersten Novemberhälfte resultierten neben technischen Störungen zum Beispiel in Beringen auch aus einer größeren Zahl externer Einflüsse, so waren allein drei Unfälle mit Wild zu verzeichnen. Dennoch zeichnet sich für diesen Monat eine Stabilisierung der Pünktlichkeit auf dem Niveau von Ende Oktober ab.

Eckart Fricke: „Wir setzen alles daran, die von uns beeinflussbaren Störungen schnellstmöglich zu beseitigen, um einen zuverlässigen Bahnbetrieb am Hochrhein und im Klettgau zu erreichen. Zum Wohle unserer Fahrgäste und zur Zufriedenheit unserer Auftraggeber.“

Wichtige Hinweise für den Bahnhof Neunkirch
Im Bahnhof Neunkirch durchfährt ab dem Fahrplanwechsel künftig zeitgleich zur Abfahrtszeit der Regionalbahn nach Schaffhausen (stündlich zur Minute 24 auf Gleis 2) jeweils ein Interregio-Express-Zug (IRE) den Bahnhof ohne Halt auf Gleis 1 in Richtung Erzingen (Baden) – Basel. Für die Durchfahrt des IRE muss der Bahnübergang „Kleiner Letten“ rechtzeitig und noch vor (!) Ankunft der Regionalbahn geschlossen werden. Der Zugang zum Bahnsteig ist dann für Reisende aus den nördlich der Strecke gelegenen Neunkircher Wohngebieten, die den Bahnübergang zum Erreichen der Regionalbahn nach Schaffhausen auf Gleis 2 queren müssen, nicht mehr möglich. Die Bahn empfiehlt diesen Fahrgästen, einige Minuten früher am Bahnhof zu sein.

Der Fahrkartenautomat am Bahnhof Neunkirch befindet sich bedarfsgerecht neu am Zugang zum Bahnsteig 2 (Fahrtrichtung Schaffhausen). An Bahnsteig 1 gibt es einen zusätzlichen Fahrkartenentwerter auf der Höhe des Personenunterstandes.

Update Befristete Betriebsbewilligung für Bahnbetrieb im Klettgau
Das Bundesamt für Verkehr BAV hat für den Bahnbetrieb zwischen Erzingen und Schaffhausen eine befristete Betriebsbewilligung bis 31.12.2023 erteilt. Spätestens nach Ablauf dieser Frist muss Menschen mit körperlichen Einschränkungen das selbständige Ein- und Aussteigen ermöglicht werden. Bis dahin kann wie vom Gesetz her möglich die Nutzung durch alters- oder behinderungsbedingt eingeschränkte Personen auch mittels Hilfestellung durch das Bahnpersonal gewährleistet werden.

Ab Fahrplanwechsel wird das Bahnangebot im Klettgau im Rahmen der S-Bahn Schaffhausen angepasst. Dies nachdem in den vergangenen knapp zwei Jahren die Bahninfrastruktur mit dem Doppelspurausbau Erzingen–Beringen Badischer Bahnhof, der Elektrifizierung zwischen Erzingen und Schaffhausen sowie weiteren Anpassungen ausgebaut wurde.

Für den Betrieb auf dieser Strecke hat das BAV eine Bewilligung ab 15.12.2013 erteilt. Die Bewilligung ist bis Ende 2023 befristet. Spätestens auf diesen Zeitpunkt hin müssen gemäss dem Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) die Bauten, Anlagen und Fahrzeuge des öffentlichen Verkehrs (öV) in der Schweiz grundsätzlich barrierefrei angepasst sein. Das heisst, dass Menschen mit Behinderung oder mit altersbedingten Einschränkungen, welche zum Beispiel auf einen Rollator angewiesen sind, den öV in der Regel auch ohne Hilfestellung durch das Personal benützen können. Im Klettgau entspricht nach den Baumassnahmen nun die Infrastruktur diesen Ansprüchen, nicht jedoch das Rollmaterial.

Für die noch verbleibende BehiG-Anpassungsfrist bis Ende 2023 ordnet das BAV im Klettgau verschiedene Auflagen an. So muss das Verkehrsunternehmen sicherstellen, dass für mobilitätseingeschränkte Reisende die nötigen Hilfsmittel sowie Hilfe durch Bahnpersonal zur Verfügung stehen. Überdies müssen die Hilfsmassnahmen, die Voranmeldefristen und die zugehörigen Telefonnummern in allen online- und gedruckten Fahrplänen veröffentlicht sowie die entsprechenden Züge im Fahrplan gekennzeichnet werden.

&amp;amp;amp;lt;a href=“http://partners.webmasterplan.com/click.asp?ref=136539&amp;amp;amp;amp;site=2894&amp;amp;amp;amp;type=b1&amp;amp;amp;amp;bnb=1″&amp;amp;amp;gt;&amp;amp;amp;lt;br /&amp;amp;amp;gt;&amp;amp;lt;br /&amp;amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;<br />
&amp;amp;amp;lt;img src=“http://banners.webmasterplan.com/view.asp?ref=136539&amp;amp;amp;amp;site=2894&amp;amp;amp;amp;b=1″ border=“0″/&amp;amp;amp;gt;&amp;amp;amp;lt;/a&amp;amp;amp;gt;&amp;amp;amp;lt;br /&amp;amp;amp;gt;

Siehe auch

 

Weblinks

Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

3 Gedanken zu „Klettgau: Arbeiten Doppelspurausbau und Elektrifizierung Erzingen (Baden) – Schaffhausen abgeschlossen“

  1. Ich fuhr gestern (26.8.2013) die Strecke Schaffhausen – Wilchingen-Hallau per Velo ab.
    Leider ist die Oberleitung ab 27.8. noch nicht unter Hochspannung. Die Arbeiten an den Fahrleitungen konnten teilweise nicht ausgeführt werden, da die Gleisbauarbeiten zum zweigleisigen Auusbau an verschiedenen Stellen stark rückständig sind, so z.B. im Bereich Neunkirch und zwischen Neunkirch und Beringen. Das 2. Gleis ist teilweise noch nicht eingebaut. Ein Fahrleitungsmonteur der Firma Kummler + Matter meinte, die Fertigstellung der Fahrleitung wird mindestens noch einen Monat in Anspruch nehmen!
    Wolfgang Halbherr, Schaffhausen

Schreibe einen Kommentar