Mit der Metro in drei Minuten mitten in der Stadt Luzern

Mit der Metro in drei Minuten mitten in der Stadt Luzern Reisebusfreier Schwanenplatz, reisebusfreier Löwenplatz mehr Sicherheit und spürbar weniger Individualverkehr im Stadtzentrum von Luzern. Eine Metro zwischen der «Reussegg» (beim Autobahnanschluss A2/A14 Emmen Nord) und dem Schwanenplatz soll es möglich machen. Eine Gruppe von Fachleuten hat am Donnerstag, 13. Juni 2013, ihre Pläne für das privat zu finanzierende 400-Millionen-Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt.

erstellt am 14. Juni 2013 @ 07:26 Uhr
Metro Luzern – Für einen attraktiven Schwanenplatz
Metro Luzern 61770_01Reisebusfreier Schwanenplatz, reisebusfreier Löwenplatz mehr Sicherheit und spürbar weniger Individualverkehr im Stadtzentrum von Luzern. Eine Metro zwischen der «Reussegg» (beim Autobahnanschluss A2/A14 Emmen Nord) und dem Schwanenplatz soll es möglich machen. Eine Gruppe von Fachleuten hat am Donnerstag, 13. Juni 2013, ihre Pläne für das privat zu finanzierende 400-Millionen-Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt.
«Mit einer Metro in drei Minuten vom Stadtrand zum Schwanenplatz mitten im Luzerner Zentrum. Das Projekt ist ambitiös, aber realisierbar. Sowohl technisch als auch finanziell.» Franz Zihlmann, Ruswil, Initiant des Projekts «Metro Luzern – für einen attraktiven Schwanenplatz» und Auftraggeber einer Machbarkeitsstudie ist überzeugt, dass er zusammen mit seinen Partnern eine Lösung präsentieren kann, die einige zentrale Verkehrsprobleme der Stadt Luzern entschärfen könnte.
Seit Jahren sind die Reisebusse auf dem Schwanen- und Löwenplatz für viele ein Ärgernis. Mehr noch: Sie stellen ein echtes Sicherheitsrisiko dar, wie ein tödlicher Unfall zeigt, der sich kürzlich mit einem Reisebus ereignete. Über 60 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Umfrage der «Neuen Luzerner Zeitung» stören sich an den Reisebussen im Zentrum. Sie wünschen sich, dass die Busse am Stadtrand parkiert werden.
Öffentlicher Verkehr im Stau
Stark zugenommen hat in den letzten Jahren auch der Individualverkehr in der Stadt. Zu Stosszeiten sind die Strassen stark belastet. Dadurch wird auch der öffentliche Verkehr massiv behindert. Die Busse stecken häufig mit im Stau. Weniger Individualverkehr würde die Chance für den Bau neuer Bus- und Velospuren erhöhen.
Wie können der motorisierte Individualverkehr und der Reisebusverkehr in und durch die Stadt überflüssig gemacht und damit reduziert werden? Diese Fragestellung hat Franz Zihlmann, Zihlmann Immobilien AG, Ruswil, und seine Mitinitianten Marcel Sigrist, Büro für Bauplanung, Luzern, sowie Marcel von Arx, Unternehmungen, Luzern, dazu bewogen, eine Machbarkeitsstudie für eine unterirdische Bahnverbindung vom Stadtrand (Gebiet «Reussegg» bei Inwil) ins Zentrum zu verfassen. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie liegen jetzt vor. Und sie sind vielversprechend.
Park-and-Ride-Anlage «Reussegg»/Ibach
Metro Luzern Karte 61770_02Die Initianten wollen an der «Reussegg» (Ibach) eine Park-and-Ride-Anlage für gesamthaft 80 Reisebusse und rund 3500 Parkplätze für Privatfahrzeuge bauen – ein Parkhaus für die Reisebusse und rund 2000 Autos sowie ein weiteres Parkhaus für rund 1500 Fahrzeuge. Dieser «Hub» ist bestens von der Autobahn aus in alle Richtungen erreichbar. Von der Park-and-Ride-Anlage «Reussegg» soll eine direkte Metro-Verbindung die Passagiere zum Schwanenplatz bringen. Die Fahrzeit für die zwei Kilometer lange unterirdische Strecke beträgt schnelle drei Minuten. Auf halber Distanz soll eine Zwischenstation mit direktem Aufgang zum Kantonsspital Luzern entstehen. Die unterirdische Bahn verkehrt 24 Stunden täglich zweispurig im Fünf-Minuten-Takt zwischen Mitternacht und sechs Uhr früh jede halbe Stunde; das Parkhaus «Reussegg» ist jederzeit zugänglich.
Durch das Projekt wird nach Meinung der Initianten auch der Grendel als Tor zur Altstadt aufgewertet. «Geplante Verschönerungen zur Attraktivitätssteigerung der Luzerner Altstadt können endlich an die Hand genommen werden» blickt Initiant Franz Zihlmann in die nahe Zukunft.
Pläne liegen vor
Das Projekt wurde mit einem erfahrenen Team von Bauingenieuren und Architekten entwickelt. Es sind dies Armin Wicki, Schubiger AG, Bauingenieure, Luzern, Hanspeter Escher, Kost + Partner AG, Sursee sowie die Luzerner Architekten Hans Cometti und Norbert Truffer vom gleichnamigen Luzerner Architekturbüro. Für die Park-and-Ride-Anlage liegen Grundriss- und Schnittpläne sowie Visualisierungen und die Konzepte der Zu- und Wegfahrten vor. Ebenfalls bereits erarbeitet wurden die Pläne für den Tunnel. Der Tunnelbau erfolgt im Fels mit Sprengvortrieb. Der letzte Abschnitt von knapp 200 Metern vom Falkenplatz bis zum Schwanenplatz wird im Tagbau erstellt. Auch für die Stationen beim Kantonsspital und beim Schwanenplatz liegen die Pläne vor. Für die Park-and-Ride-Anlage «Reussegg» ist eine Zonennutzungsänderung nötig. Für den Metro-Tunnel sind Unterbaurechte erforderlich. Für alle Anlagen sind die notwendigen Bewilligungen einzuholen. Zudem müssen ein ordentliches Baubewilligungs- und Planauflageverfahren sowie eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden.
Finanziell machbar
Das 400-Millionen-Projekt soll durch private Investoren finanziert werden. Die Investitions- und Betriebsrechnungen der Machbarkeitsstudie wurden von einem neutralen Finanzunternehmen geprüft. Das Ergebnis: Es ergibt sich eine positive Verzinsung des Gesamtkapitals. Das Projekt ist finanziell machbar.
Ehrgeiziger Zeitplan
Die Initianten gehen davon aus, dass das Park-and-Ride-Projekt innerhalb der nächsten vier bis fünf Jahre realisiert werden kann. Für das Vorprojekt und das Bauprojekt sind rund zwei Jahre eingeplant. Das Genehmigungsverfahren könnte innerhalb eines Jahres abgeschlossen sein. Bau und Inbetriebnahme dauern rund zwei Jahre. Ziel ist es, die Vorprojektarbeiten 2013 auszulösen.
So geht es weiter
Bevor sie ein Vorprojekt starten, wollen die Initianten mit allen Involvierten das Gespräch suchen, um einen möglichst breiten Konsens zu finden. Es sind dies insbesondere die Stadt und der Kanton Luzern, die Bundesämter für Strassen und für Verkehr sowie Grundeigentümer, Werkeigentümer und betroffene Anstösser. Verschiedene Vorgespräche haben bereits stattgefunden, darunter unter anderem mit dem Astra, Zofingen, Unternehmen der Uhren- und Schmuckbranche (Bucherer, Gübelin), mit Stadt und Kanton und dem Kantonsspital; die Reaktionen waren durchwegs positiv.

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