Zug – Arth-Goldau: Kürzere Streckensperre am Zugersee

Die über hundert Jahre alte Bahninfrastruktur am Ostufer des Zugersees muss erneuert werden: Trassee, Tunnel, Brücken und Unterführungen werden saniert und erweitert. Gleichzeitig wird bei Walchwil eine neue Doppelspur gebaut. Dank diesen baulichen Massnahmen kann die Kapazität im Fernverkehr auf der Nord-Süd-Achse erhöht werden ohne dass das Angebot im Regionalverkehr beeinträchtigt wird. Im Rahmen des Vorprojekts Zugersee Ost konnte die SBB die Arbeiten optimieren und Kosten senken. Dadurch muss die Bahnstrecke zwischen Zug Oberwil und Arth-Goldau 2017/2018 nur noch anderthalb statt zwei Jahre gesperrt werden.

erstellt am 18. Juni 2013 @ 11:14 Uhr
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Zug Arth-Goldau Streckensperre Zugersee 61947_01Die über hundert Jahre alte Bahninfrastruktur am Ostufer des Zugersees muss erneuert werden: Trassee, Tunnel, Brücken und Unterführungen werden saniert und erweitert. Gleichzeitig wird bei Walchwil eine neue Doppelspur gebaut. Dank diesen baulichen Massnahmen kann die Kapazität im Fernverkehr auf der Nord-Süd-Achse erhöht werden ohne dass das Angebot im Regionalverkehr beeinträchtigt wird. Im Rahmen des Vorprojekts Zugersee Ost konnte die SBB die Arbeiten optimieren und Kosten senken. Dadurch muss die Bahnstrecke zwischen Zug Oberwil und Arth-Goldau 2017/2018 nur noch anderthalb statt zwei Jahre gesperrt werden.

Die SBB plant nach der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels zwischen 2017 und 2018 am Ostufer des Zugersees Unterhalts- und Ausbauarbeiten. Nun hat das Vorprojekt Zugersee Ost ergeben, dass die Dauer der dafür notwendigen Streckensperre zwischen Zug Oberwil und Arth-Goldau auf eineinhalb Jahre gekürzt werden kann. Ursprünglich waren zwei Jahre eingeplant. Während der Streckensperre verkehren alle Züge zwischen Zug Oberwil und Arth-Goldau via Rotkreuz. Dank der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels verkürzt sich die Fahrzeit für Reisende von Zürich nach Bellinzona trotz Umleitung um rund 25 Minuten.

Umfangreicher Substanzerhalt
Während der eineinhalb Jahre dauernden Streckensperre führt die SBB an über fünfzig Objekten Substanzerhaltungsarbeiten durch. Dies betrifft das Bahntrassee Zug – Arth-Goldau, Entwässerung, Unter- und Überführungen sowie Stützmauern und Bachdurchlässe. Das bestehende Bahntrassee wird von Zug bis Arth-Goldau vollständig erneuert. Die Überführungen werden instand gesetzt oder neu gebaut. Einzelne Unterführungen werden vergrössert.

Die Tunnel auf dem Streckenabschnitt Zug – Arth-Goldau werden ebenfalls saniert und für den Betrieb mit Doppelstockzügen vorbereitet. Dazu sind bauliche Anpassungen an allen sieben, rund 115 Jahre alten, einspurigen Eisenbahntunnel nötig. Weitere geplante Arbeiten sind Sicherheitsmassnahmen gegen Naturgefahren: Schutzdämme, Fangnetze, Bachbettvergrösserungen. Mit all diesen Massnahmen wird der Bahnbetrieb für die nächsten 50 Jahre sichergestellt.

Doppelspurausbau Walchwil
Während der unterhaltsbedingten Streckensperre baut die SBB nördlich von Walchwil ein zweites Gleis. Die geplante Doppelspur ist 1.7 Kilometer lang. Sie ermöglicht den Halbstundentakt im Nord-Süd-Fernverkehr, ohne dass das Angebot im Regionalverkehr eingeschränkt werden muss. Zudem werden die Züge der S-Bahn-Linie  S2  die Haltestelle Walchwil Hörndli künftig nicht nur stündlich, sondern halbstündlich bedienen können – vorausgesetzt, der Zuger Kantonsrat stimmt der Richtplananpassung zu.

Die Investitionskosten für den Substanzerhalt und den Bau der Doppelspur Walchwil belaufen sich auf rund 190 Millionen Franken. Davon entfallen rund 90 Millionen Franken auf die Doppelspur Walchwil. Das sind 10 Millionen Franken weniger als ursprünglich berechnet. Der Substanzerhalt wird über das ordentliche Budget für den Erhalt der Eisenbahninfrastruktur im Rahmen der Leistungsvereinbarung mit dem Bund finanziert. Die Finanzierung der Doppelspur erfolgt über das Programm Zukünftige Entwicklung Bahninfrastruktur des Bundes (ZEB).

Die SBB wird die weiteren Planungen eng mit den zuständigen Behörden abstimmen. Im Herbst 2013 wird die Bevölkerung der betroffenen Gemeinden an einer Informationsveranstaltung in Walchwil detailliert über die Projekte orientiert. Zurzeit erarbeitet die SBB das Auflageprojekt und wird dieses Ende Jahr dem Bundesamt für Verkehr überweisen. Es ist vorgesehen, dass die Pläne im 1. Quartal 2014 öffentlich aufgelegt werden.

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