Treffen von FS Italiane und SBB: Stabilere Verbindungen zwischen der Schweiz und Mailand

Seit Juni dieses Jahres profitieren die Kundinnen und Kunden dank des neuen Fahrplans von stabileren und pünktlicheren Verbindungen zwischen Zürich und Mailand, und ab kommendem Dezember wird die Reise dank der neuen ETR 610 noch komfortabler. Anlässlich des ersten Treffens zwischen Michele Mario Elia, dem neuen Geschäftsführer von FS italiane und Andreas Meyer, CEO SBB AG, haben sich beide Seiten zufrieden über die Zusammenarbeit und insbesondere über die Einigung hinsichtlich des grenzüberschreitenden Bahnangebots für die EXPO 2015 geäussert. Auf italienischer Seite sind Fortschritte beim Ausbau der Infrastruktur im Hinblick auf die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels zu verzeichnen: Das italienische Programm zur Kapazitätserhöhung zwischen Chiasso und Mailand schreitet planmässig voran und die Finanzierung ist grösstenteils gesichert.

erstellt am 06. Juli 2014 @ 10:53 Uhr
SBB CFF FFS / Ferrovie dello Stato Italiane / Pro Bahn Schweiz
Treffen FS Italiane SBB BZ Ost  Zuerich FlughafenSeit Juni dieses Jahres profitieren die Kundinnen und Kunden dank des neuen Fahrplans von stabileren und pünktlicheren Verbindungen zwischen Zürich und Mailand, und ab kommendem Dezember wird die Reise dank der neuen ETR 610 noch komfortabler. Anlässlich des ersten Treffens zwischen Michele Mario Elia, dem neuen Geschäftsführer von FS italiane und Andreas Meyer, CEO SBB AG, haben sich beide Seiten zufrieden über die Zusammenarbeit und insbesondere über die Einigung hinsichtlich des grenzüberschreitenden Bahnangebots für die EXPO 2015 geäussert. Auf italienischer Seite sind Fortschritte beim Ausbau der Infrastruktur im Hinblick auf die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels zu verzeichnen: Das italienische Programm zur Kapazitätserhöhung zwischen Chiasso und Mailand schreitet planmässig voran und die Finanzierung ist grösstenteils gesichert.

Seit SBB und FS im August 2011 in Bellinzona den «Accordo dei Castelli» unterzeichnet haben, treffen sich die Unternehmensleitungen einmal pro Jahr, um eine Standortbestimmung hinsichtlich der in diesem Vertrag festgelegten Ziele vorzunehmen. Am Freitag (4.6.2014) haben sich in Zürich erstmals Michele Mario Elia in seiner neuen Funktion als Geschäftsführer von FS Italiane und Andreas Meyer getroffen. Für SBB ist die Ernennung von Elia eine Garantie für die Fortführung der guten Beziehungen zwischen den zwei Unternehmen: «Ich gratuliere meinem Kollegen Michele Mario Elia zu seiner Ernennung. Ich freue mich, mit ihm zusammen die Synergien zwischen der Schweiz und Italien weiter ausbauen und vorantreiben zu können. Die Fortschritte, die wir bisher erzielen konnten, zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, und ich bin froh, auf einen so gewissenhaften und kompetenten Ansprechpartner wie Elia zählen zu können» sagt Andreas Meyer. «Die von der SBB und FS unterzeichneten bilateralen Vereinbarungen werden konsequent umgesetzt. Der Zeitplan wird eingehalten, da wir die Profile auf der Chiasso Linie bereits am Anpassen sind. Dies wird die Verlagerung des Verkehr auf die Bahn für die „Rollende Autobahn“ wie auch für den kombinierten Verkehr ermöglichen“ – betont der CEO von FS Italiane betont. »

Treffen FS Italiane SBB BZ Ost  Zuerich FlughafenDas Treffen in Zürich von Freitag bot Gelegenheit für eine Standortbestimmung hinsichtlich der Verbindungen zwischen der Schweiz und Italien. Der Fahrplanwechsel am 15. Juni, ermöglicht aufgrund der neuen Fahrplantrassen für die Einfahrt in den Bahnhof von Mailand, die Verbindungen im Nord-Süd-Verkehr zu verbessern und die Anschlüsse an die Freccia AV von Trenitalia in beide Richtungen zu gewährleisten. Ab kommendem Dezember wird die Reise für die Kundinnen und Kunden zudem noch komfortabler, dank der neuen ETR 610 zweiter Generation, von denen der erste Zug Anfang Juni die Alstom-Produktionsanlage in Savigliano verlassen hat, derzeit die ersten Testfahrten durchläuft und im August präsentiert wird. Im Laufe der nächsten Jahre werden dann die ETR 470 sowohl von SBB als auch von Trenitalia, die derzeit auf der Strecke Zürich – Mailand verkehren, durch die moderneren ETR 610 ersetzt.

Expo 2015 – bis zu 5 Zusatzzüge von der Schweiz nach Rho Fiera
Das wichtigste Ziel des «Accordo dei Castelli», die Realisierung des Angebots für die EXPO 2015, konnte bereits erreicht werden. Voraussichtlich wird der grösste Teil der aus der Schweiz angereisten Besucher mit dem Zug an die Expo 2015 reisen, entweder über die Lötschberg-Simplon-Achse oder über die Gotthard-Achse. Entsprechend hat die SBB zusammen mit Trenitalia ein spezielles Angebot geschaffen, das täglich bis zu fünf Extrazüge mit rund 2500 zusätzlichen Sitzplätzen vorsieht. Dieses Angebot ermöglicht es, den Bahnhof Rho Fiera Milano von jedem Ort in der Schweiz aus zu erreichen und die Expo auch im Rahmen eines Tagesausflugs zu besuchen: Die erforderlichen Verbindungen werden sowohl morgens für die Hinfahrt als auch abends für die Rückfahrt bereitstehen.

Der «Accordo dei Castelli» sieht ausserdem vor, die Verbindungen zwischen dem Kanton Tessin und Mailand zu verstärken; auch in diesem Bereich wurden spürbare Fortschritte erzielt. Die  RE -Verbindungen Tessin – Milano Centrale werden konstant ausgeweitet: Seit dem 15. Juni dieses Jahres sind 6 neue Verbindungen hinzugekommen, so dass zwischen dem Tessin und Mailand nun 17 Verbindungen bestehen, 8 in Richtung Süden und 9 in Richtung Norden.

Bereit für den Gotthard-Basistunnel
Betreffend die Bahninfrastruktur hat der Geschäftsführer von FS orientiert, dass das Infrastrukturprogramm, welches einen Ausbau der Kapazitäten zwischen Chiasso und Mailand, wie im Rahmen des „Accordo die Castelli“ vereinbart, nach der Inbetriebsetzung des Gotthard-Basistunnels weitergeht und dass für die Mehrheit der Projektmodule die Finanzierung gesichert ist.

Die FS italiane Delegation informierte zudem über den aktuellen Stand der Baustellen auf italienischer Seite für die neue grenzüberschreitende Bahnlinie Mendrisio – Stabio – Varese und bestätigte, dass die Inbetriebsetzung für Mitte 2016 geplant sei. FS setze alles daran, «dass die Arbeiten an dieser wichtigen Strecke ohne weitere Zwischenfälle fortgeführt werden können». Auf Schweizer Seite wurden die Arbeiten mittlerweile abgeschlossen, so dass die Linie S40 dank der Mitwirkung aller Beteiligten im Dezember 2014 als Direktverbindung zwischen Albate–Camerlata – Como – Mendrisio – Stabio in Betrieb gehen kann. Dies ist ein erster Schritt in Richtung der zukünftigen Linie, die Como, Mendrisio und Varese miteinander verbinden wird.

https://twitter.com/AndreasMeyer/status/485035222556495872/

Der «Accordo dei Castelli»

Im August 2011 haben der Kanton Tessin, die Region Lombardei, die SBB, die italienischen Staatsbahnen (FS Italiane), TILO und Trenord in Bellinzona den «Accordo dei Castelli» unterzeichnet. Dieser Vertrag enthält die Arbeitsprogramme für zwei wichtige Meilensteine der nächsten Jahre: die EXPO 2015 und die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels im Jahr 2016. Ziel der Partner und insbesondere von SBB und FS ist es, im Hinblick auf diese beiden Grossereignisse attraktive Verbindungen und ein umfassendes Angebot zu schaffen.


Update Stellungnahme Pro Bahn Schweiz:
Verbindungen in den Süden wieder sicherer machen

Mit Befriedigung nimmt Pro Bahn Schweiz, die Interessenvertretung der Kundinnen und Kunden des öffentlichen Verkehrs von den Absichten sowohl von Trenitalia auch der SBB Kenntnis, die Verbindungen in den Süden wieder attraktiver zu machen. Eine Reise in den Süden soll wieder chic und fein werden – Pro Bahn Schweiz ist zufrieden, wenn sie vor allem wieder zuverlässiger werden. So ist immerhin wieder ein Zweistundentakt zwischen Zürich und Milano möglich, auch wenn eine dieser Verbindungen ein Umsteigen in Lugano bedingt. In diesem Sinne wird die seit einigen Jahren verbesserte Zusammenarbeit zwischen Trenitalia und SBB ausdrücklich begrüsst und weiterhin gutes Gelingen gewünscht.

Details bleiben offen
Trotzdem – der Teufel steckt im Detail. Nach wie vor ist die Eröffnung der Linie Mendrisio – Stabio – Varese nicht in Sicht. Ende 2014 ist an der Schweizergrenze Schluss. Auf italienischer Seite sind die Bauarbeiten wegen verseuchtem Erdreich nach wie vor blockiert. Eine Eröffnung auf die Weltausstellung 2015 in Milano ist nicht in Sicht. Auch hier wäre wün-schenswert, wenn beide CEOs ihr Gewicht dafür einsetzen, dass es auch dort vorwärts geht.

Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

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