Die Kantone planen das künftige Regionalverkehrsangebot

Die kantonalen Planungsregionen haben ihre Angebotsplanung für den Ausbauschritt 2030 beim Bund eingereicht. Damit werden bereits zehn Monate nach der Volksabstimmung zur „Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur“ FABI konkrete Resultate sichtbar. Die Konferenz der kantonalen Direktoren des öffentlichen Verkehrs (KöV) bekennt sich zum Prozess und den finanziellen Rahmenbedingungen.

erstellt am 28. November 2014 @ 17:16 Uhr
Konferenz der kantonalen Direktoren des öffentlichen Verkehrs KöV / Ostschweizer Regierungskonferenz (ORK) / Zentralschweizer Konferenz des öffentlichen Verkehrs / CTSO / Planungsregion Nordwestschweiz, Lenkungsausschuss
Die kantonalen Planungsregionen haben ihre Angebotsplanung für den Ausbauschritt 2030 beim Bund eingereicht. Damit werden bereits zehn Monate nach der Volksabstimmung zur „Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur“ FABI konkrete Resultate sichtbar. Die Konferenz der kantonalen Direktoren des öffentlichen Verkehrs (KöV) bekennt sich zum Prozess und den finanziellen Rahmenbedingungen.

Die Planung der Eisenbahninfrastruktur und des damit zusammenhängenden Verkehrsangebots erfolgt in langfristigen Zyklen. Die Kantone planen bereits heute das Regionalverkehrsangebot, welches zwischen 2025 und 2030 realisiert werden soll. Sie nehmen diese Aufgabe in Planungsregionen wahr; diese definieren ihre Vorstellungen und Planungen für das regionale Angebot. So ist es in der Vorlage „Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur“ FABI, welche die Stimmberechtigten im Februar 2014 mit grossem Mehr angenommen haben, vorgesehen. Die Rückmeldungen aus den Planungsregionen sind positiv und die Kantone können wertvolle Erfahrungen in der Zusammenarbeit sammeln.

Es ist nun die Aufgabe des Bundesamtes für Verkehr (BAV), die priorisierten Angebotsziele der Regionen in einer Gesamtbeurteilung zu bewerten. Dabei sind auch die Planungen des Fern- und Güterverkehrs miteinzubeziehen. Der Bahninfrastrukturfonds (BIF) gibt dabei den Rahmen – auch den finanziellen Rahmen – verbindlich vor. Das BAV wird deshalb auch Priorisierungen und Mittelzuteilungen vornehmen müssen. Erst nach dieser gesamtschweizerischen Koordination der Angebotsplanung wird sich zeigen, welche (neuen) Infrastrukturen in welchen Etappen realisiert werden.

Die Konferenz der kantonalen Direktoren des öffentlichen Verkehrs (KöV), in welcher die Regionen durch ihre politischen Mandatsträger vertreten sind, bekennt sich zum Prozess und den Rahmenbedingungen. Dass dabei die gemäss FABI vorgesehenen Finanzmittel zu respektieren sind, ist für die KöV selbstverständlich.


Ostschweizer Kantone reichen ihre Vorstellungen zum Regionalverkehr für 2030 beim Bund ein

Die Ostschweizer Kantone haben gemeinsam ihre Angebotsvorstellungen für den Regionalverkehr im 2030 erarbeitet und dem Bund eingereicht. Dieser Meilenstein ist der erste Schritt in der neuen Ära der Bahnplanung, wie sie in FABI, der neuen Finanzierung und des Ausbaus der Bahninfrastruktur, vorgesehen ist. Die Ostschweizer Kantone fordern insbesondere mehr Verbindungen in und zu den Agglomerationen, verbesserte Anschlüsse in den Bahnhöfen sowie Massnahmen für mehr Fahrplanstabilität.

Die Planung der Eisenbahninfrastruktur und des damit zusammenhängenden Verkehrsangebots erfolgt in langfristigen Zyklen. Die erfolgreiche Volksabstimmung vom 9. Februar 2014 zu FABI, der neuen Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur, stellt die Weichen in eine neue Ära der Planung der Bahninfrastruktur. Die Kantone übernehmen federführend die Verantwortung für die Angebotsplanung des regionalen Personenverkehrs, der Bund führt die Angebotsplanung des Fern- und Güterverkehrs und erstellt ein Gesamtkonzept für alle drei Verkehrsarten. Der Bund finanziert aus dem Bahninfrastrukturfonds (BIF) die notwendigen Ausbauten der Bahninfrastruktur. Für die Finanzierung des Fahrplanangebotes des regionalen Personenverkehrs sorgen Kantone und Bund gemeinsam.

Organisiert in sechs Planungsregionen sind die Kantone vom Bund aufgefordert, ihre Vorstellungen des Regionalverkehrsangebots im Horizont 2030 zu planen. Die Ostschweizer Kantone Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Glarus, Graubünden, St.Gallen, Schaffhausen und Thurgau haben diesen Auftrag angenommen und gemeinsam ein Angebotskonzept erarbeitet, welches Ende November dem Bund eingereicht wird.

Lückenschlüsse sind unerlässlich
Trotz der sehr knappen Bearbeitungszeit ist es den sieben Kantonen zusammen mit den beteiligten Transportunternehmungen gelungen, einen Vorschlag zu entwickeln, welcher den vielgeschichteten Interessen der Kantone Rechnung trägt. Grundlage des eingereichten Angebotskonzeptes bildet eine umfassende Bedarfsanalyse für 2030.

Bereits heute und unter Einbezug der aufgegleisten Verbesserungen kann die Ostschweiz auf ein starkes und leistungsfähiges öV-Angebot zählen. Mit dem Ausbauschritt 2030 sollen die noch vorhandenen Lücken weiter geschlossen und das Gesamtsystem öV verbessert werden. So beinhaltet das eingereichte Angebotskonzept unter anderem für Kreuzlingen/Konstanz mehr Bahnverbindungen und verbesserte Anschlüsse. Auf der Achse Gossau – Rorschach sollen attraktive Verbindungen für die St.Galler Stadtbahnhöfe angeboten werden und zwischen St.Gallen und Arbon soll eine neue Bahnlinie die steigenden Mobilitätsbedürfnisse abdecken. Die Versorgungslücke auf der Achse Altstätten – Sargans – Ziegelbrücke soll geschlossen und der Halbstundentakt des Voralpenexpress eingeführt werden. Das südliche Bodenseeufer erhält nach den Vorstellungen der Kantone eine direkte Verbindung von Konstanz nach St.Margrethen mit schlankem Anschluss Richtung Chur.

Im Glarnerland sollen mit einem exakten Halbstundentakt bis Linthal die Eckanschlüsse Richtung Sargans hergestellt und die Wartezeiten in Schwanden minimiert werden. In Ergänzung zu den Eingaben in der Planungsregion Zentralschweiz (Schwyz) fordert der Kanton Glarus für die  S2  Zürich – Pfäffikon – Ziegelbrücke die Wiedereinführung des Halteortes Bilten. Für Appenzell und Herisau kann mit einer Anbindung an die schnellen Verbindungen Zürich – Gossau via Wallisellen mit schlanken Anschlüssen der Appenzeller Bahnen ein markanter Fahrzeitgewinn realisiert werden.

Auf dem Netz der Rhätischen Bahn sind vordringlich Massnahmen zur Fahrplanstabilität und zur Optimierung der Taktlagen geplant. Zwischen Chur und Ilanz sowie im Unterengadin ist der Halbstundentakt vorgesehen, während in Chur und Davos das S-Bahn-Angebot durch die Bedienung von neuen Haltestellen und Angebotssystematisierungen gestärkt werden soll.

Insgesamt sollen in der Ostschweiz zehn zusätzliche Haltestellen realisiert werden.

Hinsichtlich Grossvorhaben ist für die Ostschweiz der Brüttenertunnel von grundsätzlich er Bedeutung. Die Ostschweizer Regierungskonferenz forderte bereits an ihrer Plenarkonferenz 2012 im Zuge des ersten Ausbauschritts die Realisierung dieses Schlüsselvorhabens. Die eidgenössischen Räte haben daraufhin die Projektierung des Vorhabens beschlossen, so dass mit dem Ausbauschritt 2030 nun die Realisierung an die Hand zu nehmen ist. Weiter voranzutreiben ist zudem die durchgehende Elektrifizierung der Hochrheinstrecke zwischen Basel – Schaffhausen – Konstanz/Kreuzlingen und St.Gallen.

Bund koordiniert und priorisiert
In einer nächsten Phase wird das Bundesamt für Verkehr (BAV) alle Eingaben in einer Gesamtbeurteilung koordinieren und bewerten, so dass ein kohärentes Netz entsteht. Dabei sind auch die Planungen des Fern- und Güterverkehrs miteinzubeziehen. Der Bahninfrastrukturfonds (BIF) gibt den Rahmen – auch den finanziellen – verbindlich vor. Es ist absehbar, dass der Bund deshalb auch Priorisierungen wird vornehmen müssen.


Zentralschweizer Konferenz des öffentlichen Verkehrs (ZKöV) reicht regionales öVAngebot für 2030 beim Bund ein

Wie in FABI, der neuen Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur, vorgesehen, haben die in der Planungsregion Zentralschweiz zusammengefassten Kantone Luzern, Zug, Uri, Schwyz, Obwalden und Nidwalden gemeinsam ein regionales Angebotskonzept für 2030 erarbeitet. Dieses wurde heute dem Bund überreicht, welcher neu Prozessführer bei der Bahnplanung ist. Aufgrund des prognostizierten Engpasses beim Bahnangebot fordert die Zentralschweizer Konferenz des öffentlichen Verkehrs (ZKöV) insbesondere mehr Verbindungen auf den stark wachsenden Hauptentwicklungsachsen.

Nach Annahme der Vorlage zu Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI) durch das Schweizer Stimmvolk am 9. Februar 2014 wurde die Bahnplanung neu organisiert. FABI enthält den Wechsel von den grossen Würfen einer Bahn 2000 oder der NEAT zu einer rollenden Planung, welche es erlaubt, das Angebot auf die Raumentwicklung schrittweise abzustimmen. Mit FABI ist neu der Bund Prozessführer bei der Bahnplanung. Dieser sieht vor, dass alle Kantone, die ihrerseits in Planungsregionen organisiert sind, bis Ende November 2014 regionale Angebotskonzepte für den Ausbauschritt 2030 einreichen, woraus ein schweizweites Gesamtkonzept erarbeitet wird. Die Zentralschweizer Kantone Luzern, Zug, Uri, Schwyz, Obwalden und Nidwalden sowie die beteiligten Transportunternehmen haben diesen Auftrag angenommen und gemeinsam ein Angebotskonzept erarbeitet, welches heute dem Bund überreicht wurde. „Ich bin stolz auf die Tatsache, dass wir Zentralschweizer Kantone uns gefunden haben und im Planungsprozess noch enger zusammengerückt sind“, sagt Regierungsrat Niklaus Bleiker, Präsident der ZKöV.

Markantes Nachfragewachstum
Grundlage des eingereichten Angebotskonzeptes bildet eine umfassende Kapazitätsanalyse für 2030. Für diesen Zeithorizont rechnet die ZKöV beispielsweise auf der wichtigen Achse Zürich – Zug – Luzern – Sursee mit einer Nachfragesteigerung von bis zu 70 Prozent. Die Prognose variiert je nach Entwicklungsszenario. „Ohne einen Angebotsausbau der Bahn können wir die Nachfrage 2030 nicht mehr bewältigen“, ist Bleiker überzeugt. Im Gegensatz dazu prognostizierte der Bund für die Zentralschweiz eine tiefere Nachfrageentwicklung. Für die genannte Achse beträgt die Steigerung lediglich 30 Prozent. Die ZKöV setzt sich dafür ein, dass das Angebot des öffentlichen Verkehrs auf der Schiene die dynamische Entwicklung der Zentralschweiz und die Ziele der Raumplanung unterstützt. Die Zentralschweiz wurde bei den bisherigen Ausbauschritten wie beispielsweise bei der zukünftigen Entwicklung Bahninfrastruktur 2020 (ZEB) wenig berücksichtigt, obwohl die Region eine beachtliche Entwicklung hinter und vor sich hat. Deshalb soll die Zentralschweiz nun vom Ausbauschritt 2030 substantiell profitieren. So beinhaltet das eingereichte Angebotskonzept unter anderem mehr Bahnverbindungen auf den Hauptentwicklungsachsen, insbesondere auf dem Abschnitt Zürich – Zug – Luzern – Sursee. Weiter setzt das Konzept auf mehr Durchmesserlinien, welche die nationalen sowie regionalen Zentren noch besser miteinander verbinden und die Kapazität erhöhen. So sollen beispielsweise die heutigen Linien auf der Achse Bern – Zofingen – Sursee – Luzern – Zug – Zürich miteinander verbunden werden, was den Fahrgästen viele neue Direktverbindungen eröffnet (z.B. Sursee – Zürich oder Rontal – Bern). Mit der Verdichtung der S-Bahn zu Hauptverkehrszeiten umfasst das Angebotskonzept auch notwendige Ausbauten Richtung Obwalden und Nidwalden. Im Kanton Schwyz sollen die durch ZEB und die 4. Teilergänzung S-Bahn Zürich entstandenen Angebotsnachteile eliminiert werden. Im Weiteren sollen die Kantone Uri und Schwyz den Regionalverkehr passend zum Nord-/Südverkehr mit den neuen Basistunnels optimieren können. In der ganzen Zentralschweiz wird zudem eine Systematisierung der Angebote angestrebt. Dies bedeutet in der Regel mindestens den Halbstundentakt, bei entsprechender Nachfrage auch dichter.

Bund definiert notwenige Infrastruktur
Für das eingereichte Angebotskonzept sind Infrastrukturen wie der Durchgangstiefbahnhof Luzern und der Zimmerbergbasistunnel II notwendig. Bleiker unterstreicht: „Es zeigt sich einmal mehr, dass diese Bauwerke für die Zentralschweiz unumgänglich sind, damit sich unsere Region wie vorgesehen entwickeln kann“. Der Bund wird nun die eingegangenen Angebotskonzepte bewerten, schweizweit harmonisieren und priorisieren. Anschliessend wird ein national abgestimmtes Zielangebot für 2030 erarbeitet. Der Bund wird dieses in den nächsten beiden Jahren mit den Kantonen der Zentralschweiz diskutieren, bevor es von den nationalen Parlamenten voraussichtlich 2018 genehmigt wird. Das verabschiedete Angebot 2030 ist danach entscheidend für die zu realisierende Infrastruktur bis 2030.


Update Stark vernetzt und dicht vertaktet: Die Bedürfnisse der Nordwestschweiz im Bahnangebot bis 2030

Die Planungsregion Nordwestschweiz hat ihre Bedürfnisse zum künftigen Regionalverkehrsangebot formuliert und beim Bund eingereicht. Auf den Hauptachsen im Zulauf zu den Zentren sind im Regionalverkehr systematische 15-Minuten-Takte vorgesehen, insbesondere in den Räumen Basel, Solothurn und Olten – Aarau – Lenzburg sowie im Zulauf auf Zürich. Auf nahezu allen weiteren Strecken wird ein durchgehender 30-Minuten-Takt angestrebt, wie auch auf der Verbindung Biel – Delémont – Basel.

Die Planungsregion Nordwestschweiz hat ihre Vorstellung vom künftigen Regionalverkehrsangebot für den Ausbauschritt 2030 beim Bund eingereicht. Obwohl in den kommenden Jahren bereits einige Angebotsausbauten beschlossen sind, wird das Sitzplatzangebot auf vielen Strecken nicht ausreichen. Auf zentrumsnahen Abschnitten wird es sogar zu wenige Stehplätze geben. Weitere Ausbauten sind deshalb bis 2030 dringend notwendig, wenn die Nordwestschweiz als zweitwichtigste Wirtschaftsregion in der Schweiz auch künftig als Wirtschaftsstandort attraktiv sein will.

Wie kaum woanders in der Schweiz prallen in der Nordwestschweiz die Interessen im Personenfern-, Güter- und Regionalverkehr aufeinander, erst recht, wenn alle drei Verkehre dieselbe Bahninfrastruktur benutzen. Für die Nordwestschweiz ist ein attraktives Angebot im Personenverkehr unverzichtbar, um die Zentren und ländlichen Räume der Planungsregion optimal miteinander und mit den Nachbarräumen zu vernetzen. Um das wachsende Mobilitätsbedürfnis auch im Hinblick auf das Raumentwicklungskonzept Nordwest+ verträglich zu bewältigen, hat sich die Region für eine abgestimmte Siedlungsentwicklung mit guter Bahnerschliessung entschlossen.

Die Eingabe der Planungsregion Nordwestschweiz umfasst eine Reihe von Angebotselementen, die für 2030 eine ausreichende Kapazität des regionalen Bahnverkehrs gewährleisten sollen. Grundsätzlich wird auf nahezu allen Strecken ein durchgehender 30-Minuten-Takt angestrebt. Wo die Nachfrage dies rechtfertigt, im Speziellen auf Hauptachsen im Zulauf zu den Zentren, sind im Regionalverkehr systematische 15-Minuten-Takte vorgesehen, insbesondere in den Räumen Basel, Solothurn und Olten – Aarau – Lenzburg sowie im Zulauf auf Zürich.

Die folgenden vier Kernelemente sind für die Planungsregion von übergeordneter Bedeutung und bilden Schlüsselmassnahmen.

  • Durchmesserlinien für eine trinationale Regio-S-Bahn Basel mit Viertelstundentakt im inneren Agglomerationsgürtel sowie neuen Direktverbindungen quer durch die Agglomeration und in die Kernstadt
  • Kapazitätserweiterung (Olten -) Aarau – Zürich mit S-Bahn Ausbau Aargau und Taktverdichtungen im Fernverkehr, z. B. Viertelstundentakt Olten – Zürich
  • Halbstundentakt Biel – Delémont – Basel mit Einbindung in die Knoten Biel und Basel, stündlich direkt nach Lausanne-Genf
  • Kapazitätserweiterung Biel – Olten (- Zürich) mit halbstündlichen S-Bahnen, halb-stündlichem  IR  (Halte Grenchen Süd – Solothurn – Oensingen – Egerkingen) und halbstündlichem  IC  (Halt Solothurn) und vollständiger Einbindung in den Fernverkehrsknoten Biel

Am 9. Februar 2014 haben Volk und Stände der Vorlage zur Finanzierung und zum Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI) deutlich zugestimmt. Eine zentrale Säule von FABI ist das Strategische Entwicklungsprogramm, das in mehreren Ausbauschritten umgesetzt werden soll. Die Massnahmen für den Ausbauschritt 2025 hat die Bundesversammlung im Juni 2013 verabschiedet. Bereits wird in den Planungsregionen mit Hochdruck am nächsten Ausbauschritt 2030 gearbeitet. Die Erfahrung zeigt, dass die Entwicklung der Bahninfrastruktur in langen Zeiträumen geplant werden muss. Die Planungsregion Nordwestschweiz besteht vollständig oder teilweise aus den Gebieten der Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern (östlich von Biel und Langenthal), Jura und Solothurn.

Planungsregionen im nationalen Kontext
Die sechs Planungsregionen reichen ihre Vorstellungen zur künftigen Angebotsplanung bis Ende November beim Bundesamt für Verkehr (BAV) ein. Anschliessend werden alle Eingaben in einer Gesamtbeurteilung koordiniert und bewertet, so dass ein kohärentes Netz entsteht. Der Bahninfrastrukturfonds (BIF) gibt den Rahmen – auch den finanziellen Rahmen – verbindlich vor. Das BAV hat die Aufgabe, die aus dem BIF verfügbaren Mittel zuzuteilen und zu priorisieren. Die Konferenz der kantonalen Direktoren des öffentlichen Verkehrs (KöV), in welcher die Regionen durch ihre politischen Mandatsträger vertreten sind, bekennt sich zum Prozess und den Rahmenbedingungen.


Die Westschweizerkantone planen bereits das Angebot für den Bankverkehr 2030

Bahn 2030 Schluesselprojekte WestDie Westschweizer Kantone, zusammengeschlossen in der Westschweizer Verkehrsdirektorenkonferenz (CTSO), haben dem Bundesamt für Verkehr (BAV) ihre Vorschläge für das Bahnangebot im Jahr 2030 unterbreitet. Insgesamt schlagen die Kantone Bern, Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis 90 Massnahmen zur Bewältigung der zu erwartenden Nachfrage im Regionalverkehr vor.

Nach der Volksabstimmung vom 9. Februar 2014 über Bau und Finanzierung von Infrastrukturvorhaben des öffentlichen Verkehrs (FABI) haben die Kantone zusammen mit den Transportunternehmen die Planung des künftigen Angebots im Regionalverkehr in Angriff genommen. Die Arbeiten wurden in sechs Planungsregionen durchgeführt. Die Planungsregion West entspricht im Wesentlichen den sieben Kantonen, die Mitglieder der Westschweizer Verkehrsdirektorenkonferenz sind. Die Planungsregionen mussten ihre Konzepte bis am 28. November 2014 beim BAV einreichen.

Der Planungsbericht der Region West umfasst rund 90 Einzelmassnahmen, die auf die Verkehrsprognosen für das Jahr 2030 abgestimmt sind. Gemäss den Vorgaben des BAV musste jede Planungsregion Schlüsselprojekte auswählen, die sie zur Bewältigung des erwarteten Nachfragewachstums für unabdingbar erachtet. Die sieben Mitgliedskantone der CTSO haben einstimmig acht solche Schlüsselprojekte ausgewählt. Es handelt sich um Ausbauprojekte, ohne die auf den betroffenen Linien die der Nachfrage entsprechenden Kapazitäten nicht zur Verfügung gestellt werden könnten.

Der Planungsbericht der Region West beschränkt sich nicht auf die Darstellung von Massnahmen zur Verbesserung des Bahnangebots. Die sieben Regierungsmitglieder, die in der Planungsregion West für den öffentlichen Verkehr zuständig sind, begründen zu Beginn ihr Engagement. Weiter finden sich im Bericht eine kurze Vorstellung der sozialökonomischen Rahmenbedingungen der Westschweiz, Ziele zum angestrebten Modalsplits in den einzelnen Kantonen, eine schematische Darstellung des Fernverkehrsnetzes im Jahr 2030 und eine Karte mit den im Jahr 2030 erwarteten Kapazitätsengpässen in den Spitzenzeiten.

Das Bundesamt für Verkehr wird die von den Regionen vorgeschlagenen Projekte prüfen und mit Blick auf die im neuen Bahninfrastrukturfonds zur Verfügung stehenden Mittel einordnen. Definitiv entscheiden über die Vorlage werden die eidgenössischen Räte basierend auf einem Antrag des Bundesrates.

Bereits vor dem Ausbauschritt 2030 werden in der Westschweiz mit Mitteln aus dem neuen Bahninfrastrukturfonds zahlreiche Ausbauprojekte realisiert. Der Planungsbericht der Region West trägt diesen wichtigen Vorgängerprojekten bei der Planung des nächsten Ausbauschritts Rechnung.

Die Westschweiz nimmt 44 Prozent der Fläche der Schweiz ein mit 38 Prozent der Bevölkerung, 40 Prozent der Arbeitsplätzen und 44 Prozent des Eisenbahnnetzes.

Die Schlüsselprojekte der Region West
Die Planungsregion hat rund 90 Massnahmen zur Angebotsentwicklung identifiziert, die in erster Linie Lösungen für Kapapzitätsprobleme bis 2030 bringen sollen. In ihrer Mehrzahl dürften diese Angebotskonzepte keine Infrastrukturmassnahmen auslösen. Einige befinden sich noch in einem Frühstadium erster Überlegungen und werden in den kommenden Jahren innerhalb der STEP-Arbeitsgruppen noch eingehend zu analysieren und zu projektieren sein.

Die hier aufgeführten acht Schlüsselprojekte werden hervorgehoben, weil sie für die kohärente und koordinierte Entwicklung der in diesem Bericht dargelegten Gesamtkonzeption von massgebender Bedeutung sind.

 RegioExpress -Züge im Viertelstundentakt zwischen Genf und Lausanne
Der Ausbau des  RegioExpress -Angebots auf der Hauptachse zwischen den Agglomerationen der „Metropolregion Genf-Lausanne“ ist von fundamentaler Bedeutung. Das Bahnangebot muss mit dem sozioökonomischen Wachstum und der Dynamik der Region Schritt halten und die bis 2030 absehbaren Überlastungen auffangen können. Die vier Züge sollen über Lausanne hinaus in Richtung Murten, Bern und St-Maurice/Martigny verlängert werden und sind in eigenen Projekten dargestellt.

Ausbau des S-Bahn-Angebots „RER Vaud“ in der Region La Broye
Im Bezirk Broye-Vully fand von 2007 bis 2013 eine starke soziodemografische Entwicklung statt, mit einem jährlichen Bevölkerungszuwachs von 2.5%. Damit war die Region in diesem Zeitraum die dynamischste der ganzen Waadt. Das geplante Angebot umfasst eine S-Bahnverbindung im Halbstundentakt zwischen Payerne und Lausanne, sowie die Einführung eines gegenüber der Strasse konkurrenzfähigen  RegioExpress -Angebots zwischen Murten, Avenches, Payerne und Lausanne. Das Angebot erhält einen Anschluss an den  RegioExpress  in Richtung Genf, damit eine Direktverbindung zwischen den Bezirken Broye-Vully und Lausanne-West hergestellt werden kann.

Viertelstundentakt im Kerngebiet des „S-Bahnnetzes Frankreich-Waadt-Genf (FWG)“
Um dem zu erwartenden Nachfrageanstieg im Kerngebiet der Agglomeration „Gross-Genf“ gerecht zu werden und um den S-Bahn-Anschlussknoten Genf Cornavin zu optimieren, muss auf dem gesamten S-Bahnnetz im Kanton Genf der Viertelstundentakt eingeführt werden. Dies bedingt die Einführung eines zusätzlichen stündlichen Zuges zwischen Genf und La Plaine.

Durchgehender Halbstundentakt im RER Valais | Wallis auf der SBB-Simplonachse
Der RER Valais|Wallis muss ein qualitativ hochstehendes regionales Verkehrsangebot anbieten, welches dem Standard anderer Regionen der Schweiz entspricht. Es ist äusserst wichtig, dass der Regionalverkehr zwischen Lausanne und Brig uneingeschränkt und regelmässig verkehren kann.
Unser RER ist das Rückgrat des Walliser Verkehrssystems, welches als Schnittstelle zu den fein verteilenden Verkehrsangeboten (per Schiene, Strasse oder Seil) und zum Langsamverkehr dienen muss, mit welchen dann die Agglomerationen, die Talflanken und die Seitentäler bedient werden.

Viertelstundentakt in der Agglomeration Freiburg
Mit Unterstützung des Kantons bereitet sich das „Kantonszentrum“ durch das Agglomerationsprojekt bis 2030 auf einen starken Zuwachs von Bewohnern und Arbeitsplätzen vor (+27’000 bis 35’000 Einwohner; +16’000 bis 17’000 Arbeitsplätze). Ein Angebot im Viertelstundentakt innerhalb dieses kompakten Verkehrsraums wird die Voraussetzungen schaffen, um das infolge dieses Wachstums ansteigende Passagieraufkommen aufnehmen zu können.

Direkte und schnelle Verbindung im Viertelstundentakt zwischen Neuenburg und La Chaux-de-Fonds
Da die auf 430 Mio. Franken geschätzte Sanierung der heutigen Strecke keinerlei Leistungssteigerung bringt, wird eine neue Direktlinie zwischen Neuenburg und La Chaux-de-Fonds vorgesehen. Damit können die Wirtschaftszentren des Neuenburger Juras mit ihren 90’000 Einwohnern und Arbeitsplätzen besser an die übrige Schweiz angebunden werden.

Kapazitätserhöhung auf den überlasteten Linien in den Agglomerationen Bern und Biel
Auf mehrerern Linien in der Agglomerationen Bern und Biel ist eine Kapazitätserhöhrung erforderlich, damit genügend Stehplätze vorhanden sind, sei es durch längere Züge, zusätzliche Züge oder Taktverdichtungen.

Ein kohärentes und sich ergänzendes Angebot des Fern- und Regionalverkehrs im Aaretal und im Oberland
Ein Angebot, welches zwischen den Agglomerationen Bern und Thun die nötigen Kapazitäten ermöglicht und gleichzeitig sicherstellt, dass die Tourismus-Destinationen des Berner Oberlandes für den Ausflugsund Reiseverkehr in attraktiver Form erreicht werden können.

Halbstundentakt Basel – Delémont – Biel1
Die Linie Biel – Delémont – Basel wird im Halbstundentakt von Schnellzügen bedient. In Basel und Biel sind gute Anschlüsse vorhanden

1 Diese Massnahme betrifft die Kantone Bern, Basel-Stadt, Baselland und Jura. Formal wird sie durch Region Nordwestschweiz behandelt. Sie ist trotzdem hier aufgeführt, weil sie grösstenteils in den zwei Mitgliedkantonen der CTSO liegt (BE und JU).!

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Autor: Redaktion

Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

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