Entwicklungskonzept: Badischen Bahnhof Basel fit für Zukunft machen

Das unter Beteiligung verschiedener Akteure und unter Federführung des Bau- und Verkehrsdepartements erarbeitet Entwicklungskonzept Badischer Bahnhof liegt im Entwurf vor. Es zeigt Entwicklungsvorstellungen für den Badischen Bahnhof Basel und sein Umfeld auf. Der Regierungsrat von Basel-Stadt hat den Konzeptentwurf zur öffentlichen Vernehmlassung freigegeben.

erstellt am 08. Mai 2013 @ 09:27 Uhr
Kanton Basel-Stadt, Regierungsrat
Das unter Beteiligung verschiedener Akteure und unter Federführung des Bau- und Verkehrsdepartements erarbeitet Entwicklungskonzept Badischer Bahnhof liegt im Entwurf vor. Es zeigt Entwicklungsvorstellungen für den Badischen Bahnhof Basel und sein Umfeld auf. Der Regierungsrat von Basel-Stadt hat den Konzeptentwurf zur öffentlichen Vernehmlassung freigegeben.

Im Richtplan des Kantons Basel-Stadt nimmt der Badische Bahnhof eine bedeutende Stellung ein. Deshalb sollen seine Zentrumsfunktion gestärkt und sein Umfeld aufgewertet werden. Mit einem Entwicklungskonzept sollen entsprechende Ideen und Vorstellungen erarbeitet werden. Hinsichtlich der im Umfeld laufenden und vorgesehenen Planungen und Projekte ist diese Gesamtperspektive wichtig. Sie soll dazu beitragen, den Raum Badischer Bahnhof gesamtheitlich aufzuwerten und „fit für die Zukunft“ zu machen.

Das Konzept zeigt auf übergeordneter Ebene den anzustrebenden Zustand an und bearbeitet die Themen Städtebau, Nutzung, Freiräume und Erschliessung. Die wichtigsten Inhalte des Konzepts sind:

  • Direkte Zugänge aus dem Quartier Hirzbrunnen zu den Perrons, um die Umsteigebeziehungen zu verbessern und die Trennwirkung des Bahndamms zu vermindern;
  • Aufwertung und Gestaltung des Bahnhofplatzes und der Rosentalstrasse als Empfangs- und Aufenthaltsraum und als Bestandteil der Stadtachse zwischen Badischem Bahnhof und Bahnhof SBB. Das Tram Erlenmatt ist dabei ein wichtiger Baustein;
  • Verbesserung der Velo- und Fussgängerverbindungen als Zubringer zum Badischen Bahnhof. Im Speziellen sei hier auf das vorgesehene vollautomatisierte Veloparking am Badischen Bahnhof hingewiesen;
  • Stärkung des Kultur- und Dienstleistungsangebots;
  • Möglichkeiten von städtebaulichen Entwicklungen entlang dem Gleisfeld;
  • Schaffung einer durchgehenden Fuss- und Velowegverbindung zwischen Erlenmatt und Solitude.

Der vorliegende Konzeptentwurf wurde von einer interdepartemental zusammengesetzten Projektgruppe und in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn AG erstellt. Zudem ist er in ein breit angelegtes Mitwirkungsverfahren eingebettet. Parallel zur Konzeptarbeit und ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn wurden Sofortmassnahmen realisiert, unter anderem die Durchführung des Ideen- und Projektwettbewerbs „Stadtportal“ (Realisierung Siegerprojekt Juni – Oktober 2013), Massnahmen zur Sauberkeit am Badischen Bahnhof und weitere Massnahmen im Bahnhofsgebäude.

Neue Tramverbindung Erlenmatt und Aufwertung des Vorplatzes am Badischen Bahnhof
Der Regierungsrat hat dem Grossen Rat eine Vorlage für den Ausbau der Verkehrsdrehscheibe Badischer Bahnhof unterbreitet. Dieses Projekt sieht insbesondere die Realisierung des Trams Erlenmatt und die Neugestaltung des Vorplatzes am Badischen Bahnhof vor. Die Tramverbindung Erlenmatt ist ein wichtiges Element des vom Grossen Rat beschlossenen Tramnetzausbaus gemäss „Tramnetz 2020“ und schafft die Voraussetzung für die Stärkung des Badischen Bahnhofs als wichtige Verkehrsdrehscheibe der Stadt.

Der Regierungsrat beantragt dem Grossen Rat für den Bau und den Unterhalt der neuen Tramlinie Erlenmatt und für die die Neugestaltung des Vorplatzes Badischer Bahnhof, Ausgaben in der Höhe von 75,5 Millionen Franken zu bewilligen. Der Bundesrat hat das Tram Erlenmatt im Rahmen der Vorlage zum Infrastrukturfond in die Liste der dringlichen Agglomerations-Verkehrsprojekte aufgenommen und zur Mitfinanzierung einen Betrag von max. 12,37 Millionen Franken bereitgestellt.

Mit der neuen ÖV-Direktverbindung vom Badischen Bahnhof via Schwarzwaldallee und Erlenstrasse an den Riehenring werden die Entwicklungsgebiete in Basel Nord (Novartis Campus, Volta) sowie das wachsende Erlenmattquartier im Kleinbasel umweltfreundlich erschlossen. In einem späteren Schritt können darauf aufbauend die Gegend rund um die Hochbergerstrasse und das Industriegebiet Klybeck an das Tramnetz angebunden werden (Tram Stücki). Im Endzustand des Tramnetzausbaus soll das Netz vom Badischen Bahnhof aus südwärts ergänzt werden, sodass auch der Standort der Firma Roche in diese Linie eingebunden wird (Tram Roche).

Die besondere Lage auf dem Autobahntunnel unter der Schwarzwaldallee bedingt eine Verstärkung des Tunnels auf rund 400 m Länge, ohne die er die zusätzlichen Lasten nicht aufnehmen könnte. Zudem wird zur Dämmung von Erschütterungen eine spezielle Gleislagerung verwendet. Die Kosten für diese Massnahmen fallen zulasten des Kantons und führen zu überdurchschnittlich hohen Kosten im betroffenen Bereich. Alternative Linienführungen wurden geprüft und verworfen, da sie die angestrebten Ziele nicht erfüllen können.

Mit dem Bau des Trams Erlenmatt ändert sich auch das Erscheinungsbild der Schwarzwaldallee zwischen Riehenstrasse und Erlenstrasse: Die bestehende Platanenreihe auf der Westseite der Schwarzwaldallee wird erhalten und durch neue Baumpflanzungen vor dem Eilgutgebäude der Deutschen Bahn gestärkt. Für Fussgängerinnen und Fussgänger werden Umsteigebeziehungen und Aufenthaltsqualität verbessert sowie die Querung der Hauptverkehrsstrasse erleichtert. Entlang der Schwarzwaldallee werden beidseitig Velostreifen eingerichtet. Zudem wird eine leistungsfähige Abwicklung des motorisierten Individualverkehrs gewährleistet.

Die Umgestaltung der Schwarzwaldallee bezieht auch den Vorplatz des Badischen Bahnhofs ein. Damit wird der Bahnhof entsprechend dem bestehenden „Entwicklungskonzept Badischer Bahnhof“ zu einer attraktiven Verkehrsdrehscheibe ausgebaut. Der Bahnhofvorplatz ist zudem im übergreifenden Gestaltungskonzept Innenstadt als wichtiger Bestandteil der Stadtachse Badischer Bahnhof – Innenstadt definiert; seiner Ausstattung und Gestaltung kommt damit eine hohe Bedeutung zu.

Vorbehältlich der rechtzeitigen Genehmigungen des Bauprojektes durch den Bund und des davon abhängigen Baubeginns im Frühjahr 2016 könnte mit der Inbetriebnahme in der zweiten Jahreshälfte 2019 gerechnet werden.

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