Durchmesserlinie Zürich: Countdown bis zur Inbetriebnahme läuft

Durchmesserlinie Zürich

erstellt am 26. November 2013 @ 13:35 Uhr
SBB CFF FFS / Sandro Hartmeier
Durchmesserlinie Zuerich DML 67942_01Der Kanton Zürich und die SBB haben am 26. November 2013 den Countdown zur Inbetriebnahme der Durchmesserlinie am 15. Juni 2014 gestartet. Bis Ende Jahr schliesst die SBB die Arbeiten im neuen Bahnhof Löwenstrasse und im Weinbergtunnel ab. Bereits im Januar 2014 beginnt der Testbetrieb auf der Durchmesserlinie. Ab Juni 2014 ermöglicht die Durchmesserlinie neue Angebotskonzepte für die Zürcher S-Bahn.
Weniger als sieben Monate oder 200 Tage verbleiben, bis die SBB und der ZVV am 15. Juni 2014 den ersten Teil der Durchmesserlinie in Betrieb nehmen. Am 26.11.2013 lancierten der Zürcher Regierungsrat Ernst Stocker und SBB CEO Andreas Meyer im Hauptbahnhof Zürich den Countdown im Hinblick auf die Inbetriebnahme. «Bei der SBB herrscht Vorfreude, aber auch Respekt vor dieser grossen Herausforderung», sagte CEO Andreas Meyer gegenüber den Medien. Regierungsrat Ernst Stocker ergänzte: «Es ist schön, dass dieser Meilenstein im öffentlichen Verkehr des Kantons Zürich nun in Sichtweite ist.»
Weinbergtunnel und Bahnhof Löwenstrasse gehen in Betrieb
Die SBB schliesst die Bauarbeiten im neuen Bahnhof Löwenstrasse und im Weinbergtunnel Ende dieses Jahres ab. «Bereits im Januar 2014 fahren dann die ersten Züge im Testbetrieb», erklärte Roland Kobel, SBB Gesamtprojektleiter. Erste Fahrten fanden mit dem Lösch- und Rettungszug (LRZ) bereits statt, es wurde das Abschleppen von besonders schweren Zügen (Lasten) geprüft, da der Weinbergtunnel Streckenabschnitte mit über 30 Promille aufweist. Im ganzen Tunnel sind Stromschienen montiert, die weniger Platz und Höhe benötigen als eine konventionelle Fahrleitung. Für Notfälle wurde alle 250 Meter ein Hydrant installiert und alle 500 Meter sind Notausgänge in den Flucht- und Rettungstollen vorhanden.
Am 26. November 2013 konnten die Medienschaffenden den Weinbergtunnel, vom Installationsplatz Brunnenhof bis zu den Portalen im Einschnitt Oerlikon, besichtigen. Wobei der Eintritt vom Schacht Brunnenhof in den Tunnel letztmals möglich war: Dieser Zugang wurde in der Nacht auf den 27. November 2013 verschlossen. Nach der geführten Besichtigung folgte die laut SBB erste, offizielle Fahrt mit einem Personenzug vom Zugangsschacht Brunnenhof in Oerlikon zum Bahnhof Löwenstrasse, wo der Zug auf Gleis 33 einfuhr. Die Fahrt fand noch mit Dieseltraktion statt, da die Fahrleitung noch nicht vollständig eingebaut ist. Eingesetzt wurde die SBB Diesellok Am 841 028 mit einem EW II des Vereins Mikado 1244 und einem EW I des DSF. In der Gegenrichtung gab es, für geladene Projektmitarbeiter, schon am 12. September 2013 einen Personenzug.
Arbeiten in Altstetten und Oerlikon dauern an
Die Arbeiten an den weiteren Teilen der Durchmesserlinie dauern indes noch länger. Die beiden Brücken zwischen dem Hauptbahnhof und Altstetten nimmt die SBB im Dezember 2015 in Betrieb. Bei der grösseren der beiden, der Letzigrabenbrücke, waren im November 2013 18 von 24 Feldern fertiggestellt. Es fehlt noch die 40 Promille-Rampe zum Bahnhof Altstetten.
Der Ausbau des Bahnhofs Oerlikon dauert noch bis Mitte 2016. Der siebtgrösste Bahnhof der Schweiz erhält breitere Unterführungen und Perrons sowie ein besseres Einkaufsangebot. Ausserdem erweitert die SBB den Bahnhof um zwei Gleise. Im April 2014 wird das Gleis 7 in Oerlikon in Betrieb gehen.
Fünf Minuten schneller ab Mitte 2014
Der Fahrplanwechsel am 15. Juni 2014 betrifft nur die Zürcher S-Bahn. «Dann verkehren die S-Bahnen  S2  S8  und  S24  von und nach dem linken Zürichseeufer zwischen Enge und Oerlikon via den neuen Bahnhof Löwenstrasse und den Weinbergtunnel», sagte Dominik Brühwiler, Leiter Verkehrsplanung beim ZVV. Dies bringt eine Fahrtzeitersparnis von rund fünf Minuten. Ausserdem wendet die  S14  im Bahnhof Löwenstrasse. Ab Dezember 2015 verkehrt diese ab Zürich weiter bis nach Affoltern am Albis, und auch die neue S19 zwischen Dietikon und Effretikon fährt via Durchmesserlinie. «Zu diesem Zeitpunkt ändert sich der Fahrplan der S-Bahn Zürich grundlegend», sagte Brühwiler am Medienanlass. Von den 4. Teilergänzungen sind alle Linien betroffen. Der ZVV und die SBB erweitern das Angebot um rund 25 Prozent.
Ab Dezember 2015 verkehren dann auch die Fernverkehrszüge auf der nationalen Ost-West-Achse über die Durchmesserlinie. Die Fahrtzeiten verkürzen sich durchschnittlich um sechs bis sieben Minuten. «Im modernen öffentlichen Verkehr, wo jede Sekunde wichtig ist, ist das ein absoluter Quantensprung», sagte SBB CEO Andreas Meyer gegenüber den Medien.

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