RhB mit ausgeglichenem Gesamtergebnis 2013: Personenverkehr im Plus – Güterverkehr ein Sorgenkind

Im Geschäftsjahr 2013 hat sich bei der Rhätischen Bahn (RhB) der Personenreiseverkehr positiv entwickelt. Der Güterverkehr hingegen befindet sich weiterhin in einer schwierigen Situation und konnte die Erwartungen bei weitem nicht erfüllen. Die Investitionstätigkeit – vor allem für die Erhaltung der bahntechnischen Substanz und die Erneuerung von Rollmaterial – erreichte mit 192 Millionen Franken einen Höchstwert.

erstellt am 07. April 2014 @ 12:09 Uhr
Rhätische Bahn
RhB 125 JahreIm Geschäftsjahr 2013 hat sich bei der Rhätischen Bahn (RhB) der Personenreiseverkehr positiv entwickelt. Der Güterverkehr hingegen befindet sich weiterhin in einer schwierigen Situation und konnte die Erwartungen bei weitem nicht erfüllen. Die Investitionstätigkeit – vor allem für die Erhaltung der bahntechnischen Substanz und die Erneuerung von Rollmaterial – erreichte mit 192 Millionen Franken einen Höchstwert.
Ergebnisse im Rahmen der Erwartungen
Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) zeigt einen kleinen Gewinn von 394 000 Franken. Das ausserordentliche Ergebnis und das Finanzergebnis umfassen die Auflösung diverser Rückstellungen, unter anderem im Zusammenhang mit der Aufhebung eines US-Leasings auf Rollmaterial. Als Jahresergebnis verbleibt ein Gewinn von 261 000 Franken. Im Personenverkehr begrüsste die RhB 2,9 Prozent mehr Fahrgäste (9,8 Millionen gegenüber 9,5 Millionen im Vorjahr). Im Autoverlad und Güterverkehr wurden die angestrebten Leistungsmengen nicht erreicht. Beim Güterverkehr musste ein Rückgang von 14,1 Prozent bei den beförderten Mengen in Kauf genommen werden. Die Entwicklung beim Autoverlad blieb mit rund 468 000 beförderten Fahrzeugen und einem Verkehrsertrag von 14,1 Millionen Franken auf dem Vorjahresniveau. Insgesamt erzielte die RhB mit 127,6 Millionen Franken den höchsten Verkehrsertrag in ihrer 125-jährigen Geschichte.
2013 erhielt die RhB von Bund und Kanton Abgeltungszahlungen für ungedeckte Betriebskosten von insgesamt 162 Millionen Franken. Davon wurden 67,0 Millionen Franken für die Finanzierung des Personenverkehrs und 5,7 Millionen Franken für den Güterverkehr aufgewendet. Auf die Infrastruktur entfiel eine Abgeltung von 89,4 Millionen Franken.
Die Investitionstätigkeit war mit 192,2 Millionen Franken auch im Jahr 2013 hoch und im Wesentlichen eine Folge des grossen Erneuerungsbedarfs. Eine nächste grosse Etappe der Erneuerung ist beim Rollmaterial geplant. Im 2016 sollen die ersten neuen Albulagliederzüge ausgeliefert werden. Eine Komposition mit sechs Einheiten und Steuerwagen, was einen ersten wichtigen Schritt bei der verpendelten Fahrweise ermöglicht. Davon verspricht sich die RhB deutliche Fortschritte in der Produktivität.
Der Güterverkehr – ein Verlustgeschäft
In der Sparte Güterverkehr wurde ein Betriebsverlust (EBIT) von 2,7 Millionen Franken ausgewiesen. Die erzielten Markterträge lagen deutlich unter den Erwartungen und dem Vorjahr. Der Ertrag im Güterverkehr betrug 16,1 Millionen Franken. Der Rückgang von Öl- und Holztransporten setzte sich im 2013 fort. Aufgrund dieser Ausfälle und dem Rückgang der Transportmengen fiel auch die Abgeltungszahlung des Bundes tiefer aus als im Vorjahr. Der Betriebsaufwand wurde gegenüber dem Vorjahr leicht reduziert. Geschäftsleitung und Verwaltungsrat haben Schritte eingeleitet, das Ergebnis im Güterverkehr nachhaltig zu verbessern und prüfen gemeinsam mit Bund und Kanton Massnahmen zur Sanierung des Güterverkehrs.
FAV-Verhandlungen bevorstehend
Gemeinsam mit den Gewerkschaften will die RhB Verbesserungen und Anpassungen des Firmenarbeitsvertrages (FAV) diskutieren und verhandeln. Dazu laufen beidseits bereits Vorbereitungen. Die RhB ist interessiert, im Rahmen ihrer unternehmerischen Leistungsfähigkeit und ihren finanziellen Mittel ihre Stellung als attraktive, verantwortungsvolle Arbeitgeberin weiter zu festigen.

RhB – 125 Jahre faszinierend unterwegs: Die Jubiläumszüge rollen…
Seit 125 Jahren ist die RhB unterwegs in Graubünden. Anlässlich des Jubiläums lässt die RhB auch ihr wertvolles historisches Rollmaterial durch den ganzen Kanton kurven. Ob Nostalgiezug, Dampffahrten, Gourmetrundfahrten oder der Erlebniszug Albula. Für Jung und Alt ist etwas dabei – ab April bis Ende Jahr.
10. Mai 2014: Tag der offenen Türe in Landquart
Am Tag der offenen Türe zeigt die RhB in der Hauptwerkstätte und im Güterumschlagszentrum, was in ihr steckt. Zwischen 8.30 Uhr und 17 Uhr warten zahlreiche Höhepunkte:

  • Ausstellung historische und aktuelle Fahrzeuge
  • RhB-Kino
  • Filmpremière und Buchvernissage (Forum im Ried)
  • Lokparade
  • Loksimulatoren, Draisinen-Fahrten
  • Kinderland
  • Klettergarten (im Güterumschlagszentrum)
  • Festwirtschaft, Wettbewerbe
Weitere Etappe für neues RhB-Rollmaterial gutgeheissen
Die Regierung des Kantons Graubünden hat der überarbeiteten dritten Etappe eines Flottenkonzeptes der Rhätischen Bahn (RhB) zur Erneuerung des Rollmaterials zugestimmt. Im Rahmen dieser Etappe werden als Ersatz der heute auf der Albulalinie eingesetzten Personenwagen sechs Albula-Gliederzüge, bestehend aus je sechs Wagen und einem Erstklass-Steuerwagen, beschafft. Zudem werden 13 Universalsteuerwagen für die übrigen RhB-Stammnetz-Linien gekauft. Die Investitionskosten betragen 167,2 Millionen Franken. Diese abgeltungsberechtigten Investitionskosten führen bei Bund und Kanton zu jährlichen Mehrkosten von rund sieben Millionen Franken, wobei auf den Kanton Graubünden ein Anteil von 20 Prozent oder rund 1,4 Millionen Franken pro Jahr entfällt. Ab dem Jahr 2020 werden diese Kosten aber durch Einsparungen und Effizienzgewinne vollständig kompensiert.

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