SBB im ersten Halbjahr 2014 operativ gut unterwegs

Die Anzahl SBB Passagiere ist im ersten Halbjahr 2014 gegenüber der Vorjahresperiode um drei Prozent auf täglich 1‘002‘000 gestiegen; beim Güterverkehr stieg die Gesamtverkehrsleistung um 27 %. Die Kundenpünktlichkeit konnte von 87,3% auf 89,6% gesteigert werden. Das Konzernergebnis verringerte sich um 43 Prozent auf CHF 57 Mio. Gründe dafür waren höhere Aufwendungen für Unterhalt der Infrastruktur, höhere Abschreibungen primär aufgrund neuer Züge sowie tiefere Veräusserungsgewinne für Immobilien. SBB Cargo International realisierte im ersten Halbjahr erstmals schwarze Zahlen.

SBB CFF FFS / Pro Bahn Schweiz
Zugbegleiterin_erteilt_AuskunftMehr Passagiere und Güter, Konzernergebnis tiefer als im Vorjahr, SBB Cargo erneut mit Gewinn

Die Anzahl SBB Passagiere ist im ersten Halbjahr 2014 gegenüber der Vorjahresperiode um drei Prozent auf täglich 1‘002‘000 gestiegen; beim Güterverkehr stieg die Gesamt-Vverkehrsleistung um 27 %. Die Kundenpünktlichkeit konnte von 87,3% auf 89,6% gesteigert werden. Das Konzernergebnis verringerte sich um 43 Prozent auf CHF 57 Mio. Gründe dafür waren höhere Aufwendungen für Unterhalt der Infrastruktur, höhere Abschreibungen primär aufgrund neuer Züge sowie tiefere Veräusserungsgewinne für Immobilien. SBB Cargo International realisierte im ersten Halbjahr erstmals schwarze Zahlen.

Gute Sicherheitsbilanz und hohe Kundenpünktlichkeitswerte gegenüber Vorjahr
Die SBB weist im ersten Halbjahr 2014 eine gute Sicherheitsbilanz aus: Der positive Trend des letzten Quartals 2013 konnte fortgesetzt und das hohe Sicherheitsniveau damit bestätigt werden.

Mit 89,6 Prozent konnte die Kundenpünktlichkeit gegenüber der Vorjahresperiode (87,3 Prozent) gesteigert werden. Die gewährten Anschlüsse blieben mit 97,4 Prozent auf hohem Niveau stabil (97,5 Prozent). Diese Werte sind im internationalen Vergleich führend. Das gute Ergebnis konnte bei voll laufendem Betrieb und trotz grosser Bau- und Unterhaltstätigkeit am Schienennetz erreicht werden.

Konzernergebnis trotz höherem Betriebsertrag gesunken
Der Betriebsertrag auf Konzernebene stieg um 3,2 Prozent auf CHF 4‘173 Mio. Dieses Ergebnis ist insbesondere auf höhere Personenverkehrserträge dank höherer Verkehrsleistung, auf die Tarifmassnahmen 2012 und auf gestiegene Güterverkehrserträge zurückzuführen. Der Betriebsaufwand stieg um 3,6 Prozent auf CHF 4‘073 Mio. als Folge höherer Abschreibungen beim Rollmaterial und Personalkosten in den Bereichen Infrastruktur und Personenverkehr. Um hier Gegensteuer zu geben, hat die SBB Sparmassnahmen im gesamten Unternehmen und insbesondere bei Verwaltungsstellen eingeleitet. Diese werden in der zweiten Jahreshälfte wirksam sein. Das Konzernergebnis sank als Folge tieferer Veräusserungsgewinne bei Immobilien und dem negativen Ergebnis beim Personenverkehr um 43 Prozent auf CHF 57 Mio. (Vorjahr: CHF 101 Mio.).

Der Free Cash Flow nach Finanzierung der öffentlichen Hand belief sich auf CHF -384 Mio. und liegt damit CHF 102 Mio. besser als in der Vorjahresperiode und zwar als Konsequenz der geringeren Rollmaterialbeschaffungen 2014 sowie zeitlichen Verschiebungen von Immobilienprojekten. Als Folge des negativen Free Cash Flows erhöht sich die verzinsliche Verschuldung um 7 Prozent auf CHF 8‘703 Mio. (CHF 8‘102 Mio.).

Personenverkehr: Ergebnis als Folge hoher Abschreibungen unter Druck
Die SBB beförderte täglich rund 1‘002‘000 Passagiere, was einem Zuwachs von 3 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode entspricht (970‘000). Die Anzahl Personenkilometer stieg gleichzeitig um 1,7 Prozent auf 8,9 Mrd. Kilometer. Der Grund für diesen Anstieg ist primär ein überproportionales Nachfragewachstum in den Regionen Mittelland und im Tessin sowie in den Hauptverkehrszeiten. Die Zahl der Generalabonnemente nahm erneut zu: Ende Juni waren 443‘000 Generalabonnemente im Umlauf, was gegenüber der Vorjahresperiode einem Zuwachs von 1,6 Prozent entspricht. Die Anzahl Halbtaxabonnemente sank um -0,6 Prozent auf 2,338 Millionen.

Das Ergebnis im Personenverkehr sank als Folge der höheren Abschreibungen auf Rollmaterial infolge der kontinuierlich modernisierten Flotte auf CHF -2 Mio. (Vorjahr: CHF 29 Mio.). Die SBB erwartet für das Gesamtjahr ein positives Ergebnis, dies aufgrund des saisonalen Geschäftsgangs mit höheren Verkehrserträgen im 2. Halbjahr.

Immobilien: Ergebnis verhalten – gesteigerte Mieterträge
SBB Immobilien profitierte nach wie vor von der guten Nachfrage nach Objekten an zentralen Lagen sowie hohen Personenfrequenzen in den Bahnhöfen. Trotzdem sank das Ergebnis vor Ausgleichszahlungen als Folge tieferer Immobilienveräusserungen um 28 Prozent auf CHF 114 Mio. (Vorjahr: CHF 158 Mio.). Grössere Veräusserungen werden erst im zweiten Halbjahr vollzogen, weshalb sie noch nicht ergebniswirksam sind. Die Mieterträge Dritter konnten um 5 Prozent auf CHF 206 Mio. gesteigert werden (Vorjahr: CHF 197 Mio.). Dieser Anstieg resultiert vor allem aus Neubauten wie dem Baufeld E der Europaallee in Zürich sowie den Neueröffnungen im Bahnhof Genf-Cornavin.

SBB Cargo: Positives Ergebnis und Zunahme der Verkehrsleistung
Die Gesamtverkehrsleistung beim Güterverkehr Schweiz stieg deutlich um 27 Prozent auf 7,6 Mrd. Nettotonnenkilometer (Vorjahr: 6,0 Mrd.). Dies ist vor allem auf Neuverkehre auf der Nord-Süd-Achse zurückzuführen. Nach dem positiven Jahresergebnis 2013 schreibt SBB Cargo auch im ersten Halbjahr 2014 schwarze Zahlen: Gegenüber der Vorjahresperiode ist das Ergebnis von CHF 3 Mio. auf CHF 15 Mio. gestiegen. SBB Cargo ist es gelungen, in einem nach wie vor anspruchsvollen Marktumfeld Neuverkehre zu akquirieren und sich bei bestehenden Verkehren zu behaupten.

Positiv entwickelt hat sich auch SBB Cargo International. Massgeblich dazu beigetragen haben die Neuverkehre und Produktivitätssteigerungen; dies hat zu einem Gewinn von CHF 1,1 Mio. (+ CHF 3,9 Mio. gegenüber 1. Halbjahr 2013) geführt.

Infrastruktur: Verlust aufgrund hoher Unterhaltskosten
Die verkauften Trassenkilometer sind um 1.7 Prozent auf 86 Mio. Kilometer (85 Mio. Kilometer) gestiegen; darin spiegelt sich die gestiegene Verkehrsleistung im Personen- und Güterverkehr.

Das Ergebnis des Segments Infrastruktur wurde wie 2013 von den zusätzlichen Unterhaltsmassnahmen am Schienennetz belastet. Dies führte zu einem Verlust von CHF –61 Mio. (Vorjahr: CHF – 71 Mio.). Die SBB trägt diese zusätzlichen Aufwendungen, welche nicht in der Leistungsvereinbarung vorgesehen waren, bis zum Inkrafttreten von FABI in 2016.

Zweites Halbjahr: Leistungen und Angebote weiter ausbauen
Die SBB wird auch im zweiten Halbjahr Leistungen und Angebote weiter verbessern. Insbesondere in der Westschweiz wird das Angebot weiter ausgebaut: In Genf eröffnet die SBB im September den neuen Bahnhof Cornavin und im November erfolgt in Lausanne der Spatenstich für das Generationenprojekt „Léman 2030“.

Bis Ende Jahr werden SBB Kunden von gutem Mobilfunk-Empfang in sämtlichen Wagen des Fernverkehrs profitieren, dank Ausrüstung mit Signalverstärkern. Bis Ende 2015 werden die Kunden in rund 100 Bahnhöfen kostenlosen Internet-Zugang zur Verfügung haben.

SBB Konzern: das erste Halbjahr in Zahlen (in Mio. Franken)

Erstes Halbjahr 2014Erstes Halbjahr 2013Abweichung (in Prozent)
Betriebsertrag41734045+3,2
Betriebsaufwand40733933+3,6
EBIT100112-10,8
Konzernergebnis57101-43,2

Segmentergebnisse

Erstes Halbjahr 2014Erstes Halbjahr 2013
Personenverkehr-229
Immobilien*114158
Güterverkehr153
Infrastruktur-61-71

* vor Ausgleichszahlungen


Stellungnahme Pro Bahn Schweiz:
SBB Halbjahresergebnis – Licht und Schatten

Hin- und Hergerissen – so die Beurteilung zum Halbjahresergebnis der SBB von Pro Bahn Schweiz, der Interessenvertretung der Kundinnen und Kunden des öffentlichen Verkehrs.

Personenverkehr trotz Minus Positiv
Die SBB sind nun gesicherte Tagesmillionäre, was die täglich beförderten Personen angeht. Dieser Zuwachs ist erfreulich und beruht auch auf den Einsatz von modernem Rollmaterial. Diese Modernisierung hat ihren Preis in höheren Abschreibungsaufwendungen und aus dieser Sicht wird das negative Betriebsergebnis im Personenverkehr von Pro Bahn Schweiz gleichwohl positiv beurteilt. Bahnbenützerinnen und –benutzer nehmen in der Regel aus Umweltschutzgründen teilweise wesentlich längere Reisezeiten als mit dem individuellen Verkehrsmittel auf sich. Gerade deshalb plädiert Pro Bahn Schweiz bei Preiserhöhungen immer wieder auf Augenmass. Erfreulich ist auch, dass das Generalabonnement trotz massiver Preiserhöhungen nach wie vor beliebt ist, und offensichtlich auch dann an-geschafft wird, wenn es sich nicht zu 100 % rentiert.

Infrastruktur hat ihren Preis
Es ist richtig und wichtig, dass die SBB diese Aufwendungen auf sich nimmt. Lieber jetzt einen Verlust von 61 Millionen Franken entgegennehmen, der immerhin gegenüber dem letzten Jahr um 10 Millionen Franken geringer ausgefallen ist, als ein kurzfristig schönes Resultat zu präsentieren, das sich im Nachhinein wegen unterlassener Unterhaltsaufwendungen als tonnenschweres Gewicht darstellt. Deshalb wird auch dieser Punkt von Pro Bahn Schweiz positiv beurteilt.

Für Güter die Güterbahn mit schwarzen Zahlen
Bisher war dieser Slogan immer mit einem Minuszeichen versehen – es ist erfreulich, dass hier zum zweiten Mal ein Gewinn erzielt werden konnte. Wichtig ist dabei, dass nicht der Personenverkehr gegen den Güterverkehr ausgespielt wird. Beide brauchen die zur Erfüllung ihrer Aufgabe notwendige Infrastruktur. Pro Bahn Schweiz ist der Ansicht, dass dank gegenseitigem Entgegenkommen diese Aufgabe auch in Zukunft lösbar ist.
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Autor: Redaktion

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