Projekt „TransGoldenPass“: Montreux – Interlaken ohne Umsteigen wird konkret

Der Kanton Bern begrüsst das von der Montreux-Oberland-Bahn (MOB) und der BLS vorgelegte Angebotskonzept für einen durchgehenden Zugbetrieb zwischen Montreux und Interlaken. Es trägt sowohl den touristischen als auch den regionalen Anliegen Rechnung. Da auch die technischen Arbeiten gut vorankommen, konkretisiert sich die Idee einer umsteigefreien Bahnverbindung zwischen dem Genfer- und dem Thunersee.

erstellt am 11. April 2011 @ 12:01 Uhr
Kanton Bern, Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion / BLS / MOB goldenpass
Der Kanton Bern begrüsst das von der Montreux-Oberland-Bahn (MOB) und der BLS vorgelegte Angebotskonzept für einen durchgehenden Zugbetrieb zwischen Montreux und Interlaken. Es trägt sowohl den touristischen als auch den regionalen Anliegen Rechnung. Da auch die technischen Arbeiten gut vorankommen, konkretisiert sich die Idee einer umsteigefreien Bahnverbindung zwischen dem Genfer- und dem Thunersee.

Wer heute von Montreux nach Interlaken fährt, muss in Zweisimmen umsteigen. Denn die Schmalspurbahn MOB kann nicht auf der Normalspur der BLS-Linie weiterfahren. Im Rahmen des Projekts „TransGoldenPass“ haben die MOB und die BLS ein neues Drehgestell entwickelt, das sich den unterschiedlichen Spurweiten anpassen kann. Die ersten Prototypen des neuen Gestells wurden gebaut und werden zurzeit im Fahrbetrieb erprobt.

Nun haben MOB und BLS dem Kanton Bern auch ein Konzept für das künftige Angebot auf der neuen, durchgehenden Linie vorgelegt. Dieses sieht täglich einen Zweistundentakt zwischen Montreux und Spiez vor. Einzelne Züge fahren bis Interlaken. Der Kanton Bern als Besteller des öffentlichen Verkehrs begrüsst das neue Angebotskonzept. Es bietet die lang ersehnte attraktive touristische Verbindung für Saanenland und Simmental und hält die Chancen für die Weiterentwicklung des regionalen öffentlichen Verkehrs aufrecht.

Die neuen Drehgestelle werden im Rahmen der anstehenden Ersatzbeschaffungen für das Rollmaterial in die Panoramawagen eingebaut. An zusätzlicher Infrastruktur braucht es nur noch eine Umspuranlage in Zweisimmen. Sie kostet rund 15 Millionen Franken. Den Hauptteil der Kosten übernimmt mit 9,3 Millionen Franken der Bund, den Rest teilen sich die Kantone Waadt, Freiburg und Bern. Auf den Kanton Bern entfallen dabei knapp 3 Millionen Franken. Durch die erwarteten Mehrerträge der neuen, durchgehenden Züge werden voraussichtlich die Abgeltungen der öffentlichen Hand tiefer ausfallen.

Die Bahnen werden nun das Projekt „TransGoldenPass“ weiterentwickeln, so dass die zuständige Bau-, Verkehrs und Energiedirektion auf Grund konkreter Angaben den bernischen Anteil der Kosten an die Umspuranlage in Zweisimmen dem Regierungsrat als finanzkompetentes Organ vorlegen kann.


Medienmitteilung BLS und MOB goldenpass:
Grünes Licht für das Projekt TransGoldenPass

Das Bundesamt für Verkehr und die betroffenen Kantone Bern, Waadt und Freiburg haben das Projekt TransGoldenPass der Bahngesellschaften MOB AG und BLS AG grundsätzlich genehmigt. Diese erhalten den Auftrag zur Planung der technischen Anlagen im Bahnhof Zweisimmen und zur Vorbereitung der Fahrzeugbestellungen. Ab 2016 sollen die touristischen GoldenPass-Züge direkt zwischen Montreux und Spiez bzw. Interlaken Ost verkehren.

Das innovative Projekt TransGoldenPass ermöglicht in Zukunft umsteigefreie Fahrten auf den Gleisen unterschiedlichen Spurbreiten zwischen Montreux und Interlaken Ost. Die Panorama-Züge werden mit neuartigen Fahrwerken ausgerüstet, welche sowohl auf der Meterspur (1.0 m) zwischen Montreux und Zweisimmen als auf der Normalspur (1.435 m) zwischen Zweisimmen und Interlaken verkehren können. Das bisherige Umsteigen in Zweisimmen entfällt. Die touristisch erfolgreiche GoldenPass-Linie erfährt damit eine gewaltige Attraktivitätssteigerung.

Ein hundertjähriger Traum von durchgehend verkehrenden Zügen wird damit Realität. Durch diese und weitere Qualitätsverbesserungen wird der Erfolg der international bekannten Panoramastrecke weiter zunehmen. Die touristischen Regionen der Waadtländer Riviera, des Pays d’Enhaut und des Berner Oberlandes, die öffentliche Hand und die beteiligten Bahngesellschaften werden wirtschaftlich davon profitieren.

Die neuartige Spurwechseltechnik wurde bei der MOB entwickelt. Zwei Fahrwerk-Prototypen unterlagen ausgedehnten Versuchen. Die erfolgreichen Ergebnisse belegen die hervorragenden Eigenschaften des gewählten Konzepts.

Nach eingehender Prüfung verschiedener Betriebskonzepte entschieden sich die Bestellerbehörden des Bundes und der Kantone Bern, Waadt und Freiburg am 6. April 2011 schliesslich für die umgehende Auslösung des Auflageprojektes «Umbau Bahnhof Zweisimmen» durch die BLS Netz AG.

Das Projekt TransGoldenPass sieht den Einbau der neuartigen Fahrwerke unter 18 existierende und 18 neu zu beschaffende GoldenPass Panoramic- und Classic-Wagen der MOB vor. Gesamthaft sollen rund 55 Millionen Franken in das Rollmaterial und rund 42 Millionen Franken in die Infrastruktur investiert werden. Der Umbau des Bahnhofs Zweisimmen umfasst die Umspuranlage sowie die Anpassungen der Gleise, Perrons, Signale und Fahrleitungen.

Im Gegenzug erspart dieses Projekt Investitionen in der Höhe von 76 Millionen Franken, welche bei Verzicht auf das Projekt TransGoldenPass angefallen wären. Der projektbedingte Zusatzaufwand wird durch den erwarteten Mehrerlös aufgewogen; dieser erlaubt voraussichtlich einen Rückgang der Abgeltungen der öffentlichen Hand.

Das GoldenPass-Betriebskonzept sieht vorerst im Zweistundentakt verkehrende Panoramic- und Classic-Züge zwischen Montreux und Spiez vor. Einzelne Züge verkehren zusätzlich bis Interlaken Ost. Eine spätere Ausweitung des Fahrplan-Angebotes nach Massgabe des Markterfolges bleibt jederzeit möglich. Zwischen Zweisimmen und Spiez sind zusätzliche Regional-Express-Züge vorgesehen. Das heute von der BLS eingesetzte ältere Rollmaterial wird ersetzt. Stündliche Lötschberger-Verbindungen direkt von Bern nach Zweisimmen ergänzen das GoldenPass-Angebot.

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