Typenzulassung für Schweiz erhalten: Neue Züge des Typs ETR 610 auf Testfahrt

Der erste von insgesamt acht Zügen des Typs ETR 610 hat am 3. Juni 2014 wie geplant das Werk von Alstom in Savigliano (IT) verlassen. Die für die nun folgenden Testfahrten nötige Typenzulassung liegt bereits vor.

erstellt am 03. Juni 2014 @ 11:59 Uhr
SBB CFF FFS / Sandro Hartmeier / Alstom
ETR_610_Neigezug_SBB_2SerieDer erste von insgesamt acht Zügen des Typs ETR 610 hat am 3. Juni 2014 wie geplant das Werk von Alstom in Savigliano (IT) verlassen. Die für die nun folgenden Testfahrten nötige Typenzulassung liegt bereits vor.

Update Die SBB hat im Juli 2012 bei Alstom insgesamt acht ETR610-Züge der zweiten Serie bestellt. Der erste Zug hat am 3.6.2014 planmässig das Werk in Savigliano (IT) verlassen. Nach seiner Ankunft in der Schweiz wird der RABe 503 011-5, der bereits die Typenzulassung für die Schweiz erhalten hat, die dynamischen Fahrtests absolvieren. Alstom liefert bis Ende 2014 zwei von acht der neu als RABe 503 bezeichnete Züge an die SBB. Sie ersetzen auf der Gotthard-Achse ab Ende 2014 schrittweise die bisherigen Züge des Typs ETR 470 der  EuroCity -Linie Zürich HB – Milano Centrale. Am 7. August 2014 wird die erste ETR 610-/RABe 503-Komposition getauft werden.

Die neuen Züge ergänzen so die heute schon auf der Simplon-Achse zuverlässig verkehrende SBB-Flotte der 7 Pendolino ETR 610 der ersten Serie. Auch die zweite Serie Pendolino ETR 610 ist mit der von Alstom entwickelten Neigetechnik ausgestattet, mit welcher der Zug sich in Kurven neigen und damit eine höhere Geschwindigkeit als konventionelle Züge erreichen kann. Daneben wurden gegenüber der ersten Serie aber auch Änderungen vorgenommen. Äusserlich fallen die sich neu gegen unten bzw. oben öffnenden Kupplungsabdeckungen oder die LED-Scheinwerfer auf. Zudem gibt es nur noch einen Scheibenwischer. Der ETR 610 lässt sich zu 95% wiederverwerten und ist mit einem elektrischen Bremssystem ausgestattet, das Bremsenergie in die Fahrleitung rückspeist.

Der Pendolino bietet in seinen sieben Wagen Komfortsitze für 430 Fahrgäste und kann bis zu 250 km/h schnell fahren. Der hohe Standard der ersten Serie wird beibehalten: So ermöglichen breite Mittel- und Übergänge eine bequeme und komfortable Zugänglichkeit des Zuges. Alle Sitze sind mit eigenen Leselampen und Steckdosen ausgestattet, und verfügen über eine individuell einstellbare Rückenlehne. Die Anordnung der Sitze harmoniert mit der Anordnung der Fenster: So kann das natürliche Licht der grossen Fenster genutzt und die vorbeiziehende Landschaft genossen werden. Ein Videoüberwachungssystem gewährleistet maximale Sicherheit.

Die Züge sind auf den grenzüberschreitenden Bahnverkehr ausgerichtet, erfüllen die entsprechenden europäischen TSI-Normen und sind mit dem ATLAS-System – dem Alstom eigenen europäischen Signalisierungssystem (ERTMS1) – ausgerüstet, das für den Betrieb in der Schweiz, Italien und Deutschland notwendig ist.

Die Züge werden im italienischen Alstom-Werk Savigliano hergestellt, wo seit über 30 Jahren Pendolino-Züge produziert werden. Zudem wirken die Alstom-Standorte Sesto San Giovanni und Bologna (IT), Le Creusot, Ornans und Reichshoffen (FR) sowie Montreal (CN) und Neuhausen am Rheinfall an der Fertigstellung der Züge mit.

Genügend Züge für den Gotthard
Im Hinblick auf die Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels Ende 2016 hat die SBB mit den acht ETR 610 (RABe 503) der zweiten Serie genügend Züge für die Nord-Süd-Achse. Zudem wurden bei Stadler Rail 29 neue Züge bestellt, die ab Ende 2019 ebenfalls auf dieser Strecke in den Einsatz kommen sollen.

Karte: Das Alstom-Werk in Savigliano (IT)
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Einzelnachweise und Anmerkungen

  • 1 European Rail Traffic Management System

 

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