Analyse zu Innovationen im Schienengüterverkehr veröffentlicht

Im Auftrag des Parlaments hat der Bundesrat untersucht, welche Innovationen im Schienengüterverkehr die Verkehrsverlagerung durch die Alpen fördern könnten. In seinem Bericht kommt er zum Schluss, dass die untersuchten Neuerungen nicht spezifisch dem alpenquerenden Verkehr dienen, sondern dem Schienengüterverkehr generell zugute kommen würden. Mit der geplanten Totalrevision des Gütertransportgesetzes sind Fördermöglichkeiten für technische Neuerungen bereits vorgesehen.

erstellt am 17. Dezember 2014 @ 13:18 Uhr
Der Bundesrat / Generalsekretariat UVEK / Bundesamt für Verkehr / Alpen-Initiative
Im Auftrag des Parlaments hat der Bundesrat untersucht, welche Innovationen im Schienengüterverkehr die Verkehrsverlagerung durch die Alpen fördern könnten. In seinem Bericht kommt er zum Schluss, dass die untersuchten Neuerungen nicht spezifisch dem alpenquerenden Verkehr dienen, sondern dem Schienengüterverkehr generell zugute kommen würden. Mit der geplanten Totalrevision des Gütertransportgesetzes sind Fördermöglichkeiten für technische Neuerungen bereits vorgesehen.

Verschiedene technische Neuerungen könnten den Schienengüterverkehr fördern. Dazu gehören beispielsweise die automatische Mittelpufferkupplung, die automatische Bremsprobe oder die Energieversorgung auf den Güterwagen. In einem veröffentlichten Bericht kommt der Bundesrat zum Schluss, dass solche Innovationen den Schienengüterverkehr generell fördern könnten. Ein Nutzen ausschliesslich für den alpenquerenden Güterverkehr, wie ihn die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrats in einem Postulat im Visier hatte, liess sich nicht ausmachen. Der Bundesrat kommt zudem zum Schluss, dass ein Schweizer Alleingang bei technischen Neuerungen in der Regel nicht zu empfehlen ist, da der Schienengüterverkehr international stark verflochten ist.

Die nötigen Grundlagen zur Förderung der untersuchten Innovationen bestehen bereits oder sind aufgegleist: Mit der Botschaft zur Totalrevision des Gütertransportgesetzes, welche voraussichtlich in der Frühlingssession 2015 in den Erstrat kommt, ist eine gesetzliche Basis für die finanzielle Förderung von technischen Neuerungen vorgesehen. Daneben gibt es bundesseitige weitere Fördermittel, zum Beispiel im Rahmen des Lärmsanierungsprogramms bei der Eisenbahn.


Update Stellungnahme Alpen-Initiative:
Abwarten und hoffen ist keine aktive Verlagerungspolitik: Enttäuschender Bericht zu Innovationen im Schienengüterverkehr

Die Alpen-Initiative ist enttäuscht vom mutlosen Bericht des Bundesrats zu „Innovationen im Schienengüterverkehr“ vom 17. Dezember 2014. Der Bundesrat möchte keine Innovationen fördern, die spezifisch dem alpenquerenden Güterverkehr zugute kommen. Wo bleibt der politische Wille, mit der Verlagerung der Güter auf die Schiene ernst zu machen?

Die Schweiz liegt im Herzen des europäischen Rhein-Alpen-Korridors, eine der meist befahrenen Güterverkehrsstrecken Europas. „Wir sind in einer einzigartigen Schlüsselposition, um Innovationen im Schienenverkehr zusammen mit den Korridorpartnern voranzutreiben“, sagt Jon Pult, Präsident der Alpen-Initiative.

Das Weissbuch innovativer Güterwagen 2030, woran auch die SBB beteiligt war, hat die Potenziale für Wachstum, Effizienz und Nachhaltigkeit im Schienengüterverkehr auf eindrückliche Weise aufgezeigt. Es geht nun darum, längst vorhandene technische Lösungen politisch zu fördern und umzusetzen. Mit seiner passiven Haltung verpasst der Bundesrat eine einmalige Chance, dringend benötigte Neuerungen im Schienengüterverkehr voranzutreiben. Diese Neuerungen hätten nicht nur (aber auch) positive Auswirkungen für den alpenquerenden Güterverkehr. Eins ist für Jon Pult klar: „Einfach nur abwarten und hoffen ist keine aktive Verlagerungspolitik. Mit schönen Worten wird versucht, die politische Untätigkeit zu überdecken.“

Mit Konzepten wie zum Beispiel Innovatrain, welches vor allem durch den Detailhändler Coop eingesetzt wird, gehen Schweizer Firmen bereits mit gutem Beispiel voran. Innovationen sind für die Schweizer Wirtschaft auch eine Chance, eigenen technischen Lösungen zum Durchbruch zu verhelfen. Die Förderung von Innovationen und Infrastrukturen ist nach Meinung der Alpen-Initiative sinnvoller und langfristig günstiger als die Subventionierung des Verkehrs.

2016 wird der Gotthard Basistunnel eröffnet. Dazu Jon Pult: „Die Schweiz hat 20 Milliarden in ein Projekt investiert, damit die Güter auf die Schiene verlagert werden. Es ist die Aufgabe von Bundesrat und Parlament dafür zu sorgen, dass die immensen Kapazitäten für den Schienengüterverkehr auch genutzt werden. Die technische Erneuerung des Schienengüterverkehrs ist ein zentrales Element.“

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Autor: Redaktion

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