Markttest zu Stehplatzzonen abgeschlossen: Befragung zur Reisequalität in der Regio S-Bahn Basel

Der steigenden Nachfrage in der Regio S-Bahn Basel müssen Kantone und SBB gemeinsam begegnen, um die Kapazität und den Komfort für die Fahrgäste in den bestehenden Zügen zu erhöhen. Ende 2013 wurden daher in der Regio S-Bahn Basel rund 2000 Fahrgäste befragt, in welcher Art von Stehplatzzonen sie sich am wohlsten fühlen. Nun liegen die Resultate des Markttests vor: Gefordert werden grosszügige Stehflächen, senkrechte Haltestangen und Anlehnmöglichkeiten. Die Resultate der Befragung fliessen in künftige Fahrzeugbeschaffungen ein.

ARCHIV

Zwei FLIRT-Testzüge auf Basler S1: Fahrgäste werden zu Stehplatzzonen in der Regio S-Bahn Basel befragt
SBB CFF FFS / Pro Bahn Schweiz / Sandro Hartmeier
Ab dem 11. November 2013 führt die SBB in Absprache mit Bund und Kantonen auf der  S1  zwischen Basel und Frick/Laufenburg einen Markttest zu Stehplatzzonen im Regionalverkehr durch. Die Fahrgäste werden in umgebauten Testzügen des Typs Flirt – RABe 521 013 und 014 – unter anderem dazu befragt, in welcher Art von Multifunktionszonen sie sich am wohlsten fühlen. Der Markttest wird vor dem Hintergrund der steigenden Nachfrage bei kleinem finanziellem Spielraum bei der Beschaffung von Fahrzeugen von Bund und Kantonen durchgeführt.
Die Nachfrage im Regionalverkehr steigt weiter, insbesondere während der Hauptverkehrszeiten. Die SBB schafft wo möglich mehr Kapazität, zum Beispiel durch zusätzliche oder grössere Züge. Gleichzeitig wird der finanzielle Spielraum von Bund und Kantonen aber immer kleiner. Im Regionalverkehr finanzieren neben den Kundinnen und Kunden auch die Kantone und der Bund das Angebot, die SBB, Bund und Kantone suchen deshalb mit bestehenden Mitteln gemeinsam nach innovativen, kundenfreundlichen Lösungen: Dazu gehören moderne Fahrzeug-Konzepte mit Multifunktionszonen im Eingangsbereich. Diese haben in den letzten Jahren geholfen, der steigenden Nachfrage zu bewältigen und insbesondere in Ballungszentren zusätzliche Kapazitäten zu schaffen und das Ein- und Aussteigen zu beschleunigen.
Zusätzliche Kapazitäten und besserer Zugang zu den Sitzplätzen
Im Rahmen eines Markttests untersucht die SBB zwischen dem 11. November 2013 und Mitte Dezember 2013 vier verschiedene Konzepte in zwei identisch gestalteten Testzügen des Typs Flirt. Bei allen Layout-Konzepten wurden (Klapp-) Sitze entfernt. Fahrgäste, die auf kurzen Strecken lieber stehen oder Gepäck dabei haben, bekommen dadurch mehr Platz, aber auch die Sitzplätze sind besser erreichbar. Der Markttest wird auf der  S1  zwischen Basel und Frick/Laufenburg durchgeführt. Neben den quantitativen Messungen (z.B. zu Fahrgastwechselzeiten) verteilt die SBB Fragebogen an die Fahrgäste. Die Resultate werden Anfang 2014 ausgewertet und mit dem Bundesamt für Verkehr (BAV) und den Kantonen diskutiert. Der Markttest und mögliche Anpassungen beschränken sich ausschliesslich auf den Regionalverkehr in der Regio S-Bahn Basel.
Stellungnahme Pro Bahn Schweiz:
Knurrendes „Ja“ zu Versuchen mit Stehplätzen
Grundsätzlich wehrt sich Pro Bahn Schweiz, die Interessenvertretung der Kundinnen und Kunden des öffentlichen Verkehrs gegen die Einrichtung von Stehplätzen in den Zügen. Sie sollen nur als allerletzte Möglichkeit vorgesehen werden. Vorher sind die betroffenen Züge entweder mit zusätzlichen Wagen zu verstärken oder gar Doppelstockzüge einzusetzen.
Wenn Pro Bahn Schweiz – wenn auch knurrend – gleichwohl „ja“ sagt zu den Versuchen mit Stehplätzen bei der S-Bahn Basel, liegt das darin, dass die Züge der betroffenen Linien bereits auf die maximale Länge verstärkt worden sind. Kommt dazu, dass die Infrastruktur auf einigen Linien keine Doppelstockzüge aufnehmen kann. So bleiben nur bauliche Massnahmen, welche schnell einmal zwei- bis dreifache Millionenbeträge auslösen. Dass damit die Investitions- und Betriebskosten zu hoch ausfallen, versteht auch Pro Bahn Schweiz.
Pro Bahn Schweiz erwartet mit Interesse das Resultat dieser Versuche, bleibt aber dabei, dass Stehplatzangebote nur als allerletzte Möglichkeit vorgesehen werden sollten, denn das sitzende Reisen ist ein Pluspunkt, das sich die Bahn nicht ohne Not aus der Hand schlagen lassen sollte.

Weblinks

Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

Schreibe einen Kommentar